[19]. Die Fütterung des Hundes.

In seiner langjährigen Praxis ist Herr Böhm zu dem Ergebnis gelangt, daß eine einmalige gründliche Fütterung abends für erwachsene Hunde das Zuträglichste ist.

Das stimmt ganz damit überein, daß die Wildhunde als Nachttiere mit Einbruch der Dämmerung auf Raub ausgehen. Haben sie ein größeres Tier erbeutet, so fressen sie sich gründlich satt, was bis zum nächsten Abend vorhalten muß.

Alle Wildhundarten lieben auch pflanzliche Nahrung. Füchse sind arg nach Weintrauben, Wölfe fressen gern Kürbisse, Gurken, Brot und dergleichen. Hunde, die Früchte, ja Aepfel fraßen, habe ich wiederholentlich kennen gelernt. Die reine Fleischfütterung ist also bei dem Hunde unrichtig.

Gesalzene und gewürzte Speisen sind für den Hund nachteilig. Hundebesitzer, die aus Gastwirtschaften das Futter beziehen, pflegen wieder davon abzugehen, weil die Hunde wegen der stark gesalzenen und gewürzten Speisen nicht gedeihen. Bei Schoßhündchen soll es anders sein. Diesen sollen solche Sachen sehr gut bekommen. Aus eigener Wissenschaft weiß ich hierüber nichts.

Ueber den Salzhunger der Pflanzenfresser und die Gefährlichkeit des Salzes beim Raubtier soll noch beim Schwein näher gesprochen werden.

Röhrenknochen vom Geflügel vermeiden viele Hunde aus »Instinkt« (vergleiche Kapitel [69]). Durch Zerbeißen entstehen nämlich Knochenenden mit langen scharfen Spitzen, die dem Tiere sehr gefährlich werden können.

An dem Hunde eines Konditoreibesitzers konnte ich im Frieden beobachten, daß andauernder Zuckergenuß Hunden sehr nachteilig ist. Dieser bettelte allen Besuchern durch Schönmachen den Zucker ab und starb nach kurzer Zeit.

Wie die Tiere in den Zoologischen Gärten, die meistens Nachttiere sind, durch die Besucher Tagtiere geworden sind, so hat sich der Hund durch den Verkehr mit dem Menschen daran gewöhnt, am Tage tätig zu sein. An seine alte Tätigkeit erinnert noch folgendes: