»Musik?«So unbestritten die weiblichen Talente für die Musik sind; so wird ihnen doch der Vorwurf gemacht, daß sie noch keine Obermeisterin in der Composition aufweisen können. Es fehlt ihnen ohne Zweifel auch hier an Muth, um zu dieser Obermeisterschaft zu gelangen; schon befriedigt, wenn sie Compositionen der Großmeister unseres Geschlechtes mit Empfindung ausdrücken, begnügen sie sich mit dem zweiten Range. Das Lied indeß kann wörtlich so im Dichter stehen; die Noten können genau getroffen seyn: und doch wird oft weder Dichter noch Componist sein Werk wieder kennen, wenn es ein Weib singt oder spielt — dies haucht ihm eine lebendige Seele ein. Schaffen ist gut; erhalten nicht minder. — Möchten Weiber immer beim zweiten Range bleiben, wenn nur nicht ein neuerer Reisebeschreiber auch von Kastraten bemerkt hätte, daß nie Jemand unter ihnen ein großer Componist gewesen sei. Sollte diese Bemerkung Kastraten und Weiber mit Recht treffen, so ist die Ursache bei beiden unendlich verschieden. Kastraten können nichts schaffen; Weiber dagegen sind die eigentlichen Erhalter und Mitschöpfer. — — Bei dem gegenwärtigen Druck, worin die Weiber sich befinden, legen sie es bloß darauf an, Alles was sie verstehen, faßlich und begreiflich zu machen, und das, was wir schwer ausdrückten, zu erleichtern und in Umlauf au bringen. Sie ebenen die Wege, verstehen den Strahl der schwersten Ideen zu reflektiren und zu vervielfachen, das Abstrakteste verständlich und deutlich darzustellen, und dem Verachteten aufzuhelfen, so daß sie allen Wissenschaften einen unleugbaren Vortheil gebracht haben könnten, wenn man sie zum Meister- und Bürgerrecht ohne männliche Geburtsbriefe zugelassen hätte. Die Behauptung, daß es keine Synonime in der Sprache gebe, beweisen sie meisterlich, wenn gleich das Buchstabiren (eine wirklich männliche Sache) sie wenig bekümmert. Das negative Un wird von ihnen, so wie die Null im Rechnen, oft so geschickt zum Verstärken des Ausdruckes gebraucht, daß man über ihre Feinheit und Geschicklichkeit, womit sie bei Ohr und Verstand alles ins Reine bringen, erstaunen muß! Von Weibern muß man reden, von Männern schreiben lernen. — Sind Weiber schon jetzt, da sie bloß geduldet werden, und vermittelst Concessionen und Begünstigungen arbeiten, von dieser Seite so schätzbar; was könnten sie leisten, wenn sie nicht länger so unwürdig von dem edlen Wettkampfe ausgeschlossen würden! Es ist eine nicht unrichtige Bemerkung, daß verdorbene Beredsamkeit verdorbene Sitten verräth. Da man aber in dem schönen Geschlechte tausend Lippen findet, die vom Honigseim einer überzeugenden Beredsamkeit überfließen; so kann es mit Recht von ihnen heißen: wessen das Herz voll ist, geht der Mund über. Der Unterricht legt es nicht geradezu darauf an, und kann es nicht darauf anlegen, aus allen Schülern Meister zu bilden. Auch bedarf es in der Erziehungsfabrik nicht lauter Meister. Sie bildet Gefäße zu Ehren und zum Haus- und Kammergebrauch; sie beschäftigt Meister, auch die es secundum quid sind, an der Drehscheibe. So ist der Lehrer schon geschickt, wenn er das Mechanische der Kunst und die Methode weiß, jenes dem Lehrlinge hinzubringen. Hat man nicht Meister gehabt, denen es nie gelang, geschickte Schüler ihrer Kunst zu ziehen? Fehlt es nicht vielen an der Gabe der Deutlichkeit und, um ein Kunstwort anzubringen, an der Lehrgabe? und ohne Zweifel noch mehreren an der unentbehrlichen Lehrtugend, der Geduld, die das männliche Geschlecht zwar in seiner Tugendliste rühmlichst mit aufzuführen nicht unterläßt, die indeß unserem Geschlechte nur sehr selten eigen ist. Wir zeigen, daß in unserer Garderobe auch unmodische Anzüge sind, nicht um sie zu gebrauchen, sondern um sie zu haben; statt daß bei dem weiblichen Geschlechte Geduld das schönste Hauskleid ist, das ihm am besten steht. — Ist die Weibergeduld nicht im Stande, auch aus dem unfruchtbarsten Boden Keime herauszulocken? Kann der beharrliche Fleiß der Weiber nicht selbst dem Verkrüppelten, wo nicht eine schöne, so doch eine erträgliche Form geben, und, wenn nicht Künstler, so doch Kunstverwandte bilden? Der Vorwurf, den man den Weibern macht, daß sie Neuheit und Wechsel lieben, ist nicht ungerecht; aber nicht im Geschlechte, sondern im Druck, den wir veranlassen, liegt die Ursache davon. Das Ausdauern und Beharren ist gewiß weniger unsere als ihre Sache, wenn der Gegenstand es verdient. Wer kann Weibern jetzt ihre Flüchtigkeit übel deuten, wer ihrem Leben es verdenken, wenn es von ihm heißt: sie leben als flögen sie davon? — Wer? — In der That, es wären der moralischen Karrikaturen weit weniger, wenn wir uns entschließen könnten, dem weiblichen Geschlechte einen größeren Antheil an dem Unterricht und der Erziehung einzuräumen. Und wie? haben Weiber bloß den Grazien, ihren Freundinnen, geopfert? oder sind sie wirklich auch zum Allerheiligsten der Wissenschaften eingedrungen? In der That, sie wußten sich auch hier Eingänge zu eröffnen, Ehrenstellen zu erringen und sie mit Würde zu behaupten, ungeachtet aller Hindernisse, welche Vorurtheile, Herkommen und niedere Mißgunst ihren Talenten und ihrem Eifer in den Weg legten. Es wird nicht viele Wissenschaften geben, die unter ihren Eingeweiheten nicht einige Namen von Weibern zählen, welche sich mit ihnen beschäftigten, und zwar nicht bloß solche, die von der Oberfläche schöpften und zum Zeitvertreibe; nein solche, die ins Innere derselben mit Eifer und Anstrengung eindrangen, die von dieser Ambrosia der Wissenschaften nicht bloß kosteten, sondern mit dieser Seelenspeise sich sättigten bis zum Wohlgefallen. Freilich können Weiber jener inneren Freiheit des Geistes genießen, nach welcher sie ihren Kopf eigenbeliebig anzuwenden im Stande sind — Wir haben ihn indeß dem andern Geschlechte abgesprochen, und statuiren nur sein Herz, auf das wir Rechnung machen — als ob Eins ohne das andere etwas gölte! Und wenn Weiber sich auch über unser Criminalurtheil wegsetzen wollten und könnten; ist ihre selbstgewählte ruhige Geistesthätigkeit vermögend, reifere und schmackhaftere Früchte zu bringen, da wir die Barbarei haben, uns an ihren Blüthen zu vergreifen? — Was die Geistesfreiheit, die keine Geschäftsstörung verdirbt, bei den Weibern ausrichten könnte, wird durch den Schwall von Kunstwörtern