Von Schönheide ab empfiehlt sich Bahnbenutzung. Die Mulde wird wasserärmer und das Thal ist weniger tiefeingeschnitten, daher landschaftlich weniger ausgiebig.
Rautenkranz. Zum Pflug. 616 m ü. M. Echtes Walddorf. Die männliche Bevölkerung findet zumeist ihr Brod durch die grossen Staatsforsten. Die Mädchen und Frauen betreiben die gleichen Industrien, wie Eibenstock.
Anmerkung. Morgenröthe (s. [S. 130]) liegt nur 3 km von hier im schönen Thale der Pyra. 3 km weiter hinauf gelangt man nach dem einsamen Sachsengrund. (7 Häuser.) Von hier führen Waldwege auf den breiten Rücken des 965 m hohen grossen Rammelsberges, dem höchsten Berge des westlichen Erzgebirges, der gleichsam den Grenzstein zwischen Erzgebirge und Voigtland darstellt; sein Gipfel trägt selbst grosse Forsten und er überragt ein unabsehbares Waldgebiet, das die Auerbacher, die Eibenstocker, die Sauersacker und Schönecker Forsten einschliesst. Von Sachsengrund über den Gr. Rammelsberg nach dem aussichtsreichen Aschberg in Böhmen 4 km. Nur mit Führer oder Specialkarte. Aschberg s. Routennetz.
Der Tour treu gehen wir im anmuthigen Zinsbachthale aufwärts nach Bad Reiboldsgrün.
Bad Reiboldsgrün, 678 m hoch, liegt inmitten grosser Forsten. Dr. Driever, der selbst einst Heilung an Ort und Stelle gefunden, leitet hier ein Bad für Lungenkranke nach denselben Principien, nach denen die Bäder Davos und Göbersdorf geleitet werden. Die Reiboldsgrüner Quelle ist ein starker Eisensäuerling (ausserdem Moor- und Stahlbäder). Schöne Waldpromenaden, idyllisches Badeleben. Im Restaurant finden auch Touristen Verpflegung. Eine herrliche Aussicht gewährt die nahe Goldene Höhe, 734 m ü. M., mit Aussichtsthurm. Umfassende Ueberschau über das reich angebaute thälerdurchzogene Voigtland mit seinen Riesenviaducten und Aussicht auf die fränkischen Berge und thüringischen Vorberge, die das Voigtland einfassen. In der Nähe grossartige Forsten. (Der Thurm erhebt sich auf dem langen Höhenzug, der das Erzgebirge vom Voigtlande scheidet und zwar an einer für Touristik höchst bevorzugten Stelle.)
Nun hinab auf der Strasse nach Auerbach. Unterwegs hübsche Ausblicke auf das Voigtland.
Auerbach. Hotel Becker. Braunes Ross. Zum Kronprinzen. Rest. zur Centralhalle. Rathskeller. Kasino. 6300 Einw. Am Gerichtsamt 468 m ü. M. Am Bahnhof 542 m ü. M. Weberei. Buntstickerei. Auerbach war einst Centrale des voigtländischen Pech- und Russhandels. Pechhütten befinden sich noch bei Schönheide, in Tannbergsthal und Schnarrtanne. Die Pechsieder sind meist aus den Dörfern Beerheide und Brunn gebürtig. Das Pechreissen geschieht im Frühjahr, wird aber nur an solchen Bäumen ausgeführt, welche zum Abtrieb gelangen sollen und auch an diesen immer seltener.
In Auerbach befindet sich auch ein Seminar; ferner ein Rittergut, an welchem ein uralter Schlossthurm zu besichtigen ist; von seinen Zinnen hübsche Blicke auf Stadt und Umgebung.
Nach Lengefeld auch Eisenbahn. Die Strasse führt über das grosse Dorf Rodewisch und über Niederauerbach. In Rodewisch werden meist Einsätze für Herrenhemden fabricirt.