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^4 Die vielbestrittenen topographischen Fragen, die an diese beruehmte Expedition sich knuepfen, koennen als erledigt und im wesentlichen als geloest gelten durch die musterhaft gefuehrte Untersuchung der Herren Wickham und Gramer. Ueber die chronologischen, die gleichfalls Schwierigkeiten darbieten, moegen hier ausnahmsweise einige Bemerkungen stehen.

Als Hannibal auf den Gipfel des Bernhard gelangte, “fingen die Spitzen schon an, sich dicht mit Schnee zu bedecken” (Polyb. 3, 54); auf dem Wege lag Schnee (Polyb. 3, 55), aber vielleicht groesstenteils nicht frisch gefallener, sondern Schnee von herabgestuerzten Lawinen. Auf dem Bernhard beginnt der Winter um Michaelis, der Schneefall im September; als Ende August die genannten Englaender den Berg ueberstiegen, fanden sie fast gar keinen Schnee auf ihrem Wege, aber zu beiden Seiten die Bergabhaenge davon bedeckt. Hiernach scheint Hannibal Anfang September auf dem Pass angelangt zu sein; womit auch wohl vereinbar ist, dass er dort eintraf, “als schon der Winter herannahte” - denn mehr ist ςυνάπτειν τήν τής πλειάδος δύσιν (Polyb. 3, 54) nicht, am wenigsten der Tag des Fruehuntergangs der Plejaden (etwa 26. Oktober); vgl. C. L. Ideler, Lehrbuch der Chronologie. Berlin 1831. Bd. 1, S. 241.

Kam Hannibal neun Tage spaeter, also Mitte September in Italien an, so ist auch Platz fuer die von da bis zur Schlacht an der Trebia gegen Ende Dezember (περί χειμερινάς τροπάς Polyb. 3, 72) eingetretenen Ereignisse, namentlich die Translokation des nach Afrika bestimmten Heeres von Lilybaeon nach Placentia. Es passt dazu ferner, dass in einer Heerversammlung υπό τήν εαρινήν ώραν (Polyb. 3, 34), also gegen Ende Maerz, der Tag des Abmarsches bekannt gemacht ward und der Marsch fuenf (oder nach App. Hisp. 7, 4 sechs) Monate waehrte. Wenn also Hannibal Anfang September auf dem Bernhard war, so war er, da er von der Rhone bis dahin 30 Tage gebraucht, an der Rhône Anfang August eingetroffen, wo denn freilich Scipio, der im Anfang des Sommers (Polyb. 3, 41), also spaetestens Anfang Juni sich einschiffte unterwegs sich sehr verweilt oder in Massalia in seltsamer Untaetigkeit laengere Zeit gesessen haben muss.

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Das Ziel war erreicht, aber mit schweren Opfern. Von den 50000 zu Fuss, den 9000 zu Ross dienenden alten Soldaten, welche die Armee nach dem Pyrenaeenuebergang zaehlte, waren mehr als die Haelfte das Opfer der Gefechte, der Maersche und der Flussuebergaenge geworden; Hannibal zaehlte nach seiner eigenen Angabe jetzt nicht mehr als 20000 zu Fuss - davon drei Fuenftel Libyer, zwei Fuenftel Spanier - und 6000 zum Teil wohl demontierte Reiter, deren verhaeltnismaessig geringer Verlust nicht minder fuer die Trefflichkeit der numidischen Kavallerie spricht wie fuer die wohlueberlegte Schonung, mit der der Feldherr diese ausgesuchte Truppe verwandte. Ein Marsch von 526 Miglien oder etwa 33 maessigen Tagemaerschen, dessen Fortsetzung und Beendigung durch keinen besonderen, nicht vorherzusehenden groesseren Unfall gestoert, vielmehr nur durch unberechenbare Gluecksfaelle und noch