und Kunstregeln erstickt, womit man von Männer-Seite sich wohlbedächtige Mühe giebt, die Weiber zu verwirren und verzagt zu machen, so daß sie ohne Noth ermatten und sich aufgeben — Jammer und Schade! Doch gab es einige, die den Faden nicht abrissen, die mit Standhaftigkeit sich entschlossen, zu beharren bis ans Ende; und unter diesen, welche die letzten Gelübde ablegten, fanden sich sogar solche, die sich zu Vorstehern und Lehrern im Tempel der Musen weihen ließen. — In dem bekannten Institut von Bologna lehret Laura Bassi die Physik, und hält ihre Vorlesungen in Lateinischer Sprache; und wie lange ist es, daß Signora Agnes von Mayland hier die Mathematik mit Beifall lehrte? Eben hier bilden Lilli und seine geschickte Gattin die Muskeln und Blutgefäße des Körpers, der Natur mit so vieltäuschender Wahrheit nach. Italien, dieses Land, das wechselsweise so viel Licht und Finsterniß über die Völker der Erde verbreitete, trägt kein Bedenken, Frauenzimmern Lehrstühle zu öffnen. Unlängst ward in Deutschland ein weiblicher Doktor kreirt (der Doktor Schlözerin); und würden wir wohl so zuverlässige und beträchtliche Neuigkeiten vom Firmament erhalten, wenn der unsterbliche Herschel von seiner ihm ähnlichen Schwester nicht so unermüdet in seinen Beobachtungen und Arbeiten unterstützt würde? Ärzte werden eben so krank wie Nichtärzte, und die größten Philosophen sind nicht nur oft unweise, sondern verlieren sich auch zuweilen so in Speculationen, daß sie nicht aus noch ein wissen —. Weiber sind sehr für innere Wahrheit; und wenn sie gleich jenes berühmte Ministerphlegma nicht besitzen, so wissen sie doch mit Kälte zu unterscheiden, was bloß trockne und was brauchbare Kenntniß ist. Wenn Salz und Laune fehlen, sind ihnen die reichstbesetzten Tische ein Greuel, und auf die Schauessen der Philosophen nehmen sie keine Einladung an. — Freund Montagne geht indeß zu weit, wenn ihn gelüstet zu behaupten: er habe zu seiner Zeit hundert Handwerker und hundert Bauern gesehen, die vernünftiger und glücklicher gelebt (auch gedacht?) hätten, als mancher Rektor auf einer Universität (Rektor! als wenn dieser das non plus ultra der Gelehrsamkeit wäre! Kästner, Kant und andere unserer ersten Köpfe sind Rektores, weil die Reihe sie trifft), und habe lieber jenen als diesem ähnlich seyn wollen. (Immerhin! verliert die Gelehrsamkeit dadurch, wenn einige ihrer Meister nicht Weisheitsbeflissene sind?) Hat der Rektor der großen Römischen Universität, Cicero, so ganz Unrecht, wenn er dem Studieren den Preis über Alles zuerkennt, was sonst beschäftigen kann und mag? Wie kann man mit größerem und bleibenderem Gewinne seine Zeit benutzen? Der Handarbeiter, sagt man, wendet sie an; der Gelehrte vertreibt sie. Ei, Lieber! müssen denn nicht Feldherren seyn, wo es Krieger giebt? müssen nicht Officiere überlegen, was gemeine Soldaten ausführen? — Durch tiefes Denken gewöhnen wir unsere Seele zu einer Art von Existenz außerhalb des Körpers; sie bereitet sich durch eine kleine Reise nach Rekahn zu einer Cookschen vor, durch einen Weg über Feld zu einem andern — der uns Allen bevorsteht. Wenn Cicero es nicht ungeneigt nehmen wollte, daß ich seinen guten Geist bei dieser Gelegenheit schon wieder citire; so sollt' es seinen Ausspruch gelten, daß das ganze Leben des denkenden Mannes eine Todesbetrachtung sei. — Darf bei diesen Umständen das schöne Geschlecht Bedenken tragen, mitunter gelehrt zu seyn —? Ist es aber im Stande Wissenschaften sich eigen zu machen, sie leicht und mit sichtbarem Nutzen Anderen beizubringen; wie könnt' es ihm denn wohl an den Talenten gebrechen, seine erworbenen Kenntnisse auf andere Weise dem Staate zum Besten in Anwendung zu bringen, sobald der Staat geruhete, den Bann allergnädigst aufzuheben, mit welchem ein barbarisches Vorurtheil es seit Jahrtausenden belegt hat! Hätten jene Ritter, die unter ihren Gelübden die Verpflichtung hatten, Damen zu schützen, ihre Grenzen weiter gesteckt; wie unendlich würdiger wär' ihr Beruf gewesen! Schade, daß diese treflichen Männer, welche, mit Ausschluß der irren unter den irrenden, die edelsten und klügsten ihres Zeitalters waren, nicht, anstatt Weiber zu schützen, sie über diesen Schutz erhoben! — Ist der Schleichhandel zu verkennen, der, aller jener Verbote ungeachtet, vom andern Geschlechte getrieben wird? oder ist nicht vielmehr der große Einfluß sichtbar, den das weibliche Geschlecht zu allen Zeiten auf alle bürgerliche und Staatsangelegenheiten behauptet hat? Wenn es auf große Plane ankam, die ausgeführt oder rückgängig gemacht werden sollten, waren es Weiber, welche die Hauptrolle übernahmen. Bei Weisen und Thoren, Regenten und Priestern, Staatsmännern und Mönchen waren sie wirklich geheime Räthe; sie gehörten jederzeit zum geheimen Ausschusse des Staatsrathes, dessen Dekrete das Plenum blos mit Curialien versah — und dem es Sekretariendienste erwies. — Und wem ist hier ein dirigirendes Weib, wär' es selbst eine Maitresse, nicht lieber als Leithämmel von Kammerdienern, Hofzwergen, Heiducken u. s. w., die ohnehin nur Substistuten ihrer Weiber oder ihrer Liebchen sind? Nicht bloß mit dem klingenden Spiel und den fliegenden Fahnen ihres Witzes, nicht bloß durch den vermittelst der Ideen-Association verstärkten Vortrag wissen Weiber sich Eingang zu verschaffen; ihr zur Beurtheilung geschmeidiger Verstand vermag Alles — Wie manchem Tyrannen von Minister, der mit den Thränen des Volkes sein Spiel, und mit Glück und Unglück der Menschen Handel trieb, der Alles drüber und drunter warf, wußten sie auf eine bessere Bahn zu lenken! Weiber halten den Faden, an dem die Cabinette geleitet werden: sie mischen die Karten, mit denen die Excellenzen spielen; und so wie neue Hindernisse neue unberechnete Kräfte erzeugen, so gelangten sie oft vermittelst ihrer Schwachheit zum höheren Grade der Stärke — Ein sanfter gemäßigter Charakter ist dem andern Geschlecht eigen — Die Natur verlieh ihm dazu große unverkennbare Anlagen, und nur bei wenig mehr philosophischem Nachdenken und Ausweichung der Verführung, würde das schöne Geschlecht uns eine gewisse edle unempfindliche Gleichgültigkeit gegen so Manches lehren, was uns jetzt so leicht außer uns setzt; und diese Gleichgültigkeit ist ohne allen Zweifel die Krone des diesseitigen