Anmerkung. Im Pöhlthal aufwärts sowohl auf sächsischer, als auch über das vielbesuchte Schlössel auf böhmischer Seite gelangt man nach Oberwiesenthal (11 km). Siehe Routennetz. Eine andere Variante ist von Weipert die schöne Waldstrasse über Pleyl nach Pressnitz (9 km). Siehe Routennetz.

Die Bahn ab Weipert (Buschtihrader) windet sich im Pöhlthal auf und strebt bei Schmiedeberg (2800 Einw., Holzdrahtfabrik zu Zündhölzchen) energisch der Kammhöhe zu. Pallisaden und Schneedämme zu beiden Seiten zeigen an, dass wir auf einer echten und gerechten Gebirgsbahn fahren. Auf dieser Höhe liegt ein Tract von 28 km, der durch seine winterlichen Verwehungen berühmt geworden ist.

Bald zeigt sich links der Spitzberg bei Orpus und rechte der ganz unvermittelt in die Landschaft hingesetzte Kupferhügel.

Kupferberg. Deutsches Haus. Post. Rathskeller. Bergners Gasthaus am Kupferhügel. Nachtlager 80 Kr. Weinschank beim Bürgermeister. 1500 Einw. Klöppelei. Posamenten. Der Kupferbergbau ist ganz zum Erliegen gekommen.

Der 926 m hohe Kupferhügel oder Hübl, der von einer Kapelle bekrönt ist, zählt zu den besten Aussichtspunkten auf dem Kamm. Auf diesem selbst erblicken wir den Hassberg, den Spitzberg bei Orpus, Fichtel- und Keilberg, den Hauenstein u. a. Nach Böhmen hinein schweift das Auge frei über die Saazer Ebene hinweg bis zum Weissen Berg bei Prag, ferner sehen wir das Karlsbader und das Teplitzer Mittelgebirge bis zum Millischauer. Auf dem Lysenkamm fällt besonders die Ruine Leskau ins Auge, näher her liegt die Ruine Schönburg. Das schönste aber ist die lachende Saazer Ebene mit dem weithin glitzernden Silberstreifen des Egerflusses.

Anmerkung. Zwei Wege fuhren hinab nach Klösterle. Erstens die Strasse. Links unter der Stadt seltsame Conglomeratfelsen mit herrlicher Fernsicht und schönen Thalblicken. Auch ein Plattensteinbruch ist sehenswerth. An der letzten grossen Strassenkrümmung Fussweg links gehen. Derselbe, zwar steil, lohnt doch durch höchst anmuthige Partien. Weglänge 8 km. Der andere Weg ist 11 km lang, doch um Vieles schöner. Man berührt Steingrün, Kleinthal und Pürstein. (Zum Eisenhammer. Schlossruine.) Von Pürstein an der aussichtsreichen Ruine Schönburg vorüber nach Klösterle. Schluchtige Thalzüge, aussichtsreiche Höhen, Ruinen, hölzerne Häuschen geben originelle Landschaftsbilder, die zuweilen auch an Hochgebirgsthäler erinnern.

Unsere Weiterfahrt ab Kupferberg zeigt uns links in kahler Gegend Reischdorf, wo einst das Grossfuhrwerk in hoher Blüthe stand. Etwas ferner liegt das sang- und klangreiche Pressnitz, vom finstern Hassberg überragt.

Sonneberg. Zum Fassel. 815 m ü. M. Klöppelei. Posamenten. Man pflegt auch hier den Volksgesang, wie in Pressnitz. Die neue stattliche Kirche ist noch tief im Böhmerland sichtbar und gilt dort als eine Art Wahrzeichen des Erzgebirgs. Prächtige Aussicht hinab ins Egerland und auf das Mittelgebirge. (Die nahe, hochintr. Ruine Hassenstein siehe Register.)

Bei Station Krima-Neudorf, wo die Linie von Marienberg-Reitzenhain her einmündet, beginnt in starken Curven die Senkung der Linie nach Kommotau hinab. Links liegt der romantische Kommotauer Grund. Hinter Station Domina-Schönlind herrliche Blicke auf die Ebene und Erz- und Mittelgebirge. Mit jeder Curve verändert und verschiebt sich die grossartige Scenerie zu neuen fesselnden Bildern. (Gefäll 1 zu 50.)

Kommotau. Vom Bahnhof zur Stadt 2 km. Omnibus 20 Kr. Kommotau siehe [Seite 85].