unberechenbarere Fehler des Feindes moeglich ward und der dennoch nicht bloss solche Opfer kostete, sondern die Armee so strapazierte und demoralisierte, dass sie einer laengeren Rast bedurfte, um wieder kampffaehig zu werden, ist eine militaerische Operation von zweifelhaftem Werte, und es darf in Frage gestellt werden, ob Hannibal sie selber als gelungen betrachtete. Nur duerfen wir daran nicht unbedingt einen Tadel des Feldherrn knuepfen; wir sehen wohl die Maengel des von ihm befolgten Operationsplans, koennen aber nicht entscheiden, ob er imstande war, sie vorherzusehen - fuehrte doch sein Weg durch unbekanntes Barbarenland -, und ob ein anderer Plan, etwa die Kuestenstrasse einzuschlagen oder in Cartagena oder Karthago sich einzuschiffen, ihn geringeren Gefahren ausgesetzt haben wuerde. Die umsichtige und meisterhafte Ausfuehrung des Planes im einzelnen ist auf jeden Fall bewundernswert, und worauf am Ende alles ankam - sei es nun mehr durch die Gunst des Schicksals oder sei es mehr durch die Kunst des Feldherrn, Hamilkars grosser Gedanke, in Italien den Kampf mit Rom aufzunehmen, war jetzt zur Tat geworden. Sein Geist ist es, der diesen Zug entwarf; und wie Steins und Scharnhorsts Aufgabe schwieriger und grossartiger war als die von York und Bluecher, so hat auch der sichere Takt geschichtlicher Erinnerung das letzte Glied der grossen Kette von vorbereitenden Taten, den Uebergang ueber die Alpen, stets mit groesserer Bewunderung genannt als die Schlachten am Trasimenischen See und auf der Ebene von Cannae.

KAPITEL V.
Der Hannibalische Krieg bis zur Schlacht bei Cannae

Durch das Erscheinen der karthagischen Armee diesseits der Alpen war mit einem Schlag die Lage der Dinge verwandelt und der roemische Kriegsplan gesprengt. Von den beiden roemischen Hauptarmeen war die eine in Spanien gelandet und dort schon mit dem Feinde handgemein; sie zurueckzuziehen, war nicht mehr moeglich. Die zweite, die unter dem Oberbefehl des Konsuls Tiberius Sempronius nach Afrika bestimmt war, stand gluecklicherweise noch in Sizilien; die roemische Zauderei bewies sich hier einmal von Nutzen. Von den beiden karthagischen nach Italien und Sizilien bestimmten Geschwadern war das erste durch den Sturm zerstreut und einige der Schiffe desselben bei Messana von den syrakusanischen aufgebracht worden; das zweite hatte vergeblich versucht, Lilybaeon zu ueberrumpeln und darauf in einem Seegefecht vor diesem Hafen den kuerzeren gezogen. Doch war das Verweilen der feindlichen Geschwader in den italischen Gewaessern so unbequem, dass der Konsul beschloss, bevor er nach Afrika ueberfuhr, die kleinen Inseln um Sizilien zu besetzen und die gegen Italien operierende karthagische Flotte zu vertreiben. Mit der Eroberung von Melite und dem Aufsuchen des feindlichen Geschwaders, das er bei den Liparischen Inseln vermutete, waehrend es bei Vibo (Monteleone) gelandet die brettische Kueste brandschatzte, endlich mit der Erkundung eines geeigneten Landungsplatzes an der afrikanischen Kueste war ihm der Sommer vergangen, und so traf der Befehl des Senats, so schleunig wie moeglich zur Verteidigung der Heimat zurueckzukehren, Heer und Flotte noch in Lilybaeon.