Lebens. Hat die Natur nicht oft den Correggio an der Schönheit und Sittsamkeit übertroffen, womit er seine Frauenzimmer ausstattete? Woher nehmen Mahler ihre Engelgesichter? und was ist der Sanftmuth unmöglich — ob sie gleich sich zuweilen, auch rückwärts zum Ziele zu kommen, verbunden sieht? Welche scharfe Umrisse, welches lebendige Colorit geben die Weiber ihren Vorstellungen und den Charakteren, die sie darin verflechten! Gleich ihr erster Blick trifft das Ungewöhnliche bei jeder Sache, und da dies Ähnlichkeit mit dem Wunderbaren hat, an welchem die meisten Menschen so gern hangen bleiben — ist es Wunder, wenn sie oft selbst auf das tägliche Brot ein solches Licht fallen lassen, daß es feierlich wird? ist es Wunder, wenn sie das ländliche Mahl zur Würde eines hohen Festes erheben? Höhere Deutlichkeit und stärkendes Licht mit mehr Vergrößerung zu vereinigen, ist das Ziel, das sie mit so wenig Mühe und Aufwand erreichen, ob es gleich so überschwenglich wirkt — Das andere Geschlecht nimmt in der Regel für, das unsrige wider sich ein. Jenes ist gut, bis das Gegentheil bewiesen ist; — von uns heißt es: wir sind böse, bis man unser Gutes außer Zweifel gesetzt hat. Weiber haben einen Vor-, wir einen Nach- Geschmack — Jene Runzeln, die das Alter von der Weisheit, oder die Weisheit von dem Alter hat, schrecken weder ihren Witz noch ihren Verstand ab — und nichts, weder Verstand, noch Schönheit, noch Vermögen, macht sie schüchtern — Dem Verstande lauern sie sehr auf den Dienst, und finden bald zu ihrem Troste etwas an Lehr' und Leben der Herren Philosophen auszusetzen, worüber schwerlich etwas einzuwenden ist; und da sie geborne Naturalisten (im natürlichen Sinne) sind — wie leicht wird es ihnen, von Artisten ein Federchen abzulesen! Weit eher als wir, haben sie Anlage, zu dem von Vorurtheilen und Aberglauben befreieten Gebrauche der Vernunft zu gelangen — auf ein Haar wissen sie den gelahrten Weizen von der gelahrten Spreu zu unterscheiden — und den Shakespearschen Ausdruck zu deuten: »er redet eine Menge Nichts — zwei Weizenkörnlein versteckt er in zwei Bündlein Spreu.« Weiber sind dazu gemacht, den Philosophen, wenn er sich in den Spinneweben des Systems verlor, (wie ein bekannter Gelehrter sich in seinem eigenen Hause, das wohl gar ein Familienhaus und vom Großvater und Vater auf ihn gekommen war, verirrte) an Stell' und Ort zu bringen und zu orientiren; sie geben ihm, wie Ariadne, einen Faden in die Hand, und rufen Jedem zu, der Länge und Breite nicht unterscheidet, der das Ruder seiner selbst eingebüßt hat: Vous êtes orfèvre, Monsieur Josse! — Der Geist jener Philosophie, die der Übermenschlichkeit nicht wohl will, hat schon lange auf ihnen geruhet — Wer wußte es besser als sie, daß weder praktische noch theoretische Vernunft Überzeugungen, vom Daseyn intelligibler, unsinnlicher Gegenstände zu verschaffen im Stande ist, und daß wir uns in unvermeidliche Widersprüche verirren, wenn uns beide Vernunftarten unsinnliche Gegenstände feil halten. Weiber fühlen das Halbwahre von allem jenem, was so gern im Allgemeinen gesagt wird, und bestehen durchaus darauf, daß dergleichen Behauptungen individueller gemacht werden — Sie handeln nach nahe liegenden Motiven — Spieler, Schiffsleute und alle die durch Glücksfälle regiert werden, die Avantüriers nicht ausgenommen, sind zum Aberglauben geneigt — ist es Wunder, daß die Weiber es weniger als wir sind? — Die Schönheit bei einer Mannsperson gilt ihnen durchaus nichts; und wenn man den reichen Mann in Ehren hält, weil er, wenn er wollte, helfen könnte, so wissen sie wohl, daß er es nie wollen wird — Ihre unbefangene Seele findet überall Weg und Steg; und wer nur ein fleischern Herz hat — kann der ihrer Herzlichkeit widerstehen? Die Frau eines Lichthökers hatte kein Bedenken, an der armen Seele des David Hume ihr Heil zu versuchen. Hume konnte die Seelsorge, die sie für ihn hatte, nicht anders vom inneren Lichte abbringen, als daß er ihr versprach, sein äußeres Licht von ihr kaufen zu wollen. — Vom Philosophen Terraston sagte Madame de Lassay: nur ein Mann von Witz könne ein solcher Thor seyn; — und wär' es historisch richtig, daß Karl XII an den Senat geschrieben hätte: »ich will euch meinen Stiefel schicken, dem ihr gehorchen sollt;« so würden die Weiber der Herren Senatoren laut gelacht haben. — Was doch kluge Weiber von dem weltberühmten Processe des Ehrenmannes Hastings denken mögen, der für die Papiermüller allein schon so viele Sporteln abwirft! Nie konnten sie sich des Lachens oder des Weinens über die jetzt sanft und selig entschlafende Pariser Policei enthalten, welche weiland Farcen und unmenschliche Trauerspiele unter den Scheine der Wachsamkeit und Obhut aufführte — Wie war es möglich, in, mit, und unter dieser elenden Policei sich Ausnahmen von der Wahrscheinlichkeit der menschlichen Wachsamkeit zu denken! »Hier sind wir alle entweder Fürsten oder Dichter,« sagte Voltaire, als er sich bei einem Fürsten zu Tische setzte; und das ist der eigentliche Ton eines Weibes — Sie sind nicht für Gemähldeausstellungen, wo denn doch auch gegen Einen Kenner zehn Schuster sich einfinden, die über den Leisten gehen; sie wirken zwar im Stillen, doch wirken sie am liebsten ins Allgemeine, wie die Natur, ihre Schutzgöttin — Oder kann man dies etwa nicht anders, als wenn man Kanzeln und Rednerstühle ersteigt? In der allgemeinen und sichtbaren Kirche giebt es Lehrerinnen, so wie Lehrer, ohne daß beide examinirt und ordinirt sind —
