Lengenfeld. Sächsischer Hof. Zum Löwen. Rest. zur Post. Hofmanns Rest. Zur Quetsche. Schiesshaus. 5200 Einw. Am Bahnhof 496 m ü. M. Tuchweberei. Die anmuthig an der Göltzsch gelegene Stadt ist nach dem Brande 1865 fast neuerbaut worden. Gefällige Kirche.

Nach Zwickau zurück benutzt man von hier die directe Bahn.

54. Zwickau-Rautenkranz (57 km). Jägersgrün (2 km). Tannbergsthal (2 km). Sachsenberg (7½ km). Grasslitz (6½ km). Klingenthal (5 km). Hoher Stein (9 km). Markneukirchen (7 km). Adorf (5 km). Elster (5 km).

Bis Rautenkranz s. Routennetz. Bei Stat. Jägersgrün verlassen wir die Bahn. (Am Gasthof 634 m ü. M.) und gehen nach Tannbergsthal.

Anmerkung. Wer den Topasfelsen, vulgo Schneckenstein, besuchen will, geht von Tannbergsthal, die grosse Fabrik links lassend, nach dem Weiler Boda und von hier mit Führer oder Specialkarte hinauf nach dem Felsen, der sich ziemlich unvermittelt etwa in der Höhe eines Tannenbaumes von einem Waldplateau abhebt. Seehöhe 874 m. Ein schneckenförmiger Felspfad führt auf den Gipfel, von dem man eine eigenartige Aussicht auf die grossen Grenzforsten geniesst, in denen man die Einsenkung der jugendlichen Mulde weithin wahrnehmen kann. Man findet in dem Gestein unzählige rostbraune Topaskrystalle, die weingelben, reinen sind freilich nur selten. Am Fusse des Felsens ein kleines Prebischthor mit Inschrift. (Bergleute drangen hier ohne Erfolg in die Tiefe.) Mit Specialkarte oder Führer auf einer der grossen Waldschneussen nach dem Tannenhaus und nach Schöneck (10 km) oder auf einem Fusspfad hinab nach Brunndöbra. 5 km.

Der Tour treu lassen wir die Tannbergsthaler Fabrik rechts und verfolgen die Strasse, die, an einem einsamen Flossteich vorüber, bis 860 m ansteigt. Dann auf den Südabhang hinab nach Steindöbra. (Inter. Holzhäuser echtes Gebirgsdorf von tyrolischem Anstrich.) Am Gasthof zum Stern hinauf nach Obersachsenberg. Gasthaus. Weitzerstreutes, armseliges aber herrlich gelegenes Dorf. Weissstickerei. Man besuche eine der Hütten. Im Fenster hängt der unvermeidliche »Grünitz« (Kreuzschnabel), die Frauen sticken an den feinsten Arbeiten und singen und lachen dabei und ein grosser Kindersegen belebt die blankgescheuerte Stubendiele. Grosse Armuth und helles Vergnügen wohnen kaum wieder so eng beisammen wie hier. Nun an den Grenzsteinen hinauf nach dem

Aschberg. 925 m ü. M. Triangulirungsstat. Herrliche Fernsicht auf das böhmische Mittelgebirge, das Egerland, auf die Höhen des Voigtlandes und auf die Waldregionen des Gebirgskammes. Aber auch die nahen Thalbilder nach Sachsenberg, Brunndöbra, Zwota, Klingenthal und Grasslitz hin sind sehr anmuthige.

Anmerkung. Mit Verzicht auf Grasslitz gehe man den Staffelweg hinab an die Strasse Jägersgrün-Klingenthal und durch einen reizenden Thalgrund nach Klingenthal.

Nach Grasslitz führt der Weg von Obersachsenberg durch Schwaderbach und durch ein ödes verlassenes Thal, in dem man früher auf Kupfer bedeutenden Bergbau getrieben, dessen Hinterlassenschaft die traurigsten Trümmerhaufen und Schutthalden bilden. Der felderbedeckte Berg mit dem scharfgratigen Rücken zur Linken ist der Hausberg.

Grasslitz. Kaiser von Oesterreich. Zum Herrenhaus. 490 m hoch an der Zwota gelegen. 6500 Einw. Industriereiche Stadt mit grossen Spinnereien und Webereien; auch betreibt man die Fabrikation musikalischer Instrumente wie zu Klingenthal und Markneukirchen (Näheres [S. 139]). Die alte Pfarrkirche besitzt einen inter. Hochaltar und alte Holzschnitzereien.