[256] Catull 68, 133 f. Auch im Acmegedicht des Catull, Nr. 45, läuft das Spielkind als Amor um das Liebespaar herum und niest: vgl. Berl. philol. Wochenschr. 1919, S. 575.

[257] Catull 68, 70.

[258] Nie nennt sonst ein Dichter seine Geliebte diva. Vgl. Philologus LXIII, S. 451 f.

[259] Wie wenig evident die bisher übliche Auslegung ist, bekennt auch O. Jahn. Wie kam gerade ein gemeiner Handwerksmann dazu, einer solchen Frau wirkliche Liebesgötter, also Liebe oder Liebreiz, zu verkaufen? Insbesondere machte der hinter der Frau sich versteckende Erot unlösbare Schwierigkeiten; der treffliche Gelehrte tröstete sich damit, „daß einst auch pompejanische Beschauer bei diesen Vorstellungen verschiedene Gedanken und Empfindungen gehabt haben werden“. Es blieb dies also eine Rechnung mit mindestens einer Unbekannten. Eben diese Schwierigkeiten räumt die oben gegebene Auslegung hinweg. O. Roßbach erhebt in der Berl. philol. Wochenschr. 1918, S. 1208 gegen meine Erklärung immer noch das Bedenken, daß die Frau als Göttin charakterisiert sei. Aber wie oft haben sich Herrscher als Götter, hohe Frauen als Göttinnen darstellen lassen! Auch erinnere ich nochmals an die Lesbia als Diva bei Catull und an Kleopatra, die die sie umgebenden Kinder als Eroten zurechtmachte, während sie gleichzeitig selbst die Venus spielte; sie muß da doch auch die Stephane der Göttin getragen haben. Man nenne also die Frau auf dem Bilde meinetwegen Kleopatra. Aber es wird wohl mehr solche phantastische hochgestellte Frauen gegeben haben. Jedenfalls ist sie eine Sterbliche, da es der Diener ist, der ihr die Putten bringt.

[260] Man sehe z. B. bei Helbig die Nummern 1413, 1429–1431. Eros unter Frauen auch Nr. 312.

[261] Vgl. z. B. Helbig, Nr. 1439; auch 303, 305? beim Hermaphroditen 1369.

[262] So erklärt sich z. B. der scheinbar zwecklose Eros in der Paris- und Helenaszene Pompejis (bei Helbig Nr. 1310). Noch beiläufig zwei lehrreiche Beispiele, Helbig Nr. 1140: Eros hebt neugierig das Gewand des Priap empor und erstaunt über den Anblick; es sind hierfür sonst flügellose Putten üblich; vgl. De Am. p. XXIV. Tellus erscheint mit zwei Flügelkindern bei Benndorf, Griechisch-sicilische Vasenbilder, Tafel 57, Nr. 9; diese Kinder sind aber ursprünglich flügellos, vgl. De Am. p. XXIV und das Relief, Archäologische Zeitung X, Tafel CXIX, Nr. 2, sowie Baumeister, Nr. 1449. Auch das Element Erde wird als Matrone mit zwei Kindern dargestellt auf einem Florentinischen Relief und sonst; s. Wörmann S. 257.

[263] Man vgl. hierzu den oben angeführten Aufsatz H. Grimms.

[264] Einige weitere Nachweise, die sich mir für den besprochenen Gegenstand nachträglich darbieten, stelle ich noch an den Schluß des Ganzen. Daß die ältere griechische Kunst noch nicht Kinder darstellte, weiß auch Pausanias V, 11, 3. — Schon in der jüngeren griechischen Komödie, an die die alexandrinischen Dichter unmittelbar anschlossen, kommen die frechen Spielkinder in den Häusern vor; s. besonders Plautus Persa v. 204 ff.; 229; 807; 849; auch Pseudolus 767, 783. Kinderkauf in der Komödie: Captivi 8, Rudens 39, Poenulus 86. — Auch Tertullian erwähnt contra Marc. IV, 23 den Kinderliebhaber, parvulorum dilector. Über das Wort parvuli vgl. Archiv f. Lex. VII, S. 79 und 95. — Kinder, die man sich als conlusores hält, zeigt uns auch Plautus, Capt. 19 f., 982 f., 1013. — Daß Kinder den Gladiatorenkampf im Spiel nachahmen, sagt uns Epiktet, Man. 29, 3; auch findet man solche dargestellt bei A. Bougot, Une galérie antique (Paris 1891), S. 499, der sie aber sinnlos für Amoren erklärt. — Ein Haufe Spielkinder begegnet uns in Alexandria selbst im Tempeldienst beschäftigt bei Dio von Prusa Or. 32, 13. — Daß man die Kinder im Amphitheater mit Hilfe von Maschinen in die Höhe fliegen ließ, deutet vielleicht Juvenal IV, 122 an. — Auch Plautus weiß, Trucul. 908, daß Säuglinge wie Vögel groß gezogen werden. Vom schwatzenden Kindernest spricht auch Juvenal V, 143; in den Sokratikerbriefen Nr. 21 lesen wir von den νεοττοί des Sokrates; vgl. übrigens Theophrast Char. 2. Ein Relief zeigt Romulus und Remus; in einer Grotte nährt da der Picus Martius zwei Junge im Nest: Berl. philol. Wochenschr. 1918, S. 1066, aus dem Anzeiger für Schweiz. Altertumskunde XX, Heft 2, S. 99. — Von dem süßen Schwatzen der kleinen Kinder gibt endlich Minucius Felix Oct. 2 eine entzückte Beschreibung; dazu auch Artemidor in der Traumdeutekunst 4, 19.

Seneca.