Es ist dem andern Geschlecht eine schonende Gutmüthigkeit im historischen Urtheil eigen; doch verstehen es Weiber, ein Faktum, so wie einen Menschen, (immerhin so verwickelt als möglich) aufzulösen, und zu concentriren. Auch können sie jenen Totaleindruck, den Faktum und Mensch auf sie machen, Andern mittheilen, welches uns schwerer wird. — Glückseligkeit ist, so wie Wahrheit und Gottheit, eine Einheit; diese Einheit in Allem herauszubringen, ist eine hohe Weisheit, und, wir wollen gerecht seyn — sie ist den Weibern eigen. Bei uns wird oft eine Sache, die auch anders scheinen kann, die diesem oder jenem Sonderlinge wirklich anders vorkam, gleich zum Gegenstände eines gelehrten Streites. Da haben wir denn eine extrafeine Geschicklichkeit, die Zweifelsgründe bald zu verstecken, bald wieder sichtbar zu machen, ihrer Größe eine Elle zuzugeben oder abzunehmen, und die Entscheidungsgründe mit denselben so abzuwägen, daß, wenn gleich, besonders bei dem Faktum, die beiderseitigen Wahrscheinlichkeiten einander ziemlich gleich sind, doch die Schale, je nachdem wir wollen, steigen oder sinken muß. — Das andere Geschlecht liebt keine Spielgefechte mit einer langen Linie aufgestellter und überwundener Argumente — Eins ist ihm Noth. Nie wird es das Publicum mit Sophismen äffen: es verliebt sich bei weitem so leicht nicht wie wir in eine Idee, die im Grunde keinen Gegenstand hat; allein es fürchtet auch dergleichen Gespensterideen weniger als wir — Gelehrte und witzige Leute, (Gelehrte in dem Sinne der gelernten Gelehrsamkeit genommen) blind verliebt in den Gegenstand, dem sie nachjagen, verargen sich auf diesem Wege kleine Unrichtigkeiten nicht — Alle Menschen sind Lügner, heißt es in der Schrift; Weiber sind hier wachsamer und peinlicher. — Man sagt: starke Wahrheiten wären nur für gute Köpfe, (so wie starke Getränke nur für ächt nervige Menschen sind;) schwache würden schwindelig — Man mache mit Weibern den Versuch, und wir werden finden, daß es keine Wahrheit giebt, die ihr Kopf nicht ertragen könnte; sie wollen so weit wie möglich — Wir glauben zu leicht, daß unser Plan regelmäßig organisirt sey; die Weiber sind leichtgläubiger bei der Ausführung — Sie fürchten nichts Hohes, nichts Niedriges, nichts was Unwissenheit oder Gelehrsamkeit, Witz und Unwitz, Verstand und Unverstand vermögen; wäre ihnen die ausübende Gewalt anvertrauet — sie würden sicher mehr leisten als wir, und, wenn sie sänken, es wie der sterbende Sokrates machen, der, als er seine Füße durch Gift schon in Leichnam verwandelt fühlte, sie streichelte und mit lachender Stirne sagte: so nahe gränzen Vergnügen und Schmerz an einander; — oder wie Seneca, der Wasser mit seinem Blute vermischt, Jupiter dem Befreier weihete. Ach, wie oft, wenn mich so mancher Dienst-Nero bis aufs Blut verfolgte und die Wuth blödsinniger Tyrannen mir zwar nicht die Ader öffnen ließ, wohl aber mir weit härter fiel, stärkte mich dieses Weihwasser, und das Elogium Jupiter dem Befreier! — Beweis von der Freudigkeit im Tode der Weiber? Beweis! Seht Männer und Weiber sterben. Ist Philosophiren sich zum Tode vorbereiten, so sind die Weiber große Philosophen; und in Wahrheit, sie sind es unendlich praktischer als wir. Zwar sagt man: studieren sei sterben lernen, weil man seinen Geist dem Körper entzieht, ihn über den Körper erhebt; allein Weiber haben diese Kunstgriffe nicht nöthig, um den Tod zu hintergehen und ihm das Schwert aus der Hand zu schlagen — Warum Fechterkünste? Den Tod so ganz wie er da ist verachten, ist Weisheit; ihn durch Stratageme hintergehen, scheint Weisheit zu seyn. Kein einziger zieht ein anderes Loos; wir sind Alle zum Tode verurtheilt — nicht aber als Kriminalverbrecher, sondern als Menschen. — Käme es auf Weiber an, sie würden selten den Ärzten ihr Lebens- und Todesurtheil anvertrauen, und sich von ihnen das Leben absprechen lassen — Mißtrauisch gegen die Kunst Galens, haben sie Alle eine Neigung, sich, wenn ja noch etwas seyn soll, einem Unzünftigen anzuvertrauen. Ich muß und ich will, ist ihnen fast einerlei; — und soll es auch nicht also seyn? Jene Grundsätze einer bekannten Sekte: entweder Vernunft oder Strick — entweder sich ins Leben schicken oder es verlassen, sind den Weibern wie angeboren. Nur der kann frei leben, sagte ein Weiser des Alterthums, der den Tod zu verachten weiß. Wie viele Freiheitsanlagen sind den Weibern bei ihrer Todesgleichgültigkeit eigen! Sollte man sie etwa eben dieser Anlagen halben so sorgfältig von der Freiheit entfernen? Nur der, welcher mehr auf sich selbst als auf die Freiheit hält, besitzt eine Sklavenseele, und ist unwerth der Freiheit. Sind die Weiber in diesem Falle? — Wenn die Weisheit verdrießlich macht, wer wird Lust und Liebe zu ihr haben? Dies Leben ist ein Geschenk; laßt uns jeden Tag als eine Zugabe ansehen, auf die man nicht zu rechnen im Stande war — »Was heute geschehen kann, muß man nicht auf morgen aussetzen;« so denken Weiber; und allerdings tragen ihre körperliche Schwächlichkeit, die Einschränkung ihrer Freiheit diesseits des Grabes, und das Verhältniß, das ihnen nicht das Schicksal sondern die Männer zumaßen, zu ihrer Lebensgleichgültigkeit bei. Vorzüglich aber bewirken sie jene größeren Leiden, welche die Natur ihnen als Menschen auferlegte, wogegen die Mannspersonen, zu einiger Entschädigung, sich größere bürgerliche Lasten aufgebürdet zu haben scheinen — »Viel Glück, Diogenes!« sagte der Philosoph Speusippus, der wassersüchtig war und sich tragen ließ. »Wenig Glück!« antwortete Diogenes, »da du das Leben in einem solchen Zustande ertragen kannst.« — So selten indeß weibliche Thränen Murren und Unwillen anzeigen, und so oft sie ein leise gewagtes sanftes Sehnen nach mehr bürgerlicher Freiheit sind; so hilft allerdings auch der Überdruß eines Lebens, das kaum diesen Namen verdiente, ihren freudigen Weg zum Grabe ebnen. Daß es in der andern Welt gewiß nicht schlechter für sie seyn könne, ist die Nativität, die sie sich bei ihrem Ausgange aus dieser Welt (wahrlich für sie einem Jammerthale) mit vieler Gewißheit stellen — Der Tod ist ihr Jupiter der Befreier — Sie schaffen sich eine andere Welt, wo Gerechtigkeit wohnt — wo sie auf Rosen unter einem heiteren Himmel wandeln — ein elisisches Idyllenleben —! Sanfte rührende Schwermuth und leise Schwärmerei helfen ihnen die Welt und sich überwinden — und des Lebens und des Todes Bitterkeit verschmelzen — Seht Weiber sterben! wie ruhig! sie sterben in der Regel alle philosophisch. Wenn dieser Fall sich bei unserm Geschlecht ereignet, welch ein Geschrei wird über diese Resignation erhoben! Der Natur, der die Weiber leben, sterben sie auch; sie scheint ihnen die Hand zu bieten, um ihnen überzuhelfen — Die Weiber wollen nicht täglich sterben, sie wollen nicht Augenzeugen von den zu merklichen Verlusten seyn, die man, je länger man lebt, je mehr in Hinsicht des Lebens macht; haben sie ein hohes Alter erreicht, so kennen sie die Beschwerden des Lebens noch genauer, und der Tod hat keine Gelegenheit, ihnen hart zu fallen, wenn er auch wollte. Sokrates erwiederte denen, die ihm