Leisnig. Hotel zum Rathskeller. Belvedere, reizend gelegen. Der Name soll von Lisenitz (die schöne Aue) kommen und in der That liegt die Stadt überaus anmuthig. 7000 Einw. Das Schloss über der Stadt nennt sich Mildenstein und diesen Namen hat sich auch das 1866 begründete Bad beigelegt. Im Schloss fallen zwei Wartthürme mit 9 Ellen starkem Mauerwerk auf. Wohlerhaltene Kapelle. Leisnig erhielt bereits im 10. Jahrh. Stadtrechte und betreibt heute Tuchmacherei, Gerberei und Schuhmacherei. Getreidemärkte. Bad Mildenstein ist beliebte Sommerfrische und wird namentlich von Leipzig her stark besucht. Heilanstalt. Irisch-römische und Kiefernnadelbäder. Schlosspark und Mirusgarten.
Spaziergänge. Am linken Muldenufer aufwärts finden sich die herrlichsten Promenadenwege bis nach Paudritzsch hin (3 km). Malerische Durchblicke. Hübsche Fernsichten. Die besuchtesten Punkte sind Maylust, Manteuffels Ruhe, Töpfers Ruhe, Pflanzgarten, Hölle, Nesselgrund und Eichberg. In derselben Richtung von der Stadt (5 km) liegen die Ruinen von Klosterbuch am rechten Muldenufer. 1190 wurde die Cistercienserabtei begründet. Wohlerhaltene Kapelle, in der man noch Gottesdienst abhält.
Anmerkung. Beim Dorfe Wendishain auf dem Staupen und bei Minkwitz auf dem Burgstall finden sich altslavische Rundwälle. Man geht dahin auf der Waldheimer Strasse bis nach Minkwitz, dann links ab nach Lauschka und Wendishain (6 km).
Ab Leisnig berührt die Bahn bei Schweta (Schloss und Park) die Gegend, wo die klare, wasserreiche Zschopau mit der trüben, wasserärmeren Freiberger Mulde zusammenströmt. Döbeln und weiter siehe Routennetz.
28. Chemnitz-Cossen (22 km). Lunzenau (3 km). Rochsburg (1½ km). Penig (6 km). Wolkenburg (5 km). Waldenburg (7 km). Hohenstein (12 km). Chemnitz (19 km).
Zu Fuss im Chemnitzthal entlang. (Näheres siehe Tour 21.) Mit Dampf über Burgstädt (siehe [Seite 63]). Die Göhrener Brücke siehe [Seite 72].
Anmerkung. Wer auf die Göhrener Brücke und Lunzenau verzichtet, fährt nur bis Burgstädt und geht von hier direct nach Rochsburg (3 km).
Lunzenau. Sonne. Deutsches Haus. 3500 Einw. Wollenweberei. Schuhmacherei. Schöne Muldenbrücke. Sophie Apitzsch, vulgo Prinz Lieschen, war eine Lunzenauer Zeugmacherstochter.
Der Weg nach Rochsburg führt an der reizend gelegenen Villa Friedheim, einem Chemnitzer Kaufmann Namens Eben gehörig, vorüber.