Waehrend also die beiden grossen, jede fuer sich der Armee Hannibals an Zahl gleichen roemischen Armeen in weiter Ferne von dem Potal verweilten, war man hier auf einen Angriff schlechterdings nicht gefasst. Zwar stand dort ein roemisches Heer infolge der unter den Kelten schon vor Ankunft der karthagischen Armee ausgebrochenen Insurrektion. Die Gruendung der beiden roemischen Zwingburgen Placentia und Cremona, von denen jede 6000 Kolonisten erhielt, und namentlich die Vorbereitungen zur Gruendung von Mutina im boischen Lande hatten schon im Fruehling 536 (218), vor der mit Hannibal verabredeten Zeit, die Boier zum Aufstand getrieben, dem sich die Insubrer sofort anschlossen. Die schon auf dem mutinensischen Gebiet angesiedelten Kolonisten, ploetzlich ueberfallen, fluechteten sich in die Stadt. Der Praetor Lucius Manlius, der in Ariminum den Oberbefehl fuehrte, eilte schleunig mit seiner einzigen Legion herbei, um die blockierten Kolonisten zu entsetzen; allein in den Waeldern ueberrascht, blieb ihm nach starkem Verlust nichts anderes uebrig, als sich auf einem Huegel festzusetzen und hiervon den Boiern sich gleichfalls belagern zu lassen, bis eine zweite von Rom gesandte Legion unter dem Praetor Lucius Atilius Heer und Stadt gluecklich befreite und den gallischen Aufstand fuer den Augenblick daempfte. Dieser voreilige Aufstand der Boier, der einerseits, insofern er Scipios Abfahrt nach Spanien verzoegerte, Hannibals Plan wesentlich gefoerdert hatte, war anderseits die Ursache, dass er das Potal nicht bis auf die Festungen voellig unbesetzt fand. Allein das roemische Korps, dessen zwei stark dezimierte Legionen keine 20000 Soldaten zaehlten, hatte genug zu tun, die Kelten im Zaum zu halten, und dachte nicht daran, die Alpenpaesse zu besetzen, deren Bedrohung man auch in Rom erst erfuhr, als im August der Konsul Publius Scipio ohne sein Heer von Massalia nach Italien zurueckkam, und vielleicht selbst damals wenig beachtete, da ja das tollkuehne Beginnen allein an den Alpen scheitern werde. Also stand in der entscheidenden Stunde an dem entscheidenden Platz nicht einmal ein roemischer Vorposten; Hannibal hatte volle Zeit, sein Heer auszuruhen, die Hauptstadt der Tauriner, die ihm die Tore verschloss, nach dreitaegiger Belagerung zu erstuermen und alle ligurischen und keltischen Gemeinden im oberen Potal zum Buendnis zu bewegen oder zu schrecken, bevor Scipio, der das Kommando im Potal uebernommen hatte, ihm in den Weg trat. Dieser, dem die schwierige Aufgabe zufiel, mit einem bedeutend geringeren, namentlich an Reiterei sehr schwachen Heer das Vordringen der ueberlegenen feindlichen Armee auf- und die ueberall sich regende keltische Insurrektion niederzuhalten, war, vermutlich bei Placentia, ueber den Po gegangen und rueckte an diesem hinauf dem Feind entgegen, waehrend Hannibal nach der Einnahme von Turin flussabwaerts marschierte, um den Insubrern und Boiern Luft zu machen. In der Ebene zwischen dem Ticino und der Sesia unweit Vercellae traf die roemische Reiterei, die mit dem leichten Fussvolk zu einer forcierten Rekognoszierung vorgegangen war, auf die zu gleichem Zwecke ausgesendete phoenikische, beide gefuehrt von den Feldherren in Person. Scipio nahm das angebotene Gefecht trotz der Ueberlegenheit des Feindes an; allein sein leichtes Fussvolk, das vor der Front der Reiter aufgestellt war, riss vor dem Stoss der feindlichen schweren Reiterei aus und waehrend diese von vorn die roemischen Reitermassen engagierte, nahm die leichte numidische Kavallerie, nachdem sie die zersprengten Scharen des feindlichen Fussvolks beiseite gedraengt hatte, die roemischen Reiter in die Flanken und den Ruecken. Dies entschied das Gefecht. Der Verlust der Roemer war sehr betraechtlich; der