die Nachricht brachten, daß man ihm zum Tode verurtheilt habe: die Natur hat dieses Urtheil auch über meine Richter publicirt — Das Leben giebt den Tod, der Tod giebt das Leben — Nicht nur wer im Schweiße seines Angesichts, sondern auch wer im vollen Maße des Vergnügens seinen Lebenstag vollbracht hat, ist gern schläfrig — Wäre der Schlaf nicht der ältere Bruder des Todes, es würde sich nicht so leicht sterben lassen; jetzt aber schlafen wir nur auf länger ein, als gewöhnlich — Warum etwas fürchten, was Allen bevorsteht, etwas dem Niemand entgeht, und nähm' er Flügel der Morgenröthe, um an das äußerste Ende der Erde und des Meeres zu fliehen! — Wenn Männer die Kunst zu sterben lernen; so lernen Weiber die Natur des Todes: ihr Herz erschrickt nicht, und fürchtet sich nicht — Will man mit dem Tode zu seinem Troste bekannt werden, so muß man Weiber und nicht Männer im Sterben beobachten — Gewiß stirbt man im Kriege leichter, als auf seinem gewöhnlichen Lager; allein der Tod in der Schlacht hat bei weitem nicht so viel Lehrreiches, wie der Tod einer Wöchnerin in dem Feldzuge, den die Natur ihr anwies — Wie schön ist hier der Tod, der Tod fürs Vaterland! Ich muß abbrechen; sonst würde ich zu sehr verrathen, daß ich in Hinsicht des Todes nur ein Mann bin. Zwei Freundinnen, mit denen mich die Natur so nahe verband, starben diesen Muttertod — »Es kommt auf die Kleider an, die man dem Tode anzieht,« sagte * * * — Du hattest recht, Liebe — Dein Tod war leicht, froh, muthig angezogen — — — So sterben Weiber; und wie leben sie? Männer thun, was sie thun, mehr aus Temperament, als aus Grundsätzen: von Umständen hangen sie ab, und lassen sich von ihnen, wie Schiffe die Mast und Ruder verloren vom Winde, hin und her treiben — Aus Noth, aus Trägheit, aus Bedürfniß handeln sie. Sie sind im Grunde weit furchtsamer als die Weiber; — es scheint nur anders. Immer verbinden sie sich mit andern Männern, und nennen oft (o der Entheiligung des Namens!) Freundschaft, was Furchtsamkeit heißen sollte. Freundschaft! wo ist eine reine? wie selten gewinnt man, ohne daß ein Anderer verliert! — Handlungen leiden keine Freundschaft, und nur mit Worten scheint sie sich behelfen zu sollen — Durch Mißwachs gewinnt der Landmann; durch Verschwendung und Üppigkeit der Kaufmann; durch Zank, Hader und Streit der Richter; durch Neid und Haß der Geistliche. — »Ein jeder Mensch hat seinen Preis, für den er sich weggiebt,« ist die Behauptung eines Engländers, eines Mannes aus einem Volke, das noch einen Werth auf sich zu legen versteht — Und wenn es wahr ist, was einer der Alten behauptet, »daß ein Arzt es ungern sieht, wenn seine Freunde gesund sind, und ein Soldat, wenn sein Vaterland Frieden hat;« wenn der Untergang des Einen Dinges die Schöpfung des andern ist: wo wird reine Freundschaft seyn? Freundschaft, die allen Graden der Versuchung gewachsen, die auch gegen eine Welt nicht feil ist —! Von einem Freunde muß es, wie von Voltaire'n, heißen: Sein Geist ist überall, sein Herz ist hier (im Hause des Herrn von Villette, dessen Gemahlin Voltaire'ns Pflegetochter war). Freundschaft ist ein geschliffener Stahl, dem schon ein feuchter Hauch den Rost zuzieht. — Nie kann ich auf die großen Worte Tod und Freundschaft stoßen, ohne daß mein Herz sich ausschüttet — und sollte mir diese Wiederholungen nicht jedes in meiner Lesewelt verzeihen, das auch ein Herz für Freundschaft hat, und das — sterblich ist? — Freundschaft ist Leben; denn ohne sie hat die menschliche Existenz keinen Werth. Ich habe meine Schrift überhaupt durch die Bemerkung vorgeleitet, daß, da ich für die Freiheit schreibe, ich mich nicht selbst binden werde. Lehre und Leben müssen sich in die Hand arbeiten; und darf ich wohl im Münzverstande meine Schrift legiren —? genug, wenn ich mich geleitlich halte — und darüber wird hoffentlich kein geierlicher Zoll- und Accisebedienter, kein Freund und Feind, mit Grunde Rechtens Beschwerde erheben können. — Freundschaft war die Losung, und dieses herrliche Wort verdient, daß wir Platz nehmen. — Die Frage: wie leben Weiber? kann bei dieser Abschweifung nichts verlieren. Laßt Könige licitiren: die Freundschaft ist nicht verkäuflich; — und eine solche Freundschaft, die, wenn sie gleich nicht zu den sieben Wunderwerken, so doch zu den Seltenheiten der moralischen Welt gehört, würde sich häufiger ereignen, wenn auch das andere Geschlecht bei ihren Altären zu Ablegung der Gelübde zugelassen würde, die gemeiniglich mit der Grundregel anfangen, seinen Freund so behutsam zu behandeln, daß er, uns unbeschadet, auch unser Feind werden kann. Jene Einschränkung des Zutrauens und der wechselseitigen Herzensergießung, jene Mäßigung in Entdeckung unserer geheimen Beschwerden, hebt das, was Freundschaft ist, auf, und macht dagegen einen gewissen Schein gäng und gebe, der immer als Weltklugheitsmaxime Dienste leisten mag, der aber den Altar der Freundschaft entheiligt. Unsere gegenwärtigen Freundschaften sind gemeiniglich nichts mehr und nichts weniger, als gemeinschaftlich geschlossene Connivenz, wo beide Theile im Gewinn sind; und so wie die Bescheidenheit das Verlangen ist, feiner gelobt werden zu wollen: so ist die Freundschaft ein Bund, desto reiner zu gewinnen. Heißt nicht schon der unser Freund, welcher nicht unser erklärter Feind ist? Die Kaufleute nennen die: Freunde, mit denen sie in Handlungsverkehr stehen, wo es also Provision zu berechnen giebt; und so wie der schon für gut gilt, der ein böser Mensch von der allgemeinen Art ist: so gilt der schon für unsren Freund, der ein Menschenfreund, ein Mensch von keinem schlechten Herzen ist, der uns nicht verräth und verkauft, oder der uns zu verrathen oder zu verkaufen keine Gelegenheit gefunden hat. Unser Geschlecht ist zu glücklich, als daß wir ächte Freunde der Weiber seyn sollten; und zu unserer Freundschaft gegen einander, auf die wir so stolz thun, haben die Weiber nicht das mindeste Zutrauen — Können wir (wie kann es nach der Weiberlogik füglich anders lauten?) wohl mit Freundschaften aus der Tasche spielen und mit Aufopferungen prahlen, da wir uns nicht einmal herabzulassen vermögen, den Weibern Gerechtigkeit zu erweisen? Überhaupt ist selbst unser Leben nur halb, da wir die Weiber nicht zu leben berechtigen; und wie leben sie denn?
