Die Weiterfahrt interessirt besonders durch Blicke auf den Steilhang des Erzgebirgs. Hoch oben fällt Station Domina-Schönlind besonders auf. Brunnersdorf ist zugleich Station für Kaaden (siehe [Seite 105]). Von hier ab verengert sich das Egerthal und hochromantische Thalbilder thuen sich auf.

Klösterle. Rathhaus am Markt. Am Weg zum Bahnhof »Zum Brauhaus«. (Schöne Aussicht vom Garten auf Schloss und Stadt. Das Brauhaus ist neuerdings zu einer Art tourist. Standquartier erhoben worden.) 2500 Einw. 269 m ü. M. Die Stadt mit ihrem gräfl. Thun'schen Schloss erfreut sich einer hochromantischen Lage. Schlossgarten. Auf dem Markt Mariensäule und Bassin mit schlechten Figuren, welche die Erdtheile darstellen sollen.

Kleine Ausflüge ab Klösterle. Nach Roschwitz und Ruine Leskau. Man geht Egerabwärts bis zur Fähre bei Kirchdorf Roschwitz (3 km) und setzt hier über. (Der Fährmeister hält den Schlüssel zur Ruine Felixburg in Verwahrung.) Ueberreste von alten Freskogemälden. Gute Aussicht auf Klösterle, Ruine Leskau, Schönburg, den Lysenkamm, wie auf den Steilhang des Erzgebirgs. Nun nach Dorf Leskau, 1½ km, durchs Dorf Roschwitz aufwärts. Besuch der malerisch gelegenen Ruine.

Eine zweite dankbare Partie führt direct nach Kupferberg, 9 km, oder über Pürstein und Kleinthal, 11 km. Siehe Näheres unter Kupferberg.

13 km ober Klösterle liegt Station Warta. (Zur Sonne.) 3½ km von hier im herrlichen Thalkessel

Schloss Hauenstein. Man geht dahin über das sogenannte Paraplui. Ein lohnender, freilich weiterer Weg führt über Ruine Himmelstein auf hochragendem Basaltfels. Herrliche Umschau auf die groteske, vulkanische Bergwelt mit ihren steilen Gipfeln und tiefen Thälern. Wir sehen den Herrgottsstuhlberg, den Eichleithenberg, den Hengstberg und den Koppenberg als die hervorragendsten. Das schluchtartige Egerthal und das Höllthal mit dem Dorfe Höll fesseln nicht minder die Blicke. Energischer wird die Terrainbewegung weit und breit nicht zu finden sein. Von der Ruine sind nur noch Mauerreste übrig. Man geht von hier hinab nach Dorf Höll, Gesmesgrün und nach Schloss Hauenstein. Das Schloss gehört zur Herrschaft Pressnitz. Um die hochgelegene Kapelle schöne Anlagen, die zum Eichelberg hinaufführen. Hier schöne Aussicht auf das Egerland, das Fichtel- und Erzgebirge, sowie auf die Burgruinen Engelhaus und Himmelstein, wie auf das nahe Egerthal. Rest. in gefälligem Fachwerkbau.

Man kehrt nun direct zur Station Wickwitz oder an die Eger zurück. Hier verlässt die Bahn den Fluss und strebt am Wickwitzbach aufwärts nach

Schlackenwerth. Elephant. Altes Rathhaus. Stadt Karlsbad. 2200 Einw. 425 m ü. M. Das Schlackenwerther Schloss ist eine Besitzung des Grossherzogs von Toskana. Im Park treffliche Restauration. Zinnbergbau. (Schlackenwerther Bier.) Schöne Blicke auf das nahe, hier sehr imposante Erzgebirge, dessen höchster Berg, der Keilberg, seine bewaldeten Gipfel über den langen Kammzug erhebt.

Auf weiten Kurven erreichen wir das Egerthal wieder und damit die Stadt Karlsbad. Links der Bahn vor Karlsbad liegt Dallwitz mit Schloss und Porzellanfabrik und seinen uralten Linden, welche von Theodor Körner besungen wurden. Um die stärkste zu umfassen, bedarf es 7 Personen. Von Dallwitz zu Fuss nach Karlsbad geht man über Thranitz, wo die Eger zu passieren ist.