Auf der Strasse nach Wüstenbrand freie Blicke über Limbachs Umgebung. In Wüstenbrand unfern der 482 m hoch gelegenen Kirche umfassender Blick auf das Obererzgebirge mit dem Auersberg und Fichtelberg. Näher her das Lugau-Oelsnitzer Kohlenschachtrevier. Am Bahnhof mündet die Lugauer Kohlenbahn. Bei der Rückfahrt nach Chemnitz passiren wir Stat. Siegmar, in deren Nähe die Eisenbahnbrücke 1866 von einer fliegenden preuss. Colonne gesprengt wurde. In einem offenen Schuppen am Bahnhof Rudera von der Sprengung.
21. Chemnitz-Auerswalde (9 km). Schweizerthal (5½ km). Burgstädt (4 km). Chemnitz (Bahn 15 km).
Man geht über Furth immer in der Nähe des in der Stadt arg getrübten Chemnitzflusses nach Blankenau-Glösa. In Blankenau stand ehemals am Fluss eine Burg, die Blankenburg, deren letzte Spuren leider vor wenigen Jahren völlig beseitigt worden sind. (Von dem hochgelegenen Kirchlein hübsche Thalblicke.) Die Auerswalder Mühle (Schenke) ist ein Thalidyll von höchst anmuthigem Charakter. Schweizerthal nennt sich die grosse Tetzner'sche Strickgarnfabrik. Schön gelegen.
Anmerkung. Passionirte Touristen suchen wohl in dem prächtigen Chemnitzthal bis an die Mündung in die Mulde vorzudringen. Die Thalbilder sind in hohem Grade anmuthend. In der Nähe der Mündung liegen sehr grosse Rollblöcke im Fluss, die ihm wahrscheinlich den Namen Camenice (Steinbach oder Steinfluss) verschafften. In vielen dieser Gneisblöcke finden sich sogenannte Strudellöcher (Riesentöpfe), durch die Kraft des Wassers mit Hilfe von Geröllen eingegraben.
Burgstädt. Deutsches Haus. 5296 Einw. Altes intr. Rathhaus mit Rest. Weberei. Schuhmacherei. Leicht zu ersteigen und sehr dankbar ist der nahe 340 m hohe Taurastein, eine Felsgruppe, die, ähnlich wie der Rochlitzer Berg, eine weite Rundschau über das Granulitgebiet bis hinauf nach der Augustusburg gewährt (zurück benutzt man die Bahn).
22. Chemnitz-Lichtenwalde (12 km). Frankenberg (5 km) und zurück per Dampf (17 km).
Am Besten benutzt man die Bahn nur bis Wiesa, da der Weg von hier durch den Wald an die Zschopau hinab und zum Schlosspark empor ein sehr anmuthiger ist (Weglänge ab Wiesa 2½ km). Die Station Braunsdorf liegt dicht unter dem Lichtenwalder Schloss.
Zu Fuss nach Lichtenwalde geht man über Hilbersdorf und Ebersdorf. Auf Hilbersdorfer Flur grosse Porphyrsteinbrüche. Versteinerte Coniferen. Höchst seltene Staarsteine. Die Ebersd. Kirche war ehedem Wallfahrtskirche. Friedrich der Sanftmüthige wallfahrtete nach dem vereitelten Prinzenraub hierher und liess die Kleider des Prinzen und die Köhlerkutte des Köhlers Triller hier aufhängen, die noch unter Glas zu sehen sind. Holzschnitzereien. Altes Altargemälde. In dieser Kirche liegt auch Ritter Harras, der kühne Springer, begraben. Ein grosses Hufeisen soll von seinem Ross herrühren (Weglänge von Chemnitz nach Lichtenwalde 9 km).