35. Chemnitz-Zschopau (29 km). Wolkenstein (13 km). Annaberg (12 km). Buchholz (Bahnhof, 3 km). Weipert (17 km). Kupferberg (17 km). Sonneberg (12 km). Krima (5 km). Domina-Schönlind (7 km). Kommotau (9 km). Klösterle (22 km). Wotsch (9 km). Schlackenwerth (14 km). Karlsbad (12 km).
Bis Erdmannsdorf s. Näheres Routennetz. Bald wird rechts die grosse Witzschdorfer Nähfadenfabrik und später links das grosse Spielwaarendorf Waldkirchen sichtbar. Zu Fuss nach Zschopau geht man die aussichtsreiche Strasse über den Altenhain (15 km).
Zschopau. Stadt Wien. Deutsches Haus. Liebmann's Rest. Lehmann's Gartenwirthschaft. 8500 Einw. 356 m ü. M. Weberei. Spinnerei von Bodemer. In der Kirche die Kanzel und die Altarverzierungen beschaffte Fabrikant Bodemer auf eigene Kosten, auch die Stadtbibliothek ist von demselben begründet und fundirt worden. Schön über dem Zschopauthal gelegenes Seminar.
Der Name Czapowe entstammt dem Sorbischen und bedeutet Passort. Durch Zschopau ging seit grauen Zeiten bis in die Mitte unseres Jahrhunderts die grosse Verkehrsader Prag-Leipzig. Die Erweiterung des Thales war für den Uebergang über dasselbe besonders günstig und so mag wohl sehr früh schon eine Brücke und eine Ansiedelung dabei entstanden sein. Schloss Wildeck, das imposant und trotzig die Stadt überragt, ist wahrscheinlich zur Bewachung der einst wichtigen Zollstätte errichtet worden. Der alte runde Thurm soll bereits von Heinrich dem Finkler erbaut worden sein. August der Starke hielt hier den renitenten Bischof von Posen gefangen. Gegenwärtig sind Gerichts- und Forstbehörden darin untergebracht. Von der sehr hohen Zschopaubrücke aus führen Stufen hinauf zum Markt. Unten liegt der volkreiche Stadttheil, die Zschopense.
Anmerkung. Die Umgebung Zschopaus ist zwar touristisch eine recht dankbare, doch wer im Zschopauthale aufwärts dringt, kann auf die minder schönen Punkte wohl Verzicht leisten. Hier seien nur die vorzüglichsten genannt. Die Bodemerkanzel liegt am linken Zschopauufer, dem Bahnhof gegenüber. Höchst fesselndes Bild auf den Thalkessel mit der Stadt und Burg Wildeck. Sehr lohnend ist auch ein Spaziergang bis zum hochgelegenen Schiesshaus. Man sieht hier bis zum Keilberg hinauf. Auch auf der Marienberger Strasse erreicht man mit wenig Mühe eine Höhe, von der aus die Stadt mit Umgebung anmuthig vor dem Beschauer liegt.
Fussgänger nach Scharfenstein benutzen nicht die Strasse im Thalzug fort, sondern steigen hinter dem Bahnhof links den steilen Berg hinauf, hier läuft ein zweiter Weg mit dem Fluss parallel, von welchem aus man schöne Thalblicke und Fernsichten hinauf ins Centralerzgebirge geniessen kann. Der schönste Punkt nennt sich die Scharfensteiner Kanzel. (Zschopau-Scharfenstein 6 km.)
Unsere Fahrt im romantischen Zschopauthal fortsetzend, gelangen wir nach Scharfenstein. 800 Einw. 7 Stockwerk hohe Spinnerei. Das malerische Schloss Scharfenstein ist im Besitz eines Herrn von Einsiedel, dessen Vorfahren schon im Anfang des 15. Jahrh. Herren der Burg waren. 1632 eroberte sie Herzog Bernhard von Weimar. Sehenswerth sind das Burgverliess, die alten Kellereien und ein alter Wartthurm. Die Lage der Burg auf hohem Felsgrat erhöht ihren landschaftlichen Reiz.
Auch die Weiterfahrt zeigt immer neue anmuthige Thalscenerien. Fussgänger gehen ebenfalls im Thalzug aufwärts bis zum Flossrechen mit Flosshaus, einem Lieblingsplatz der Badegäste im Bad Wolkenstein, das man von hier aus leicht erfragen kann. Von hier auch auf Fusswegen an der Ahner'schen Spinnerei vorüber direct hinauf nach Wolkenstein.
Wolkenstein. Sächsischer Hof. Zur Sonne. Stadt Dresden. »Rest.: Bei der Frau Kirchenvorsteherin Ulbrich«. Schiesshaus an der Strasse nach Marienberg. Gräser's Conditorei. Bahnhof 400 m ü. M. Stadt 490 m ü. M. 2300 Einw. Posamenten. Schuhmacherei. Klöppelei. Ackerbesitz. Der Bergbau ist eingegangen. Inter. Kirche. (An der Eingangsthür zum Thurm St. Georg mit dem Lindwurm. Altarbild: Christus und die Samariterin.) Hübsches Kriegerdenkmal von einem Adler bekrönt. Schloss Wolkenstein, jetzt Sitz von Gerichtsbehörden, war ehemals ein Lieblingssitz Heinrich des Frommen, der in der Gegend nur der gute Heinz genannt wurde. Er unterhielt hier einen Thiergarten und das einsame Lehngut, die Heinzebank, 602 m hoch, an der Zschopau-Marienberger Strasse nennt sich nach ihm, wie auch der nahe Heinzewald. Hier soll Heinrich sich des weiten Rundblicks nach der Jagd im Heinzewald öfter erfreut haben. Vom Gebirgsverein zugänglich gemachte Punkte bei Wolkenstein sind: Die Falkenhorstwand, der Heidelbachfelsen und die Brückenklippe.
Vom Schloss hat man hübsche Thalblicke, am schroffen Berghang finden sich verwegene Bergpfade. Noch schöner ist der Blick von der nahen Villa Maxenstein, dem Buchhändler Spamer gehörig. Unter der Villa Parkanlagen, die von 10 bis 3 Uhr dem Publikum offen gehalten werden.