Schöneck und weiter siehe Routennetz.
59. Plauen-Oelsnitz (per Bahn 21 km, die Strasse an dem 510 m hohen Kulmberg vorüber nur 10 km). Adorf (13 km). Elster (5 km). Franzenbad (ab Mühlhausen per Bahn 33 km). Eger (7 km). Königsberg-Mariakulm (15 km). Karlsbad (37 km).
Die Bahn folgt einer grossen Krümmung des Elsterflusses, dessen Thalsohle auch die Hauptlinie bei Kürbitz gewinnt. Es empfiehlt sich auch zu Fuss über Kürbitz, Weischlitz und Laneckhaus bis Station Rosenthal-Pirk zu gehen und von hier ab erst zu fahren.
Oelsnitz. Goldner Engel. Wilder Mann. Sonne. Norddeutscher Hof. Stadt Dresden. Rest. zur Post. Zum Rathskeller. Zum Schiesshaus. 6000 Einw. 409 m ü. M. Halbwollweberei. Gerberei. Corsettfabrik. Die Stadt, 1859 abgebrannt, ist fast gänzlich neu aufgebaut. Neu sind auch die beiden schlanken Thüren der goth. Kirche, welche in ihren Hauptbestandtheilen den Brand überdauert hat. Schönes Rathhaus. Das nahe hochgelegene Schloss Voigtsberg, ehemals eine Residenz der Plauen'schen Landvoigte, das mit seinen Thürmen sich gar malerisch ausnimmt, birgt jetzt ein Weibergefängniss.
Oelsnitz ist der Hauptort der Elsterperlenfischerei, welche 1880 auf der Fischereiausstellung in Berlin viel Aufsehen erregte und mit dem ersten Preis gekrönt wurde. Die Perlfischerei ist ein Staatsregal und wird ausschliesslich von den Mitgliedern der Oelsnitzer Familie Schmerler betrieben. Zuweilen findet man Perlen von der Grösse einer Lampertsnuss, deren Alter man auf 100 Jahre schätzt. Eine Perle gewöhnlicher Grösse braucht 10 Jahre zum Wachsen. Unreife Perlmuscheln werden mit dem Datum versehen und wieder in den Fluss eingesetzt. Diese kleine seltsame Wasserindustrie oder Muschelzucht ist Ursache zur Adorfer Muschelindustrie geworden.
Auch oberhalb Oelsnitz bleibt Bahn und Strasse der Elster treu, die hier ein nicht tief eingeschnittenes, aber doch lachendes Thal bildet.
Adorf. Hotel Schumann. Goldner Engel. Löwe. Rest. zum Rathskeller. Feldschlösschen. Schiesshaus. 3450 Einw. Am Bahnhof 444, am Gerichtsamt 482 m ü. M. Liegt auf einer Höhe über dem Elsterthal. Instrumentenfabrikation. Musikschule. Landbau. Eigenartig ist die Adorfer Muschelindustrie, welche ihren Ursprung der Elsterperlfischerei verdankt. (Siehe unter Oelsnitz.) Jetzt verarbeitet man nicht nur Elstermuscheln und solche aus Bayern und Oestreich, sondern auch solche aus fernen Welttheilen. Es bestehen vier grössere und mehrere kleinere Firmen. Man fertigt allerliebste Sachen und Sächelchen und es bilden diese zierlichen Gegenstände im Bade zu Elster während der Saison einen Hauptschmuck der dortigen Verkaufshallen. Die Portemonnaies, Haarpfeile, Kämme, Gürtelschlösser etc. gehen selbst nach Frankreich, England und Amerika.
Adorf ward im 30jähr. Krieg als Festung stark in Mitleidenschaft gezogen. Der gefürchtete General Holke soll hier an der Pest verstorben sein, während die Adorfer Einwohner sich in den grossen Auerbacher Wäldern versteckt hielten.
Schöne Thalwanderung auf der Strasse nach Bad Elster. Wer auf Adorf verzichtet, fährt bis Station Mühlhausen und geht von hier auf schönem Promenadenweg nach dem grössten sächsischen Badeort.
Bad Elster. Wettiner Hof. Hotel de Saxe. Bauers Hotel. Reichsverweser. Daheim (Touristenhotel). Rest. Elstergarten. Heiterer Blick. Bellevue. Gute Quelle. 2000 Einw. Am königl. Bad 473 m ü. M. Herrliche Lage im engen romantischen Elsterthal. Die Quellen des Bades sind alkalisch-salinische Eisenwässer, darunter ein Glaubersalzsäuerling. Auch Moorbäder werden abgegeben. Ein Mineralbad 1,50 Pf., ein Moorbad 2 Mk. Douchebad 60 Pf.