Ob sie gleich heut zu Tage noch zu sehr der Sinnlichkeit fröhnen, woran sie weniger Schuld sind, als unsere Härte; obgleich noch bei weitem nicht an ihnen erschienen ist, was sie seyn können und seyn werden: so zeigen sie doch bei so vieler Gelegenheit eine Selbstbeständigkeit, eine Fassung, die uns so oft beschämt. — Ihre Ausschweifungen, die wir so schrecklich vergrößern, entstehen mehr aus Befriedigung der Eitelkeit als der Begierde. Sie haben keine andere Olympische Bahn, als Männer zu fahen; man öffne ihnen andere, und sie werden Wunder thun. Das Promemoria, welches jener Kaufmann in sein Denkbuch trug: »Ja nicht zu vergessen, mich in Hamburg zu verheirathen!« ist ins Herz der Frauenzimmer verzeichnet — Darum das Werben ihrer Augen — Gemeiniglich haben sie hierbei keine Absicht; sie treiben das Mienenspiel der Mode halben, und weil keine kluge Mannsperson daraus etwas zu schließen wagt. Montagne sagt: jungen Gelehrten geht es wie den Kornähren; so lange sie leer sind, richten sie ihre Spitzen gerad' und keck empor: kommen aber ihre Körner zur Reife, so lassen sie ihr Haupt sinken. — Warum wollen wir die Weiber wegen ihrer Mienen so scharf richten, und Eitelkeit, Koketterie und Wollust für einerlei halten? Man lacht über jene Dame, in deren Gegenwart man die schwarzen Augen ihrer Nachbarin lobte, und die sehr schnell erwiederte: »jetzt trägt man keine schwarzen Augen mehr;« sind wir aber nicht die, welche das andere Geschlecht zu solchen Antworten verleiten? befördern wir nicht unserer Eitelkeit halben die ihrige? Laßt die Weiber zu Kräften kommen, und ihr werdet sehen, daß sie im lauten Geheul der Stürme, wo Männer sich nur selten ein geneigtes Gehör zu verschaffen wissen, bei den schrecklichen Wogen des empörten Meeres, sich finden, und dem Meere und dem Winde Silentium gebieten werden. Wenn man zur Zeit der sanften Ruhe erlernt und überdenkt, was man zur Zeit der Schiffbruchsgefahr anwenden will, so bleibt es zwar nicht unrühmlich, in der Zeit zu sammeln, um in der Noth zu haben; wenn aber Weiber selbst in diesem Ungewitter Entschlüsse zu fassen verständen; wenn sie kein Lexicon zusammengetragener Regeln aufschlagen dürften, die ohnehin nie ganz auf einen einzelnen Fall passen? — wenn —? Doch, laßt uns erwägen, nicht was dieser Wallfisch des menschlichen Geschlechtes werden wird, wenn ihm nicht mehr Tönnchen zum Spielen zugeworfen werden, sondern was er selbst in seiner jetzigen so traurigen Lage war und ist! Als Sokrates von der Gottheit zum Weisen erhoben und ihm das Diplom hierüber wegen seines Wohlverhaltens ertheilt ward, maß er sich mit vielen seiner Zeitgenossen, und fand, daß Andere diese Würde, wo nicht mehr, so doch eben so gut verdienten, wie Seine Wohlweisheit — Endlich überzeugte er sich, daß diese Würde, bloß weil er sich nicht für weise hielte, ihm auf Allerhöchsten Göttlichen Special-Befehl wäre zuerkannt worden — Kann der, welcher Aufsehen macht, weise seyn? hat der, bei der rastlosen Bemühung sein Ansehen zu schützen und den Neid zu entkräften, Zeit und Raum zur Weisheit? Ob den Weibern wirklich die Bescheidenheit bei ihren Handlungen eigen ist? Die Erfahrung überhebt mich der Antwort. Ob Weiber wirklich gehandelt haben? O, der beleidigenden Frage! — —
Ohne eine Isabelle wäre America vielleicht noch nicht entdeckt worden, vielleicht nicht durch Columbus, oder doch erst spät, und auf einem entgegengesetzten Wege. Ferdinand hatte nicht Muth und Entschlossenheit, einem so kühnen Unternehmen seinen Nahmen zu leihen, und seinen Schatz zu öffnen. Würde Cicero ohne die Fulvia die Verschwörung des Catilina entdeckt, und den Namen eines Erhalters des Römischen Staates gewonnen haben? Karl V verdankte es bloß dem Einfluß eines Weibes, daß seine Donquixotterien einen besseren Ausgang hatten, als sie verdienten. Und warum eine größere Aufzählung solcher Begebenheiten, an denen Weiber nicht bloß Antheil nahmen, sondern die durch sie entstanden, durch sie geleitet und ausgeführt wurden, wo sie nicht bloß untergeordnete Dienste leisteten, sondern der Geist waren, der über den Wassern schwebte, die Seele, die den Gang der Begebenheiten ordnete und lenkte! —
Frankreich ist seit zweihundert Jahren durch Weiber regiert worden; ob gut oder schlecht, ist ein Umstand, auf den es hier nicht ankommt. Daß es schlecht regiert ward, ist nicht die Schuld der Weiber überhaupt, sondern jener Weiber, die listig, verwegen und ehrsüchtig genug waren, die Zügel des Staates den schwachen Händen zu entwinden, denen das blinde Glück sie anvertrauet hatte, oder die in anderen Rücksichten aufgestellt wurden, und die dann, neben dem schwereren Geschäfte die lange Weile von einem müßigen Monarchen zu verscheuchen, auf den Einfall kamen, das ungleich leichtere Geschäft der Staatsverwaltung zu übernehmen.
