Es war eine pechschwarze Nacht, so schwarz, wie ich noch nie eine Nacht gesehen hatte. Trotzdem war der winzige Bahnhof von El-Guerrah nicht erleuchtet. Nur auf dem Bahnsteig an einem Stock hing eine kleine blakende Ölfunzel. Sie ließ das Dunkel herum nur noch dicker und undurchdringlicher erscheinen. Eine ganze Anzahl Passagiere stieg aus, denn in El-Guerrah trennen sich die Linien, die nach Biskra und nach Constantine führen. Wie alle diese Reisenden mit ihrem Gepäck in dieser ägyptischen Finsternis und fast ohne Gepäckträger sich zurechtfanden, ist mir noch heute ein Rätsel.

In einiger Entfernung von dem Bahngleise schimmerten ein paar erleuchtete Fenster. Der arabische Führer unserer neuen kalifornischen Bekannten war mit den Örtlichkeiten vertraut. Er brachte uns hinüber nach dem freundlich blinkenden Hause, einem Hotel, in dem man über Nacht Unterkunft findet und das Atzung für die Reisenden bereit hält. Wir fanden alles in größter Aufregung. Immer wieder hörte man das Wort »Karawane« von Wirt zu Angestellten schwirren. Wir dachten uns darunter eine Kamelherde mit Beduinen, Frauen und Kindern, und da wir nach allem, was wir von der Lebensweise dieser Karawanen wußten, nicht annehmen konnten, daß sie in dem Hotel übernachten würden, konnten wir uns die Unruhe nicht erklären. Wir riefen den Kellner und bestellten das Essen. Die Antwort darauf war:

»Gehören Sie zur Karawane?«

Erstauntes »Nein!« von unserer Seite.

Arabische Typen

Seine Erwiderung:

»Bedaure sehr, aber die Karawane muß zuerst bedient werden.«

Und nun stellte es sich zu unserer Überraschung heraus, daß man unter »Karawane« hier eine Cooksche Reisegesellschaft meinte.