Anmerkung. Am Weg von Niclasberg nach Eichwald (6 km) liegt rechts der Strasse der Wolfsstein, ein prächtiger Aussichtspunkt, nicht hoch, aber äusserst günstig für Ausblicke auf Teplitz und das Mittelgebirge.

Die Strasse von Niclasberg hinab nach Klostergrab führt durch eine enge romantische Waldschlucht.

Klostergrab. Zum Rathskeller. 1400 Einw. 353 m. Die Stadt ist geschichtlich merkwürdig wegen einer protestantischen Kirche, die der Prager Erzbischof von Prag Lohelius 1616 niederreissen liess. Dadurch kam der Zündstoff, der sich im religiösen Leben Deutschlands seit der Reformation aufgehäuft, zum Brennen. Die protest. Landstände Böhmens, darunter ein Lobkowitz, ein Schick und ein Kinsky, forderten in Prag Rechenschaft, was bekanntlich Veranlassung ward, zwei Kaiserl. Räthe aus dem Fenster zu stürzen, worauf der 30-jähr. Krieg entbrannte. Die Ruinen dieser Kirche, die am Rathhaus stand, sind völlig beseitigt. 60 m über der Stadt liegt der Königshügel mit Rest. Herrliche Aussicht auf den Teplitzer Thalkessel und das Mittelgebirge.

Nach Ossegg führt Eisenbahn; links sitzen. Ununterbrochen schöne Aussicht. Zu Fuss geht man über Haan. Unterwegs ein auffälliger, sehr grosser Eichbaum.

Ossegg. Marktflecken mit 2000 Einw. Kaiser v. Oesterreich. Sonne. Villencolonie. Der malerische Ort liegt mit seinem grossartigen Kloster am Fusse des imposanten Strobnitzberges. Das Kloster gehört dem Cisterzienserorden; 1196 unter dem Schutze der Riesenburg gegründet, ward es in den Hussitenkriegen mehrmals völlig ausgeraubt. Rudolph II. hob es im 16. Jahrh. ganz auf, doch gelangte es nach Unterdrückung der Reformation im 17. Jahrh. wieder zu Reichthum und Blüthe. Es leben im Kloster etwa 20 Mönche. (Schwarz-weisse Ordenstracht.) Der Abt ist auch Prälat der Sächs. Nonnenklöster Marienthal und Marienstern.

Der Klostergarten ist im Versailler Styl mit Schnitthecken, Orangerien, Treibhäusern und Bassins angelegt. Sehr schöne Aussichtspunkte von den Galerien. Zutritt frei.

Die Stiftskirche, ein Renaissancebau mit sehr reicher Ausstattung. Grosse herrliche Orgel. Trefflich stylisirter Altar, schön geschnitzte Chorstühle, reich ornamentirte Leuchter, Gemälde, Stukkaturarbeiten. Die anstossende Todtenkapelle wird magisch von oben beleuchtet. Der Kreuzgang, aus den besten Zeiten der Gothik liegt innerhalb der Clausur und ist daher für Damen nicht zugänglich, dasselbe gilt auch vom Conventsgebäude mit dem Capitelsaal. Im Refectorium (30 kr. Trinkgeld) hat man herrliche Aussicht auf das Dux-Teplitzer Thal und das Mittelgebirge. Kunstvoll geschnitzte Eckschränke, alte Kamine. In den nahen Gasträumen Bildergalerie, darunter zwei treffliche Portraits von Ossegger Aebten. Viele Copien von Meisterwerken.

Die Bibliothek, über deren Eingang die Worte stehen: »Non pro spectaculo, sed pro usu«, enthält seltene Werke und Manuscripte.

Die Salesiushöhe 2 km vom Kloster, ist ein zugänglich gemachtes Gewirr von Felsblöcken mit herrlicher Aussicht auf den Thalkessel und das Mittelgebirge, doch finden sich gleich schöne Punkte auf den näheren Bergen im Hintergrunde von Ossegg.