Seitdem Semiramis mit rascher entschlossener Hand das Zepter ergriff, und es mit so vieler Würde als Weisheit führte, haben viele Weiber, und unter diesen mehrere welche die Geburt nicht für ein Diadem bestimmte, den Herrschertitel mit Ehren getragen. Giebt es nicht Länder, die in ihren Regentenlisten eben so viele berühmte Namen des einen als des anderen Geschlechtes aufführen? Wenn das Cabinet außer der Ritterin d'Eon keinen weiblichen Geschäftsträger aufzuweisen hat; sollte dies wohl die Unfähigkeit des anderen Geschlechtes beweisen? Bei Allem, was durch Vernunft erklügelt, durch Dreistigkeit errungen, durch Witz erhascht, durch Gutmüthigkeit erreicht werden kann, wird die schöne Welt nicht zurückbleiben; — und wenn feile Seelen allen Triebfedern dienstbar sind, werden Weiber nie vergessen, was anständig ist — welches da, wo der Anstand sich das Ansehen giebt am höchsten getrieben zu seyn, oft schnöde vergessen wird. Lord Chesterfield soll bei einer Assemblee auf Voltaire'ns Frage: halten Sie die Englischen oder die französischen Damen für schöner? geantwortet haben: ich verstehe mich nicht auf Gemälde; und doch wüßt' ich keinen Hofmann, der sich so zu schminken verstanden hätte, wie dieser Mann, der unter den Lords den Gelehrten, und unter den Gelehrten den Lord machte. Wer le fin du fin in dem diplomatischen Fache kennt und übt, richtet auf diesem Wege oft am wenigsten aus — Adler fangen nicht Fliegen, und der Prätor setzt sich über kleinfügige Subtilitäten hinweg — Der weibliche Vortrag ist gemeiniglich mit dem was vorgetragen wird, aus Einem Hause; diese Zwei sind Eins, und nie oder selten findet hier eine Mésalliance Statt, welches aber zwischen dem männlichen Vortrage und der vorzutragenden Sache sehr oft der Fall ist — Wüßten wir, was in Cabinetten durch Weiber geschehen ist: wir würden über die interessantesten aller Spiele, die Täuschung der Imagination, erstaunen, wodurch Weiber zu ihrem Zwecke kamen; wir würden die Kunst bewundern, mit welcher ein Weib oft den Faden einer Begebenheit anspann, den sie durch alle Schleichwege der Intrigue glücklich bis zum Ziel hinausführte. Eigentlich scheinen sie jener Künste, worauf die Politik heut zu Tage stolz thut, sich bloß darum zu bedienen, daß die Männer mit gleicher Münze bezahlen können; im Grunde sind sie von Natur aus, weniger, als wir mit jenen Schlangenwindungen der Zweideutigkeit, mit jener politischen Falschheit ausgerüstet, die nach den Regeln der jetzigen Kunst im Finstern schleicht; und es ist von ihrem Verstande und von ihrem Herzen zu erwarten, daß sie die Politik säubern, und ihr zum Besten der Menschheit mehr Natur und Wahrheit beiordnen werden. Mit dem Talent, die heimlichsten Gedanken eines Andern auszuspähen, und sie in den verborgensten Winkeln zu ertappen, werden sie den schlauesten Diplomatiker überlisten, ohne daß es Sr. Excellenz gelingt, ihnen ihr Geheimniß zu entwenden; und obgleich der Wille der Principal-Excellenz, wie ein Taglöhner, oft dem liederlichsten Weibe verkauft wird: so wird doch auch der Feinste von den Feinen vergebens sie verleiten, ihren Fuß an einen Stein zu stoßen — Nicht bloß die verliebte Schäferin, sondern auch der Hofmann verbirgt sich im Gesträuch; allein beide lassen sich zuvor sehen — Die Kunst vermehrt oft die Schmerzen des Kranken, und es giebt eine verkünstelte Kunst die in's Abderitische fällt, wodurch unser Geschlecht in der Diplomatik Glück machen will — Wir verfehlen nicht, dem Erzengel Michael und dem Drachen eine Kerze zu widmen — Warum doch so viele Künste! — Werden Weiber aber bei diesem Geschäfte den ihnen eigenen Edelmuth aufgeben? jene aus Menschenliebe abstammende Bereitwilligkeit zur Selbstverleugnung? werden sie je bei der ihnen eigenen Kunst Menschen zu vernehmen und zu erforschen, aufhören, großmüthig zu seyn und sich selbst zu besiegen? Nimmermehr! Schwache Männer pflegen gern boshaften Menschen ihr Zutrauen zu schenken, schwache Weiber dagegen sich edlen Menschen zu überlassen: Weiber hassen Verrätherei und den Verräther; wir nur, wenn's köstlich ist, den Verräther: wir sehen es gern, wenn dergleichen Leute viel bringen, und geben uns nur Mühe, daß sie wenig oder nichts mitnehmen — Weiber, weit hinweg über jene politischen Tiraden, über jene politischen Metaphern und jenen politischen Salto mortale, wählen die Natur zu ihrer Lehrerin, und richten mehr aus, als Excellenzen durch abgenutzte, verrathene und verkaufte Kniffe, die den beschrieenen Namen Künste bei weitem noch nicht einmal verdienen —! Können Weiber nicht zeigen und verbergen, was sie wollen? Haben sie nicht eine Offenheit, durch die sie mehr, als durch Zurückhaltung, ausrichten? eine unvergleichliche Biegsamkeit der Gedanken, eine Helle im Ausdruck, eine Geschmeidigkeit im Urtheil —? Ihr Mienenspiel, ihr Glück und ihr Verdienst, mit geringen Hülfsmitteln die größten Wirkungen zu bewerkstelligen — ihre Kunst, jedem einen Spiegel vorzuhalten, worin er sieht, was sie wollen; ihre gelenkige Zunge, wodurch sie ihren Ideen eine Macht beilegen, die Alles überwindet: — dies sind Eigenschaften, wodurch sie alles ausrichten. Man nimmt nur die Wirkung an sich wahr, und sieht sich vergebens nach den Ursachen um, welche die Weiber sehr künstlich zu verstecken wissen. Schon im gemeinen Leben verwickeln sie mit ihrem Witze alle Charaktere der Gesellschaft auf eine so angenehme Art, daß man diese ihre Leichtigkeit bewundern muß. Indem sie der Ausdruck zu verlassen scheint, indem sie ihn aufgeben, finden sie eine überschwengliche Sprache: sie belauschen kleine Ideen, die der, den sie gewinnen wollen, fallen läßt; — sie wissen auf ein Haar seine Leibgerichte, seine Neigungen, seine Stärke, seine Schwäche; und besitzen die große Gabe, von Glück und Unglück Gebrauch zu machen — wie bewunderungswürdig! — Unser Geschlecht verstehet es selten, aus dem Glück, und fast nie, aus dem Unglück Vortheil zu ziehen und glücklich durch Unglück zu seyn. —
