Rochsburg. Rest. Göckeritz. Fischers Gasthof. Das mehrfach gethürmte stolze Schloss liegt auf isolirtem Bergkegel über der Mulde, es gehört seit 1548 dem Hause Schönburg. Drei Schlosshöfe, zu einem ist das Thor in den Felsen gehauen. 100 m tiefer Brunnen. Der Thurm, der das Burgverliess enthielt, hat 3½ m starke Mauern. Der Zutritt ins Innere ist nur bedingungsweise gestattet. Im Schlossgarten sehr alter Epheu. Fesselnde Blicke hinab auf die Mulde. In der Kirche des Dörfchens Rochsburg beachtenswerthe Skulpturen. Pfarrlaube und Röhrensteige sind inter. Aussichtspunkte. Die Amtmannskluft und das Brauseloch liegen am Thalhang des Hufeisens, das die Mulde um den Schlossfelsen bildet.
Das herrlichste Stück Muldenthal liegt zwischen Rochsburg und Penig. Die Felswände erheben sich bis zu 100 m Höhe, tiefschluchtige Seitenthäler thuen sich auf und Felsschroffen wechseln mit Waldgehängen. Der Fluss bleibt zur Rechten. Bei der grossen Spinnerei Amerika Gastwirthschaft, die zur Arbeitercolonie gehört.
Penig. Stadt Leipzig. Hirsch. Deutsches Haus. Rest. zum Rathskeller. Zum Schützenhaus. 5800 Einw. Grossartige Papierfabrik. Zwei Schönberg'sche Schlösser. Die alte intr. Stadtkirche besitzt einen Lukas Kranach, welcher Luthern als Junker Jörge auf der Wartburg darstellt. Anstossende Begräbnisskapelle der gräfl. Schönburg'schen Familie. Das älteste Grabmonument entstammt dem Jahr 1411. Bemerkenswerther Altar und Taufstein.
Der Peniger Bahnhof und der Hühnerberg bieten für Spaziergänger hübsche Ziele dar. Der Zeisig (2 km) ist eine Schenke an der Strasse nach Leipzig, von wo aus man prächtige Aussicht auf Stadt und Umgebung geniessen kann.
Ein empfehlenswerther Fussweg führt von Penig über Thierbach und Zinnberg nach Wolkenburg. Gräfl. Einsiedel'sches Schloss mit trefflicher Gärtnerei, in der besonders auch Ananaszucht betrieben wird. Im Park Büste des Ministers Detlef von Einsiedel, der den Park umgeschaffen. Schöne Aussichtspunkte. Die Wolkenburger Kirche mit ihrem zierlichen Thurm wurde 1794 gleichfalls von demselben errichtet; sie hat geschmackvolle Reliefs von Eisenguss und ein eisernes Taufbecken. Das Altargemälde »Jesus der Kinderfreund« malte Oeser, der väterliche Freund Goethe's. Das Schloss ist zum Theil in den Felsen gehauen; es besitzt eine werthvolle Bibliothek und einige gute Gemälde. Im nahen Dorf Kauffungen, dessen Burg zerstört ist, war der Familiensitz des Ritters Kunz von Kauffungen, der den romantischen Putsch im Schlosse zu Altenburg ausführte. Das Familiengut Kunz's gehört jetzt zu Wolkenburg.
Auch unser fernerer Pfad bleibt dem schönen Muldenthal treu und führt über Herrnsdorf und Niederwinkel nach
Waldenburg. Gold. Löwe. Bär. Zur Ente. Rest. Rathskeller. In Altstadt-Waldenburg: Zum Hirsch. 3000 Einw. Ofenfabrikation und Töpferei, die von einer grossen Töpferinnung betrieben wird. Das fürstl. Schönburg'sche Schloss ist neuerbaut, nachdem es 1848 von der aufgeregten Bevölkerung eingeäschert worden war. Die goth. Stadtkirche ist nach dem Brand 1580 erneuert worden. Im Innern ein 7 m hohes Denkmal Hugo von Schönburgs, der 1596 hier beigesetzt wurde.
Der grosse fürstl. Park Greenfield, im Volke einfach Grünefeld genannt, liegt auf einem Berg oberhalb Altstadt-Waldenburg. Malerische Baumgruppen und Blumenrabatten. Mausoleum des Fürsten Otto von Waldenburg.
Per Bahn fährt man über Glauchau nach Hohenstein und Chemnitz. (Wer zu Fuss nach Hohenstein geht, kann auch seinen Weg durch den Park Greenfield nehmen.) Von der Mühle in Oberwinkel hinauf nach Dorf Callenberg. Hier Kirche in Rundbogenstyl. Bei dem einsam und hoch gelegenen Gasthaus zur Katze links nach Forsthaus Waldschlösschen und Bad Hohenstein die aussichtsreiche Strasse hinab nach Hohenstein. Siehe [Seite 66].
29. Chemnitz-Cossen (22 km). Wechselburg (2½ km). Rochlitz (über den Berg 7 km). Geithain (9 km). Frohburg (10½ km). Gnandstein (5 km). Kohren-Sahlis (3 km). Penig (13 km). Rochsburg (6 km). Burgstädt (5 km). Chemnitz (15 km).