Die Riesenburg erhebt sich 3½ km entfernt im Thalzug hinter Ossegg. Siehe [Seite 45].
Die Stadt Dux liegt 4½ km von Ossegg. Die Strasse führt durch die bekannten inundirten Ossegger Schächte (Dux s. [S. 25]). Direct nach Teplitz geht man von Ossegg über das intr. Dorf Janegg (s. [S. 25]). Auch führen zwei Bahnlinien dahin. Vom Bahnhof der Dux-Bodenbacher Bahn (Waldthorbahnhof) hat man freilich noch 3 km nach Teplitz zu gehen. Teplitz siehe [Seite 21].
7. Dresden-Tharandt (15 km). Edle Krone (4 km). Höckendorf (2½ km). Beerwalder Mühle (6½ km). Frauenstein (9½ km). Georgensdorf (13 km). Fley (7 km). Langewiese (5½ km). Ossegg (über Riesenburg 5 km). Teplitz (10 km).
Man benutzt am Besten bis Tharandt die Eisenbahn, die sich durch den industriereichen Plauenschen Grund und später ab Heinsberg durch ein schönes Waldthal hinzieht.
Tharandt. Deutsch. Haus. Erblehngericht. Albertsalon und Bad, beide innerhalb schöner Gärten. Burgkeller unter der Ruine. 2600 Einw. Tharandt ist ein liebliches kleinstädtisches Idyll an einem Punkt gelegen, an dem zwei Thäler zusammenstossen. Auf einer Bergnase, die sich vom Forstgartenberg abhebt, liegt die Ruine eines alten Jagdschlosses und das anmuthige Kirchlein. Tharandt war ein Lieblingsaufenthalt Albrecht des Beherzten, dem Erbauer der Albrechtsburg. 1668 ward das Jagdschloss vom Blitz eingeäschert und liegt seitdem in Trümmern. Die Forstakademie, unter den Ruinen gelegen, ward 1816 durch Cotta, den berühmten Forstwirth, begründet (im Durchschnitt 130 Studirende, ⅔ Ausländer). Die Akademie besitzt fachwissenschaftliche Sammlungen, die auf Ersuchen zugänglich sind. Von besonderem Interesse sind die Querdurchschnitte zweier Riesenfichten, aus erzgeb. Forsten herrührend (lagern im Hausflur). Ueber künstliche Fischzucht wird alljährlich im November von Prof. Krutzsch ein practischer Cursus unentgeltlich abgehalten. Der Forstgarten ist eine sehr ausgedehnte Pflanzung für Lehrzwecke mit allen Laub- und Nadelhölzern, die in unseren Gegenden gedeihen. Der Königsplatz mit herrlichen Thalblicken und das Cottagrab, beide im Forstgarten, verdienen besucht zu werden. 80 Eichen symbolisiren die 80 Lebensjahre Cotta's. Bemerkt sei, dass der Forstgarten nicht immer offen steht. Einem Schmuckkästchen gleicht das gräfl. Sumynsky'sche Schlösschen mit einem geschmackvoll angelegten und peinlich gepflegten Garten. Im Bad jährlich gegen 400 Kurgäste. Oefter Concerte. Starker Fremdenbesuch. Tharandt mit seinen Buchenbeständen an imposanten Berghängen ist im Frühjahr und Herbst unvergleichlich schön.
Die Thalmühle, 3 km vom Städtchen entfernt, ist eine vielbesuchte idyllisch-primitive Bauernschenke. Schöne Promenaden führen auch an beiden Thalhängen abwärts nach Hainsberg. Die Heiligen Hallen (ein schöner Buchenforst) liegen aufwärts nach Edle Krone zu rechts.
Wir wandern nun im schönen Thalzug neben Bahn und Weisseritzfluss oder durch die Heiligen Hallen aufwärts nach Edle Krone. Bahnstation. Gasthof. Hier wenden wir uns links in das romantische Höckenbachthal. Inschriften, darunter eine solche an der sogenannten Wunderbuche folgenden Wortlautes:
Aus der Wunderbuche schallt Vögleins Klage laut erhoben:
Wer hat dich, du schöner Wald, abgeholzt so hoch dort oben?
Höckendorf. 1100 Einw. Weckbrods Wein- und Bierschank. Die Kirche enthält einen geschnitzten Altarschrein, den Kenner künstlerisch sehr hoch stellen. Zwischen dem alten und dem neuen Friedhof steht eine von den drei uralten Martersäulen, welche ein Ritter Conrad von Theeler setzen liess, nachdem er im Zorn seinen Pfarrer erstochen. Höckendorf trieb früher starken Bergbau, dieser wurde aber am 25. Aug. 1557 durch einen Wolkenbruch plötzlich vernichtet.
In Höckendorf geht die »Butterstrasse« direct nach der Beerwalder Mühle ab, doch ist die Strasse, die ihren Namen von den erzgeb. Buttertransporten nach Dresden erhielt, ohne Specialkarte nicht zu finden, auch ist der Umweg über Ruppendorf nur unbedeutend. In Ruppendorf steht neben dem Gasthof flach auf einer Wiese eine Thurmruine, die der Volkssage nach ein Raubschloss war, davon soll das Dorf (Raubdorf) seinen Namen haben. Hinter Beerwalde senkt sich die Strasse hinab ins romantische Thal der wilden Weisseritz, das hier noch gar nicht durch Strassen aufgeschlossen ist und dem sicher eine touristische Zukunft bevorsteht (Beerwalder Mühle Gasthof). Eine directe Strasse führt aus dem Thal empor nach Oberröthenbach, eine andere, etwas längere, durchläuft das ganze Dorf. Der Oberröthenbacher Thurmberg (602 m) bleibt links und bald zeigt sich in der Ferne die malerische Ruine von Frauenstein. Vom Hartmannsdorfer Gasthof ab führt ein naher Fussweg (3½ km) nach Frauenstein. Die Strasse berührt Kleinbobritzsch, wo der berühmte Orgelbauer Gottfried Silbermann 1683 geboren wurde. Sein Geburtshaus schmückt eine Marmortafel. Silbermann erlernte seine Kunst in Strassburg bei einem Onkel und er brachte sie zu hoher Vollendung. In Sachsen allein sind über 30 Orgeln von seiner Hand, die berühmtesten stehen in der kath. Hofkirche zu Dresden und im Dom zu Freiberg.