Der Mangel der Verschwiegenheit, den man dem andern Geschlechte so oft zur Last legt, ist nur eine Unart des weiblichen Pöbels; und der männliche Pöbel macht in dieser Hinsicht so wenig eine Ausnahme, daß er fast schwatzhafter zu seyn scheinet. Weil die Weiber viel reden, hat man sie der Unverschwiegenheit beschuldiget; allein unser Geschlecht verdient diesen Vorwurf unendlich mehr; — wenn es voll süßen Weins oder verliebt ist, fast immer, und auch oft dann, wenn es sich weder durch Liebe noch durch Wein erhitzt hat — Nichts kann Manchen zurückhalten, sogar seine selbsteigene Schande zu entdecken — Kein Soldat kann so begeistert von seinen Siegen erzählen, wie ein Zierling (Élégant) von den seinigen. Hat man nicht Mirabeau, dem goldenen Munde neuester Zeit, den Vorwurf gemacht, daß er nichts verschweigen können? Jene Weigerung guter Menschen, Alles hören zu wollen, nur keine Geheimnisse, beweiset, daß wenige Menschen zu solchen Depositis sich Treue genug zutrauen. Viele unseres Geschlechtes haben so viel selbsteigene Geheimnisse zu bewahren, daß sie sich mit fremden Depositis nicht füglich befassen können; viele sind niedrig genug, Depositen-Gebühren auf eine unverschämte Weise zu verlangen — Wer sich selbst nicht treu ist, und seine eigenen Unthaten unter die Leute zu bringen für unbedenklich hält, glaubt sich, wo nicht rechtfertigen, so doch entschuldigen zu können, wenn er seinen Herrn oder seinen Freund verräth! — Männer sind so fein sich zu überreden, daß sie zum Heil und Frommen eines besseren Menschen das Beichtsiegel brechen können, das auf die Geständnisse eines minder guten schon gedrückt war! — Mancher Richter macht sich kein Gewissen, unter Versicherung des Nichtgebrauchs, Bekenntnisse herauszulocken. »Hat denn,« fragt er, »der Staat nicht mehr Recht auf mich, als meine Verbindlichkeit?« Du irrest, Verräther! der Tugend stehet das größere Recht zu. Die Pflichten gegen das Vaterland heben bei weitem nicht alle anderen Pflichten auf, und ein Bürger muß nie aufhören ein Mensch zu bleiben. Im Kriege selbst darf man den Vorzug nicht aufgeben, ein Freund seines Freundes zu seyn! Auch haben die Männer ein verrätherisches Schweigen, ein Achselziehen im Gebrauch, die Weise ein halbes Wort zu sagen, den ersten Buchstaben anzugeben — Diese Judas-Verrätherei durch einen Kuß, dieses plauderhafte Stillschweigen, läßt das andere Geschlecht sich gar nicht zu Schulden kommen — Man rede nicht von der Unverschwiegenheit der Weiber! — —
Noch weniger aber sollte den Weibern untersagt seyn, an der inneren Staatsverwaltung und Staatshaushaltung Theil zu nehmen, da ihnen gegenwärtig schon im Ganzen die Verwaltung ihres eigenen Hauswesens anvertrauet ist, und sie bei diesem, ihnen zugefallenen Pflichtteile, selbst nach dem Zeugnisse der Männer, sich rühmlichst verhalten. Gewiß hätten wir alsdann weniger Tyrannen, die auf festem Grund und Boden Schiffbrüchige mit Lust arbeiten sehen, oder die des Spaßes wegen solchen, die mit den Fluthen ringen, unter Pauken- und Trompeten-Schall vermittelst einer heilsamen Verordnung Strohhalme zuwerfen; weniger Blutigel, die hier jeden Bissen finanzmäßig zuschneiden, und dort den Schweiß und das Blut der Unterthanen ohne Maß und Ziel verschwenden; — die sich Mühe geben, dem gemeinen Manne das Huhn aus dem Topfe herauszurechnen, welches Heinrich IV ihm alle Sonntage in den Topf hineinzurechnen Königliche Sorge trug; — die ihre Administration, wie elende Feldherren ihre Einnahmen, mit Plünderungen anfangen, und, um sich aus dem Gerede über neue Plackerei zu bringen, Redouten und Bälle, Diners und Soupers geben, und es wie weiland Alcibiades machen, der seinem schönen Hunde Ohren und Schwanz abschnitt — — Wir hätten alsdann weniger Großprahler und Meister, die gleich vom Himmel fallen, ob sie schon entweder Colporteurs von alten abgetragenen Meinungen sind, welche sie wie ein Bettelkleid mit einem Flick von Sammet bereichern, oder aber (trotz jenem Ober-Chirurgus, der sich dienst- und kunsteifrig dahin ausließ: hinter die Krankheit muß ich kommen, wenn auch das ganze Regiment darauf ginge!) eine neue verzweifelte Kur nach der andern probiren — und das Alles? um reiche Arme und arme Reiche zu machen — O, wie viele hochgepriesene Schwachköpfe giebt es, die Einen Stand auf Rechnung des andern in verhältnißwidrigen Cours bringen, damit der eine durch Übermuth, und der andere durch Hungersnoth verderbe! wie viele, die nichts im Ganzen übersehen können, und denen es ein leichtes dünkt, aus Deutschen Franzosen, und aus Pohlen Holländer zu fabriciren —! wie viele Finanzblitzer, deren Aufblitz nur dazu dient, daß man das Schreckliche der Verderbensnacht mit Schauder erblicke! — Diese Herren sollten die Ermahnung jenes Weisen an einen Frevler beherzigen, der bei einem gefährlichen Ungewitter die Götter bestürmte: — sich still zu halten, damit die Götter nicht wüßten, daß er hier wäre. — Nehmt das Triumvirat unserer außerordentlichen Minister, des Grafen Struensee, Pombals, Neckers; — und das sollte kein Weib thun, was diese Excellenzen thaten?
Wer dem weiblichen Geschlechte die Fähigkeit abspricht, das Ganze zu übersehen, Anordnungen für Königreiche zu treffen, sie im Großen auszuführen, weit aussehende Plane zu umfassen, und kurz, ihre Begriffe bis zum Allgemeinen zu erheben, der verräth wenig Weltkenntniß, und schließt von den Geschäftendes Detail — denn größtentheils werden bloß diese den Weibern jetzt anvertrauet — auf ihre Fähigkeit. Und wie? soll es denn bei diesen Geschäften nicht auch subalterne Köpfe geben, da Arbeiten dieser Art bei unsern jetzigen Einrichtungen überall existiren? Wo es Feste oder Erhöhungen gewisser Tage des gemeinen Lebens giebt, da müssen auch Werktage seyn — Nur alle sieben Tage ist ein Sonntag — Weihungen gewisser Lebens-Momente zu einem vorzüglichen Lebensgenusse setzen auch gewöhnliche Tage voraus. Und sind wir denn lauter Sonntagskinder? — Bewunderungswürdig ist das Talent zu rechnen selbst bei gemeinen Weibern, ob sie gleich sich über unsere Rechnungsmethode wegsetzen, und oft ihre eigene Arithmetik auch alsdann noch beibehalten, wenn sie nach der gewöhnlichen Schulmethode zu den Geheimnissen der Zahlen zugelassen worden sind. Ihre Kanzelei ist mir, bei aller ihrer Unregelmäßigkeit, schätzbar, wenn gleich Keuschheits-Procuratoren noch nicht einig sind, ob und in wie weit das Schreiben dem weiblichen Geschlechte nützlich oder schädlich sei. Giebt es nicht Männer genug, die ihre Töchter nicht anders zu bewachen wissen, als daß sie ihnen Tinte und Federn untersagen?
Storch, ein neuer Reisender, fand, nach seinen Bemerkungen über Frankreich, in der Schule des berühmten Tachygraphen Coulon de Thévenot zu Paris Mädchen, unter denen es einige in der Kunst geschwind zu schreiben, zu einer erstaunenswürdigen Fertigkeit gebracht hatten. Heißt das nicht mehr als Orthographie und Kalligraphie?