Ausflug nach der Marienhütte (4 km). Kainsdorf, zu welchem die Marienhütte gehört, zählt 2860 Einw. Die Hüttenwerke zählen zu den grössten Deutschlands. 80 Beamte. 1700 Hüttenarbeiter. 400 Kohlenbergleute. Die Frachtenbewegung ersteigt die Riesenziffer von 250 000 000 Kilo. Man verladet und empfängt pro Woche etwa 1000 Waggons und Lowrys. Besonders interessant ist die Schienenfabrikation und die Bessemerstahlbereitung. Von der Marienhütte wandert man nach Planitz. 10 000 Einw. Hier ist ein Kohlenflötz seit Jahrhunderten in Brand, d. h. es schweelt im Erdinnern. Zuweilen steigen Dämpfe auf. Schnee bleibt auch bei strenger Kälte auf der immergrünen Rasendecke nicht liegen. In den Treibhäusern des Rittergutes benützt man diese natürliche tropische Wärme zur Erzeugung einer herrlichen Flora. Bockwa, dicht an Kainsdorf gelegen, dürfte wohl das reichste Dorf Deutschlands sein. Die Bauern, durch die Kohlenschächte reich geworden, wohnen in prächtigen Villen, Gas erleuchtet die Dorfgassen und die stattliche neue Kirche würde einer grösseren Mittelstadt zur Ehre gereichen. Auch Schedewitz und Hohnsdorf sind reiche Kohlendörfer.


Touren ab Zwickau.

46. Zwickau-Waldenburg (24 km). Wolkenburg (6 km). Penig (5 km). Rochsburg (6½ km). Cossen (4½ km). Rochlitz (9½ km). Colditz (11 km). Grimma (16 km). Leisnig (22 km). Döbeln (16 km). Waldheim (9½ km). Mittweida (über Kriebstein und Ringethal 13½ km). Chemnitz (18 km). Zwickau (49 km).

Anmerkung. Sämmtliche hier genannte Routen, die alles touristisch Interessante an den unteren Mulden und an der unteren Zschopau einschliessen, haben bereits Beschreibung in anderen Touren gefunden und es sei deshalb auf das Routennetz verwiesen. Dasselbe gilt auch von der nächstfolgenden Tour Nr. 47.

47. Zwickau-Rochlitz (55 km). Geithain (9 km). Frohburg (10½ km). Kohren (über Gnandstein 8 km). Penig (13 km). Zwickau (35 km). Näheres siehe Routennetz.

48. Zwickau-Wiesenburg (11 km). Aue (18 km). Schwarzenberg (11 km). Johanngeorgenstadt (17 km). Platten (6½ km). Bäringen (3½ km). Lichtenstadt (10 km). Karlsbad (12 km).

Wir fahren am Besten mit Dampf durch das Zwickauer Schachtrevier und an der Marienhütte vorüber. Bei Station Wiesenburg rechts Schloss und Ruine Wiesenburg. In den restaurirten und neuerrichteten Gebäuden ist ein Bezirksarmenhaus untergebracht. Das Muldenthal wird enger und romantischer. Bei Stein, Station für Hartenstein, das interessante Schloss Stein. Die Mauern sind ähnlich, wie bei dem Schloss zu Weesenstein mit dem Felsen verwachsen, der bis zum dritten Stockwerk reicht. Der seltsame Bau steht dicht am Wasser, was ihn besonders romantisch erscheinen lässt.

Anmerkung. 2½ km von Stein entfernt muldenaufwärts liegt links des Weges am Abhang die Prinzenhöhle; es ist das ein verlassener Bergstolln, ehemals die Teufelskluft genannt. (20 m tief.) Die Ritter Mosen und Schönfels, die Genossen des Kunz von Kauffungen, hielten sich hier drei Tage lang mit dem Prinzen Ernst verborgen, traten dann bekanntlich mit dem Amtmann von Hartenstein in Unterhandlung, welche die Rückgabe des geraubten Prinzen zur Folge hatte. (11. Juli 1455.)