Konsul selbst, der als Soldat gutmachte, was er als Feldherr gefehlt hatte, empfing eine gefaehrliche Wunde und verdankte seine Rettung nur der Hingebung seines siebzehnjaehrigen Sohnes, der mutig in die Feinde hineinsprengend seine Schwadron zwang, ihm zu folgen und den Vater heraushieb. Scipio, durch dies Gefecht aufgeklaert ueber die Staerke des Feindes, begriff den Fehler, den er gemacht hatte, mit einer schwaecheren Armee sich in der Ebene mit dem Ruecken gegen den Fluss aufzustellen und entschloss sich, unter den Augen des Gegners auf das rechte Poufer zurueckzukehren. Wie die Operationen sich auf einen engeren Raum zusammenzogen und die Illusionen der roemischen Unwiderstehlichkeit von ihm wichen, fand er sein bedeutendes militaerisches Talent wieder, das der bis zur Abenteuerlichkeit verwegene Plan seines jugendlichen Gegners auf einen Augenblick paralysiert hatte. Waehrend Hannibal sich zur Feldschlacht bereit machte, gelangte Scipio durch einen rasch entworfenen und sicher ausgefuehrten Marsch gluecklich auf das zur Unzeit verlassene rechte Ufer des Flusses und brach die Pobruecke hinter dem Heere ab, wobei freilich das mit der Deckung des Abbruchs beauftragte roemische Detachement von 600 Mann abgeschnitten und gefangen wurde. Indes konnte, da der obere Lauf des Flusses in Hannibals Haenden war, es diesem nicht verwehrt werden, dass er stromaufwaerts marschierend auf einer Schiffbruecke uebersetzte und in wenigen Tagen auf dem rechten Ufer dem roemischen Heere gegenuebertrat. Dies hatte in der Ebene vorwaerts von Placentia Stellung genommen; allein die Meuterei einer keltischen Abteilung im roemischen Lager und die ringsum aufs neue ausbrechende gallische Insurrektion zwang den Konsul, die Ebene zu raeumen und sich auf den Huegeln hinter der Trebia festzusetzen, was ohne namhaften Verlust bewerkstelligt ward, da die nachsetzenden numidischen Reiter mit dem Pluendern und Anzuenden des verlassenen Lagers die Zeit verdarben. In dieser starken Stellung, den linken Fluegel gelehnt an den Apennin, den rechten an den Po und die Festung Placentia, von vorn gedeckt durch die in dieser Jahreszeit nicht unbedeutende Trebia, vermochte er zwar die reichen Magazine von Clastidium (Casteggio), von dem ihn in dieser Stellung die feindliche Armee abschnitt, nicht zu retten und die insurrektionelle Bewegung fast aller gallischen Kantone mit Ausnahme der roemisch gesinnten Cenomanen nicht abzuwenden. Aber Hannibals Weitermarsch war voellig gehemmt und derselbe genoetigt, sein Lager dem roemischen gegenueber zu schlagen; ferner hinderte die von Scipio genommene Stellung sowie die Bedrohung der insubrischen Grenzen durch die Cenomanen die Hauptmasse der gallischen Insurgenten, sich unmittelbar dem Feinde anzuschliessen, und gab dem zweiten roemischen Heer, das mittlerweile von Lilybaeon in Ariminum eingetroffen war, Gelegenheit, mitten durch das insurgierte Land ohne wesentliche Hinderung Placentia zu erreichen und mit der Poarmee sich zu vereinigen. Scipio hatte also seine schwierige Aufgabe vollstaendig und glaenzend geloest. Das roemische Heer, jetzt nahe an 40000 Mann stark und dem Gegner wenn auch an Reiterei nicht gewachsen, doch an Fussvolk wenigstens gleich, brauchte bloss da stehen zu bleiben, wo es stand, um den Feind entweder zu noetigen, in der winterlichen Jahreszeit den Flussuebergang und den Angriff auf das roemische Lager zu versuchen oder sein Vorruecken einzustellen und den Wankelmut der Gallier durch die laestigen Winterquartiere auf die Probe zu setzen. Indes so einleuchtend dies war, so war es nicht minder unzweifelhaft, dass man schon im Dezember stand und bei jenem Verfahren zwar vielleicht Rom den Sieg gewann, aber nicht der Konsul Tiberius Sempronius, der