Was machen denn Wolf und Fuchs, wenn das Ungeziefer und die Wärme in der Höhle im Sommer zu toll wird? Sie schlafen einfach im Freien und zwingen das Ungeziefer zum Auswandern, weil es in der leeren Höhle nichts zu saugen gibt.

Gegen Petroleumfässer war ich früher eingenommen, weil wir einen Hund besaßen, der große Abneigung gegen den Geruch von Petroleum zeigte. Ich schloß auf einen allgemein herrschenden Widerwillen gegen diese Flüssigkeit. Später habe ich mich davon überzeugt, daß unser Hund eine Ausnahme bildete.

Es ist die Vermutung aufgestellt worden, daß das Petroleum tierischen Ursprungs ist. Es soll von den großen Landtieren herstammen, die in Vorzeiten die Erdkugel bewohnten. Diese Vermutung würde dadurch unterstützt werden, daß unsere Hunde Petroleum gern haben, wie sie alle Tierreste lieben.

Auffallend ist es, wie schnell Wunden bei Hunden heilen. Doch kommen auch Ausnahmefälle vor. So zeigt uns unser Bekannter an seinem Hektor eine oberhalb der Nase verlaufende Narbe, die sich erst nach mehrwöchiger Bepinselung gebildet hat. Wie die meisten Praktiker, so schwört auch Herr Böhm darauf, daß die Wunde sehr schnell geheilt wäre, wenn sie der Hund hätte belecken können.

Tatsache ist es jedenfalls, daß die von der heutigen Heilwissenschaft so sehr gepriesene Freiluftbehandlung der Wunden ohne Verband von jeher bei den Tieren üblich war. Alle Hunde haben sich stets den von Menschenhänden gemachten Verband abzureißen versucht. Der Bürgermeister einer kleinen Stadt, in der ich damals wohnte, ließ, um seinen Hund an dem Abreißen des Verbandes zu hindern, eine Blechhülle um den Verband anbringen. Jetzt war der Hund machtlos, aber geheilt ist das verletzte Bein niemals.

[20]. Die Feinde des Hundes. Hund und Wolf.

Jedes Geschöpf, das sich auf der Erde befindet, hat Feinde. Die Pflanzenfresser haben ihre Feinde in den Raubtieren und die Raubtiere wieder untereinander. Selbst die stärksten Raubtiere haben ihren gefährlichsten Feind im Menschen, der sie an manchen Stellen bereits ausgerottet hat, weshalb man den Menschen als das allerstärkste Raubtier bezeichnet hat.

Die Hunde haben ihre Feinde zunächst in den großen Katzen, namentlich in dem Leoparden und Jaguar, wovon noch näher gesprochen werden soll, wenn wir bei der Katze von dem Haß des Hundes gegen sie sprechen. Sodann stellen ihnen in den heißen Ländern die größten Schlangenarten nach. Besonderen Appetit auf Hundebraten verspürt das Krokodil, weshalb die dort lebenden Hunde nur unter den größten Vorsichtsmaßregeln zur Tränke gehen. Die Bären schlagen wohl Hunde bei ihrer Verteidigung nieder, aber zu fressen scheinen sie ihre Feinde nicht.

Im Gebirge wird den Hunden der Lämmergeier gefährlich, da er sie, wenn sie in der Nähe von Abgründen weilen, hinabzustürzen sucht. Da Adler sich nicht besinnen, einen Fuchs anzugreifen, ebenso auch der Uhu, so werden diese Raubvögel unter Umständen auch jungen Hunden gefährlich, wenn sie von der Mutter nicht verteidigt werden.

In unserem Vaterlande spielen alle diese Feinde keine Rolle. Das einzige Tier, das ihm direkt tödlich werden könnte, ist die Kreuzotter. Trotzdem namentlich Jagdhunde überall umherstöbern, kommt es doch sehr selten vor, daß sie von Kreuzottern gebissen werden. Herr Böhm erzählt uns, daß ihm bei seinen eigenen Hunden noch nichts vorgekommen sei, obwohl die Kreuzotter in der Gegend nicht selten sei. Dagegen habe ihm ein Jagdfreund von einem solchen Fall bei seinem Hunde erzählt. Dieser Hund habe sich selbst geheilt, indem er zu einem Strom lief und die gebissene Stelle ununterbrochen vierundzwanzig Stunden darin hielt. Unmöglich wäre diese Handlungsweise nicht, da Tiere sich auch, wenn man ihnen vergiftete Brocken hinlegt, durch Gegenmittel zu retten wissen (vergl. Kapitel [69]).