Elster ist vorwiegend Frauenbad und die Quellen gleichen denen zu Franzensbad, dagegen ist die Lage Elsters eine um vieles glücklichere wie die des nahen, stolzen Luxusbades. Das Badeleben ist weniger auf den grossen Fuss wie dasjenige in den böhmischen Bädern gestellt, doch ist es ein sehr geselliges und behagliches; es culminirt und pulsirt am lebhaftesten am Brunnenplatz vor den Königl. Badegebäuden mit ihren Wandelbahnen (Marienquelle, Königsquelle und Albertquelle). Die Saison 1880 wies gegen 5000 Kurgäste auf, unter denen sich sehr viele Nichtdeutsche (Russen, Polen, Engländer) befanden. Die Trink- und Badezeit beginnt Morgens 7 Uhr, in der Hochsaison ½7 Uhr, zu welcher Zeit die Badekapelle Concerte abhält. Dienstags und Freitags Abendconcerte im Kursaal. Als Andenken von lokalem Werth empfiehlt sich ein Gegenstand aus den prächtigen Elstermuscheln, wie sie in den Kaufhallen ausgelegt sind.

Die Umgebung Elsters ist reich an schönen Promenaden, namentlich auf dem Brunnenberg, die sich an die Anlagen des Badeplatzes anschliessen und diejenigen im Thalzug zur Salz-, Johannes- und Moritzquelle. Sodann sind zu nennen: der Elstergarten, der Heitere Blick und Schillereiche, alles treffliche Punkte.

Ein beliebter Ausflug ist der nach dem böhmischen Dörfchen Grün (2 km). Hier liegen die vielbesuchten Sommerrestaurants zur Drahtmühle, zum Grünen Thal und zum weissen Schwan.

Ferner nach Arnsgrün und der Arnsgrüner Kuppe, 592 m ü. M. Im Nordwest von Elster 3 km entfernt. Schutzdach mit Ruhebank errichtete der Adorfer Gebirgsverein. (An den Quellen des Zeidelweidbaches lag ein altes Schloss Schönfeld. Als Ueberreste sind nur noch Ringwall und Teich übrig.) Ein beliebter Ausflug ist auch nach der Station Mühlhausen und an der Elster aufwärts, in der man grosse Bänke von Elstermuscheln beobachten kann. Weitere Ausflüge sind nach dem Kapellenberg ([S. 150]) und nach Markneukirchen ([S. 138]) und dem Hohen-Stein ([S. 139]).

In starken Windungen gewinnt die Bahn vor Brambach den voigtländischen Höhenzug, der den Grenzwall zwischen Sachsen und Böhmen darstellt. Höchste Stelle 605 m. Hinter Brambach links setzen. Weite Aussicht auf das Egerland mit dem stolzen Kloster Mariakulm und dem Mittelgebirge und dem Erzgebirge im Hintergrund. Voitersreuth ist Grenzstation. Zollvisitation.

Anmerkung. Eine lohnende Tour ist von Brambach ab über den Frosch nach dem böhmischen Städtchen Asch (11 km). Von hier über den Hainberg nach Neuberg und Bad Elster (11 km). An der Eisenbahnbrücke bei Brambach rechts geht der Fussweg ab nach Hohendorf. Von hier nach dem Vorwerk Sorg und nach der Waldschenke zum Grünen Frosch dicht an der Grenze auf böhmischer Seite. Gutes böhmisches Bier. Stark besucht. In der Nähe im Wald liegt der schwer zu findende Elsterbrunnen, den man als den Ursprung der Elster betrachtet. Der Weg führt nun meist an der Grenze entlang nach der Hellermühle. Hier links den Fusssteig hinauf nach Dorf Himmelreich, dann nach Nassengrub. Vor dem Dorfe herrliche Aussicht auf das Fichtelgebirge. Bald sind wir in

Asch. Zur Post. Goldner Adler. Schwarzes Ross. Schützenhaus. Beim obern Hofmann (Gartenrest.). Schuh's Rest. (Beim guten Bruder.) 14 000 Einw. Lebhafte Fabrikstadt. Gutes Bier. (Asch ist zumeist von Protestanten bewohnt.) Der nahe Hainberg 760 m hoch, gewährt eine herrliche Aussicht, die mit der des Capellenberges rivalisirt, nur liegt das Voigtland gegen Plauen hin noch freier vor dem Beschauer. (Trägt ein Häuschen.)

Nun über Dorf Neuberg (am oberen Rittergut sehr alter Thurm, den man gar als Römerbau ausgiebt) nach Juchhe, dann zur Albertshöhe bei Elster und hinab nach Elster.

Nach dem Capellenberg geht man von Brambach unter dem Bahndamm hinweg. Als Führer dient der Telegraphendraht nach Schönbach hinauf. Der Thurm des Capellenberges wird bald sichtbar. Weglänge 3½ km.

Anmerkung. Von Voitersreuth aus wird gleichfalls der höchste Berg des Voigtlandes, der Capellenberg sehr häufig erstiegen. 765 m ü. M. Man geht dahin über das wahrhaft »schöngelegene« Schönberg. Von der Station bis zum Thürmchen 4 km. Der Capellenberg zeigt drei grosse deutsche Mittelgebirge: das Karlsbader Gebirge, das fränkische Gebirge (Fichtelgebirge) und den westlichen Steilhang des Erzgebirges. Inmitten dieser Gebirge liegt das reichangebaute Egerland wie ein Kessel, ein Modell des Böhmerlandes im Kleinen, und darinnen Eger, Franzensbad, Mariakulm und eine Menge wohlhäbiger Städte und Dorfschaften, zwischen denen sich die blitzende Eger dahinwindet.