infolge von Scipios Verwundung den Oberbefehl allein fuehrte und dessen Amtsjahr in wenigen Monaten ablief. Hannibal kannte den Mann und versaeumte nichts, ihn zum Kampf zu reizen; die den Roemern treugebliebenen keltischen Doerfer wurden grausam verheert und als darueber ein Reitergefecht sich entspann, gestattete Hannibal den Gegnern, sich des Sieges zu ruehmen. Bald darauf, an einem rauhen regnerischen Tage, kam es, den Roemern unvermutet, zu der Hauptschlacht. Vom fruehesten Morgen an hatten die roemischen leichten Truppen herumgeplaenkelt mit der leichten Reiterei der Feinde; diese wich langsam, und hitzig eilten die Roemer ihr nach durch die hochangeschwollene Trebia, den errungenen Vorteil zu verfolgen. Ploetzlich standen die Reiter; die roemische Vorhut fand sich auf dem von Hannibal gewaehlten Schlachtfeld seiner zur Schlacht geordneten Armee gegenueber - sie war verloren, wenn nicht das Gros der Armee schleunigst ueber den Bach folgte. Hungrig, ermuedet und durchnaesst kamen die Roemer an und eilten sich, in Reihe und Glied zu stellen; die Reiter wie immer auf den Fluegeln, das Fussvolk im Mitteltreffen. Die leichten Truppen, die auf beiden Seiten die Vorhut bildeten, begannen das Gefecht; allein die roemischen hatten fast schon gegen die Reiterei sich verschossen und wichen sofort, ebenso auf den Fluegeln die Reiterei, welche die Elefanten von vorn bedraengten und die weit zahlreicheren karthagischen Reiter links und rechts ueberfluegelten. Aber das roemische Fussvolk bewies sich seines Namens wert; es focht zu Anfang der Schlacht mit der entschiedensten Ueberlegenheit gegen die feindliche Infanterie, und selbst als die Zurueckdraengung der roemischen Reiter der feindlichen Kavallerie und den Leichtbewaffneten gestattete, ihre Angriffe gegen das roemische Fussvolk zu kehren, stand dasselbe zwar vom Vordringen ab, aber zum Weichen war es nicht zu bringen. Da ploetzlich erschien eine auserlesene karthagische Schar, 1000 Mann zu Fuss und ebensoviele zu Pferd unter der Fuehrung von Mago, Hannibals juengstem Bruder, aus einem Hinterhalt in dem Ruecken der roemischen Armee und hieb ein in die dicht verwickelten Massen. Die Fluegel der Armee und die letzten Glieder des roemischen Zentrums wurden durch diesen Angriff aufgeloest und zersprengt. Das erste Treffen, 10000 Mann stark, durchbrach, sich eng zusammenschliessend, die karthagische Linie und bahnte mitten durch die Feinde sich seitwaerts einen Ausweg, der der feindlichen Infanterie, namentlich den gallischen Insurgenten teuer zu stehen kam; diese tapfere Truppe gelangte also, nur schwach verfolgt, nach Placentia. Die uebrige Masse ward zum groessten Teil bei dem Versuch, den Fluss zu ueberschreiten, von den Elefanten und den leichten Truppen des Feindes niedergemacht; nur ein Teil der Reiterei und einige Abteilungen des Fussvolks vermochten den Fluss durchwatend das Lager zu gewinnen, wohin ihnen die Karthager nicht folgten, und erreichten von da gleichfalls Placentia ^1. Wenige Schlachten machen dem roemischen Soldaten mehr Ehre als diese an der Trebia und wenige zugleich sind eine schwerere Anklage gegen den Feldherrn, der sie schlug; obwohl der billig Urteilende nicht vergessen wird, dass die an einem bestimmten Tage ablaufende Feldhauptmannschaft eine unmilitaerische Institution war und von Dornen sich einmal keine Feigen ernten lassen. Auch den Siegern kam der Sieg teuer zu stehen. Wenngleich der Verlust im Kampfe hauptsaechlich auf die keltischen Insurgenten gefallen war, so erlagen doch nachher den infolge des rauhen und nassen Wintertages entstandenen Krankheiten eine Menge von Hannibals alten Soldaten und saemtliche Elefanten bis auf einen einzigen.

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