Grössere Touren ab Chemnitz.

24. Chemnitz-Hohenstein (19 km). St. Egidien (7 km). Lichtenstein (4 km). Stollberg (13 km). Chemnitz (im Würschnitzthal über Schloss Neukirchen 22 km).

Man fährt mit Dampf an den schon erwähnten Stationen Siegmar und Wüstenbrand vorüber zunächst nach

Hohenstein-Ernstthal. Schwesterstädte. In Hohenstein Drei Schwanen. Braunes Ross. Krauses Rest. zum Rathskeller. Haselhuhns Gartenrest. 6500 Einw. Das nahe Ernstthal zählt 4400 Einw. Die letztere Stadt wurde 1680 von Hohensteiner Bürgern gegründet, welche der grassirenden Pest entflohen. In Hohenstein erinnert ein Denkmal an den Naturforscher und Philosophen G. H. Schubert (geb. 26. April 1780 zu Hohenstein). Weberei von Bett- u. Möbeldecken. Beide Städte liegen am Fusse des Kapellenberges, der die südlichste Erhebung des Granulitgebietes darstellt. An der Strasse nach dem Gasthaus zum Wind liegt eine 470 m hohe Bergkuppe, welche freie Blicke nach dem Centralerzgebirge mit dem Auersberg, dem Keil- und dem Fichtelberg gewährt (2 km). Die von hier 1½ km entfernte Langenberger Höhe, 479 m hoch, liegt für einen Rundblick noch günstiger, man hat hier auch Aussicht auf die Muldenniederungen und die norddeutsche Ebene. Mineralogen finden in dem Glimmerschiefer des Kapellenberges manche Ausbeute. Der Bergbau auf Arsenkies ist noch nicht ganz eingestellt. An der Strasse nach Waldenburg (2½ km) liegt das jetzt vereinsamte Hohensteiner Bad mit Eisenquelle.

Die Weiterfahrt zeigt rechts einige Waldscenerien und links Dorfschaften. Im langen Dorf St. Egidien zweigt sich die Stollberger Linie ab. Zu Fuss geht man eine schöne Waldstrasse (4 km).

Lichtenstein. Sonne. Helm. 5200 Einw. Das anstossende Städtchen Callenberg zählt mit seinem Lehrerinnenseminar 3000 Einw. Die Schwesterstädte liegen anmuthig zu Füssen eines stolzen fürstl. Schönburg'schen Schlosses. In der Stadtkirche Lichtensteins ein Altarbild von Vogel, dem Kunstwerth zugeschrieben wird. Herrliche Spazierwege im Schlosspark und im Stadtwald. Ein beliebter Ausflug ist die Schwarze Allee und die sog. Kanzel, die freie Ausblicke nach dem Centralerzgebirge gewährt.

Man geht von Lichtenstein die Strasse oder durch das Rödlitzthal nach Oelsnitz. Oelsnitz mit Lugau und Würschnitz bedecken die Oberfläche eines Steinkohlengebirges von etwa 2000 Hectaren Ausdehnung. Die Flötze haben eine Mächtigkeit bis zu 14 m. 15 Schächte fördern im Jahr 3 Mill. Ctr. der besten Pechkohle, die meist nach Chemnitz verfrachtet werden. In Lugau im Gottessegenschacht wurden am 1. Juli 1867 102 Bergleute lebendig vergraben durch Schachteinsturz. Die Leichname sind später aufgefunden und beigesetzt worden.

Stollberg. Weisses Ross. 6326 Einw. 420 m ü. M. Stollberg ist Sitz des grössten Sächs. Strumpfexportgeschäftes. Woller, der Begründer, war ein schlichter Strumpfwirkermeister. Hoheneck, ein imposantes Schloss am Thalhang, beherbergt eine Weibercorrectionsanstalt. (Filiale von Waldheim.)

Die Strasse nach Chemnitz gewährt zwar hinter Neukirchen vom Eichhörnchen ab hübsche Landschaftsbilder, doch werden Touristen vorziehen von Pfaffenhain ab im Würschnitzgrund nach Schloss Neukirchen zu wandern. Man berührt später Harthau und Altchemnitz. Das intr. Klaffenbach (s. [Seite 61]) mit seiner Bergschenke und seinem Arnokreuz bleibt rechts.

25. Chemnitz-Mittweida (18 km). Waldheim (durch die Mittweidaer Schweiz 17 km) per Bahn zurück nach Chemnitz (32 km).