Auf dem Gottesacker ist die merkwürdige säulengestützte Linde sehenswerth, die nach einer Sage verkehrt eingepflanzt wurde. (Man nimmt an, der Wind habe sie umgeworfen, wodurch sich die Aeste zu Wurzeln und die Wurzeln zu Aesten umbildeten. Jedenfalls ist der Baum seiner Form nach ein höchst seltsamer.) Das Grabmal der Barbara Uttmann steht im vorderen Theile des Kirchhofs, es trägt folgende Inschrift: Sie ward durch das im Jahre 1561 von ihr erfundene Spitzenklöppeln die Wohlthäterin des Erzgebirgs. Auf der Rückseite steht:

Ein thätiger Geist, eine sinnige Hand,
Sie ziehen den Segen ins Vaterland.

Spaziergänge. Vor dem Buchhölzer Thor links den Zickzackweg hinauf. Hübsche Anlagen. Oben schöne Aussicht auf das Obererzgebirge. Dann an der kath. Kirche vorüber und hinab an das Wolkensteiner Thor. Hier liegt das Seminar; in den Anlagen das Kriegerdenkmal. Von der Strasse hübsche Aussicht nach dem Greifenstein zu. Sehr empfehlenswerth ist die Ersteigung des nahen 832 m hohen Pöhlbergs. Der Basaltkegel ist zwar verwachsen, doch hat man von den Schneussen, die vom Triangulirungsstein auslaufen, schöne Thalbilder auf Annaberg, Buchholz, Königswalde und Mildenau und Fernsichten auf die Berggruppen des Centralgebirgs. Bequemer ist es, den Weg unten rings um den Kegel zu gehen, er gewährt auch freie Aussicht und führt uns an der Geiersdorfer Seite an den sogenannten Butterfässern (gewaltige Basaltsäulen) vorüber.[1] Ueber der Sehma drüben erhebt sich der Schreckenberg, der von einer künstlichen Ruine gekrönt ist, die an Stelle des alten Hochgerichts aufgemauert worden. Ein Besuch lohnt sich durch den prächtigen Anblick, den die Stadt Annaberg am Fuss des Basaltkegels, dem Pöhlberg und geschaart um die grosse Annenkirche, darbietet. Mit dem Ersteigen des Schreckenbergs lässt sich ein Besuch von »Markus Röhling« verbinden. Es ist das ein vielbesuchtes Bergwerk mit Gastwirthschaft.

Buchholz. Schwesterstadt Annabergs, 2 km entfernt. Deutsches Haus. Waldschlösschen. Felsenkeller. Felsenschlösschen. Rest. im Bahnhof oberhalb der Stadt. Am Rathhaus 558 m ü. M. 6600 Einw. Die Industrie gleicht der Annaberger, auch die geschichtliche Entwicklung hat »St. Katharinenberg im Buchholz«, wie sie ehemals hiess, mit Annaberg gemein, und ist jenes mehr Sitz der Spitzenindustrie, dieses mehr Sitz der Posamentirerei gewesen. Eigenartige Industrien sind die Perlenweberei und die Fabrikation von Sargverzierungen, wie auch die Korkschneiderei.

Die von Möckel fast neuerbaute goth. Hauptkirche enthält sehr gute Gemälde aus der Wohlgemuth'schen Schule. Stylvolle Ausstattung, deren Eindruck durch farbige Butzenscheiben erhöht wird. Die Begräbnisskapelle besitzt gleichfalls Bilder aus der Schule Wohlgemuths, denen bergmännische Motive zu Grunde gelegt sind.

Spaziergänge. An der alten Strasse nach Schlettau bieten sich gute Aussichtspunkte ganz in der Nähe der Stadt. Die Strasse steigt 689 m an. Die städtischen Anlagen oberhalb der Stadt über dem Bahnhof gewähren gleichfalls gute Ausblicke. Am Eingang zu den Anlagen Denktafel an die 1870–71 in Frankreich gefallenen Söhne der Stadt.

Nach Weipert zu Fuss 10 km, per Bahn 20 km. Die Strasse, fast immer aussichtsreich, führt am Bärenstein vorüber. (An der Strasse unter dem Berg vielbesuchtes Gasthaus.) Die Bahn bleibt zunächst im Sehmathal, überschreitet in Cranzahl auf sehr hoher Gitterbrücke das Thal und windet sich in weitem Bogen um den Bärenstein nach Weipert. (Sekundärbetrieb.)

Weipert. Grenzstation. Zollvisitation. Zahms Gasthaus. Stadt Leipzig. Zum Rathhaus. Langers Rest. Schwabs Weinstube. Die Stadt liegt an den Thalhängen der Pöhla hart an der Grenze. 6000 Einw. Gewehrfabrikation. (Meist Jagdgewehre, à 70 bis 200 fl., auch Revolver, Pistolen und Scheibenstutzen.) Posamenten.

Bärenstein, auf sächs. Seite, ist ein Marktflecken von 2000 Einw. Billiger Gasthof. Der Bärenstein erhebt sich dicht über dem Ort, ist 896 m hoch und gewährt auf seinem Plateau umfassende Rundblicke auf das ganze Centralerzgebirge mit zahlreichen Städten und Dörfern; er ist unter den 3 gleichartiggeformten Basaltkegeln des Centralerzgebirgs der höchste und der aussichtsreichste, auch seine Abhänge sind steiler und, namentlich nach dem Sehmathal zu grotesker. Am Fusspfad hinauf steht ein Denkstein an König Johann, der den Berg mehrmals besuchte.