Sehenswürdigkeiten. Ausser den Quellen und Colonaden besichtige man die Kirchen. Russen, Anglikaner, Israeliten, Protestanten und natürlich auch die kath. Einwohner und Badegäste haben eigene Kirchen. Dem Kaiser Karl IV., dem Begründer des Bades, sind zwei Denkmäler gewidmet, eins steht im Stadtpark, das andere am Rathhaus. Auf der Göthewiese das neue Göthedenkmal von Prof. Zumbusch. Eine Büste David Bechers (1792 verstorben, sehr verdient um Karlsbad), ferner der Schwarzenberg-Obelisk, die König Otto-Säule auf der König Otto-Höhe und die Erinnerungstafeln an Schiller und Göthe an den Häusern zum Weissen Schwan und Zum Mohren verdienen Beachtung. In der Kapelle des Militärbadehauses finden sich gute Freskomalereien, welche die Sage der Entdeckung des Sprudels darstellen. Im grossartigen Kurhaus luxuriöse Lese- und Restaurationszimmer und ein geologisches und geognostisches Museum von besonderem Interesse für lokale Studien.
Spaziergänge. Das Promenadennetz in der herrlichen Umgebung ist ein so dichtes und verschlungenes, dass für nur einigen Aufenthalt die Beschaffung eines Franeck'schen Promenadenplans dringend zu empfehlen ist. (10 Kr.) Die beliebtesten Punkte sind der Hirschensprung über der Stadt, die Josephshöhe mit Thurm und herrlicher Aussicht auf Karlsbad, Egerthal und Erzgebirge. Sodann ist der Dreikreuzberg zu nennen mit Camera obscura. Nicht weit davon liegt die 667 m hohe König Ottos-Höhe mit Säule, 1½ km weiter ganz auf dem Gipfel ist ein Punkt, das Ewige Leben genannt, der eine grossartige Rundsicht auf Erz- und Mittelgebirge und auf das Egerthal gewährt.
Diese sämmtlichen Punkte erfordern Steigung. Bequemer liegen die Spaziergänge Teplaufwärts bis nach Pirkenhammer (3½ km). Hotel Habsburg. Leipolds Garten. Omnibus bis Pirkhammer 50 Kr. Grosse Porzellanfabrik; in derselben Ausstellungssaal. Der Portier übernimmt die Führung. Von Pirkhammer aus ersteigt man die Mecsery-Höhe (616 m), von der man das Karlsbader- und Erzgebirge überschaut. Auf Ersterem dominirt besonders die Ruine Engelhaus.
Kleine Ausflüge. Nach dem Aberg und Aich (5½ km). Man kann über die Franz-Josephs-Höhe nach dem Aberg gehen. 609 m Seehöhe. Sommerrest. (Kein Bier.) Die Aussicht vom Thurm ist frei und grossartig. Man übersieht das Karlsbader Gebirge mit der Ruine Engelhaus, das Egerthal, in dem besonders Maria-Kulm auffällt, und Erz- und Fichtelgebirge. Nun hinab an die Eger zum Hans Heilingfelsen. Sommerrest. Die Felsengruppen am linken Egerufer nennen sich Heilingfelsen der Sage zu Ehren vom Hans Heiling, die durch Musik und Dichtung hinreichend bekannt sein dürfte. Zurück nach Karlsbad über Aich und Donitz 8 km.
Nach Ruine Engelhaus, 8 km. Man geht dahin auf der vielgewundenen Prager Strasse. Das Städtchen Engelhaus (zum Rathhaus) ist an sich klein und ärmlich. Die imposante Ruine liegt über dem Städtchen auf einem 612 m hohen Basaltfelsen; sie gehört dem Grafen Czerin, der auch die Herrschaft Giesshübel besitzt. Die Sage erzählt, ein englischer Edelmann habe die Tochter seines Königs verführt und sei mit dieser in das wilde Gebirge geflohen und habe hier für seinen »Engel« die Burg Engelhaus errichtet. 1448 erstürmten die Eger'schen Bürger die Veste, in der sich Raubritter eingenistet hatten. Die jetzigen Ruinen sind im 30jähr. Krieg durch die Schweden entstanden. Mächtige Ringmauern und verwitterte Thürme heben sich keck und höchst malerisch in die Lüfte. Herrliche Fernsicht auf Erz- und Mittelgebirge und auf das Egerthal. Man kann von hier über Eichenhof nach dem Giesshübler Sauerbrunnen bei Rodisfort gehen. 7 km.
Nach dem Giesshübler Sauerbrunnen. Ueber Drahowitz, Satteles und Eichenhof. 11 km. Herrliche Thalwanderung, die Eger in der Tiefe zur Linken. Täglich mehrere Omnibusse ab Karlsbad. Der Giesshübler Säuerling giebt mit Wein und Zucker vermischt, ein prickelndes und sehr erfrischendes Getränk. Hotel zum Sauerbrunnen. (Bett 1 fl.) Vom Thurm der Weberhöhe sehr schöne Thalbilder. Curhaus. Die Otto-Quelle nennt sich nach dem König Otto von Griechenland, welcher öfter hier verweilte.
36. Chemnitz-Kommotau (125 km). Seestadtl (12 km). Brüx (9 km). Dux (11 km). Teplitz (8 km).
Bis Kommotau siehe Tour 35. Wir überschreiten ab Kommotau die kleine Terrainwelle, die die Biela von der Eger fernhält und zum selbstständigen Lauf in die Elbe zwingt.
Seestadtl. Kleines Städtchen mit freiem Ueberblick auf Erz- und Mittelgebirge; zu seinen Füssen breitet sich eine grosse Ebene, die Seewiesen genannt, aus; die ganze Fläche war ehemals ein See.