[15] Ovid ars 3, 189.
[16] Horaz sat. 1, 10, 91.
[17] s. Rheinisches Museum 70, S. 270.
[18] Vgl. W. Schrötter, Ovid und die Troubadours.
[19] Seneca epist. 95, 21.
[20] Zur Frauensatire Juvenals vgl. Rhein. Museum 70, S. 527 ff.
[21] Domum servavit, lanam fecit (Carmina epigraph. 52) ist typisch. Charakteristische Monumente sind die Grabschrift auf Turia (Dessau n. 8393) und das neuerdings gefundene der Potestas (Kroll im Philologus 73, S. 274 f.); sie geben eine ausführliche Schilderung. Ich nehme hier die Gelegenheit wahr, eine schwierige Stelle in dem Lobgedicht auf Potestas (das um das Jahr 300 n. Chr. entstanden ist) zu erklären. Die Körperschönheit, Brust und Beinwerk der Frau, werden da sehr drastisch gelobt; dann heißt es im v. 22, daß die Frau eine glatte Haut hatte, ja, daß sie sich alle Haare zu entfernen pflegte:
anxia non mansit, sed corpore pulchra benigno
levia membra tulit; pilus illi quaesitus ubique.
Hier hat das anxia die sonderbarsten und künstlichsten Erklärungen hervorgerufen; der Zusammenhang der Sätze zeigt aber unzweifelhaft, daß dies Wort „behaart“ bedeuten muß. Es kann nichts anderes sein als ein Vulgarismus des Spätlateins und ein barbarisch entstelltes griechisches Lehnwort; nämlich ἄξοος, das von ξέω gebildet worden ist (nach der Analogie von ἄπνοος, εὔρροος) im Sinne von ἄξεστος, „der ungeschorene“ (vgl. Callimachus Frgm. 105), und hier ebenso auf die Rauheit der Haare Bezug hat, wie das ξεστός bei Oppian von den Haaren des Elephanten steht. Sie ist non anxia, heißt also soviel wie: sie ist toto corpore expolita, wie wir in der Vita des Heliogabal 5,5 lesen. Der Vulgarismus aber zeigt sich in dem Wort anxia statt axoa dreifältig, im Eintreten des i, im Eindringen des Nasals, in der Bildung einer Femininform vom komponierten griechischen Adjektiv. Das ἄξοος wurde offenbar mit dem geläufigen Adjektiv ἄξιος zusammengeworfen. Dann ist das Wort weiter an das echt lateinische Wort anxius völlig angeglichen, und eben der Anklang an dies geläufige lateinische Wort hat die Nasalierung begünstigt. Das Eindringen des unechten Nasals aber ist dasselbe wie in thensaurus, coniunx, und die Gegenbildungen dazu sind Schreibungen wie Quictilis, provicia u. a., die man auf Inschriften findet. Insbesondere ist bronchus als Nebenform von brocchus, brochus zu vergleichen; auch καχάζω, καγχάζω, Pimplêus und Piplêus (Catull 105, 1). Nicht glücklich ist die Stelle von Mesk in der Berliner Phil. Wochenschrift 1915, S. 62 behandelt worden.