Seine Freude dagegen drückt das Pferd durch Wiehern aus. Ueberhaupt deutet das Wiehern an, daß das Pferd einen Wunsch hat.
Das Pferd besitzt keine Schnurrhaare wie die Katze, da es niemals in Löcher kriecht. Dagegen sehen wir am Kinn Tasthaare. Welchen Zwecken mögen diese dienen?
Die Wildpferde sind wie die Wildhunde in der Nacht tätig. Im Gegensatz zu den rein nächtlichen Tieren, wie den Katzenarten, sieht man Zebras auch am Tage. Aber selbst wenn sie wollten, können sie in der Nacht nicht schlafen. Zur Nachtzeit geht ihr gefährlichster Feind, der Löwe, auf Raub aus.
Die Menschen können sich vor dem Löwen schützen, indem sie sich in Höhlen zurückziehen und diese verschließen oder auf Bäume klettern, wie die Affen es tun. Aber die Wildpferde können weder in Höhlen flüchten noch auf Bäume klettern.
Wann schlafen denn die Wildpferde, wenn sie in der Nacht auf ihre Feinde aufpassen müssen und am Tage tätig sind?
Ein Schlafen, wie es den Menschen eigentümlich ist, finden wir nicht bei allen Tierarten. Jeder weiß, daß Pferde, die wenig zu arbeiten haben, z. B. auf der Weide sind, sehr wenig schlafen. Kommt man zur Nachtzeit in den Pferdestall, so wundert man sich, daß so viele Pferde wach sind.
Die Zebras schlafen in Wirklichkeit nur in den Mittagsstunden, wo sie regungslos unter den Bäumen stehen. Daraus erklärt sich auch die Zeichnung ihrer Haut, die mit den Schatten der Baumäste übereinstimmt.
Wildpferde weiden viel in der Dunkelheit. Da das Pferd infolge der Stellung der Augen das vor seinem Maule Befindliche nicht besonders gut erkennen kann, so haben die Kinnhaare eine große praktische Bedeutung. Wenn es den Kopf senkt, um zu weiden, so zeigen ihm die Kinnhaare an, daß es auf Gräser gestoßen ist.
Kinnhaare soll man also bei Pferden nicht abschneiden.