Frauenstein. Rohland's Gasthaus zum Strauss. Gold. Stern. Gold. Löwe. Das Parkschlösschen in reizender Lage an der Ruine ist z. Z. ohne Wirth. 660 m. 1453 Einw. Das freundliche Städtchen wurde nach dem Brande am 3. Oct. 1869 fast neuerbaut. Die Frauensteiner Schlossruine ist zweifellos die imposanteste Ruine des Erzgebirges auf Sächsischem Gebiet, sie lehnt sich dicht an das neuere Schloss an und ihre isolirte Lage wie ihr Umfang machen sie zu einer touristischen Notabilität. (Man meldet sich beim Schlosshausmann.) Das interessanteste aus ihrer Geschichte ist eine Belagerung durch Friedrich den Sanftmüthigen, der Heinrich II. von Plauen seiner böhmischen Sympathien wegen daraus vertrieb. Das neuere Schloss erbaute ein Heinrich von Schönberg. Vom Hause Schönberg fiel die Burg mit ausgedehnter Herrschaft 1647 dauernd an das Kurhaus. Den höchsten guterhaltenen Thurm nennt man die Lärmstange, er wurde im 7jähr. Kriege von den Preussen zu Lärmsignalen benutzt. Von seinen Zinnen hat man eine grossartige Rundsicht; sie erstreckt sich gegen Norden bis ins Tiefland, davor liegen die Thäler der Mulde, Bobritzsch und Weisseritz, sowie der Tharandter Wald. Gegen Osten tauchen die Berge der Lausitz hinter den Tafelbergen der Sächs. Schweiz auf, davor liegt die Dresdner Gegend mit dem Borsberg, weiter herauf zeigen sich die Berge um Altenberg und näher heran die Massenerhebung der Tellkuppe mit ihrem Schwarzwald. Im Süden streicht der finster bewaldete Kamm gegen die höchsten Berge des Gebirges, den Hassberg, Fichtel- und Keilberg hin. Direct im Süden, der höchste Bergrücken mit einer grossen Waldblösse trägt das einsame Lichtenwaldsteiner Jagdschloss, seine Gipfel nennen sich Wieselstein und Schwarzeberg. Im Nordwest schliessen die Augustusburg und der Rochlitzer Berg den Umschaukreis ab. In der Nähe interessiren die imposanten Trümmer. Der »dicke Märten«, etwas abgelegen, diente als Burgverliess, doch ist er keineswegs ein »dicker«, sondern eher ein schlanker Thurm. An einer Thurmruine sind 4 grosse Steinkugeln eingemauert, wie sie ehedem zu Vertheidigungszwecken verwendet wurden. Schöne Anlagen zu Füssen der Burg.

Der Sandberg im Süden der Stadt mit Anlagen auf dem Gipfel gewährt dieselbe Ausschau wie die Lärmstange. Empfehlenswerth ist auch ein Spaziergang auf der aussichtsreichen Strasse nach Freiberg bis zum Buttertöpfchen und dem Weissen Stein (1½ km). Es sind das isolirte Quarzfelsen von seltsamer Gestaltung.

Die Wanderung geht nun bald durch Thalzüge oder auch über aussichtsreiche Höhen nach Obernassau, Rechenberg (Liebschers Gasthaus) und in die Rechenberger Waldregion durch den Fischerwald nach böhm. Georgensdorf. Der sächs. Antheil mit grossem Gasthaus heisst Georgenthal und hat nur 21 Einw. Auf böhm. Seite Lohse's Gasthaus. Schön an der Flöha im weiten Thalkessel gelegenes Dorf. Sommerfrische. 600 m. Herrliche Wälder. Bewegtes Terrain.

Anmerkung. Die Wanderung nach dem Lichtenwaldsteiner Jagdschloss und die unendlich lange Waldschneusse nach dem Wieselstein und der in der Nähe gelegenen Försterei Georgenhöhe ist landschaftlich nicht sonderlich lohnend; auch ist der Wieselstein völlig verwachsen, nur der rechts abgelegene Schwarzeberg hat seine grossartige Aussicht auf Böhmen noch nicht eingebüsst, doch ist derselbe ohne Führer schwer zu finden. Das Lichtenwaldsteiner Jagdschloss mit seiner Geweihsammlung hat in seiner sehr einsamen Lage allerdings touristischen Reiz. Ueber die Höhe der beiden Gipfel des langen Bergrückens ist etwas Sicheres nicht zu erfahren gewesen. Georgenhöhe, die Försterei, liegt 871 m hoch, doch ist auch diese Zahl unter Reserve gegeben. Der Rücken dürfte 930 m nahekommen. Wer diese Partie unternimmt, sorge für Proviant.

Der Tour treu gehen wir im schönen Waldthal an der Flöha aufwärts. Gleich im Anfang links imposante Felspartien. Fley liegt unfern des Ursprungs der Flöha. Das Kirchdorf scheint seinen Namen dem Fluss entliehen zu haben. Im Winter Nachm. 3 Uhr Wildfütterung, zu der sich circa 350 Stück Hochwild einstellen. Die Strasse führt nun durch einsamen Hochwald nach

Langenwiese. Langes Dorf, frei auf dem Kamm gelegen mit einer herrlichen Aussicht auf Eger- und Bielathal, wie auf das böhm. Mittelgebirge. Der Wieselstein, wenn ein Aussichtsthurm errichtet wäre, würde freilich eine volle Rundschau darbieten, er beherrscht die ganze nördl. Abdachung bis Augustusburg hin und den Kamm des Gebirgs selbst. Vom Erzgebirge selbst sind die höchsten Erhebungen Keil- und Fichtelberg sichtbar. In der Ferne taucht das Karlsbader- und dahinter das fränkische Fichtelgebirge auf. Zu Füssen dominirt besonders das imposante Schloss Eisenberg.

Auf steilem Pfad steigen wir in das Ossegger Thal, an dessen Gehängen die Ruinen der Riesenburg sich erheben und an dessen Mündung das stolze Ossegger Kloster sichtbar wird. Die Riesenburg, welche im 14. Jahrh. von den Hussiten zerstört wurde, ist die Geburtsstätte des Apostels der Preussen, des hl. Adalbert. Vom Wartthurm herab überaus anmuthige Thalbilder sowie Fernblicke auf das Mittelgebirge und den Dux-Teplitzer Thalkessel.

Ossegg und weiter nach Teplitz siehe Routennetz.