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^10 Darum nennt Cato die beiden Gueter, die er schildert, kurzweg Olivenpflanzung (olivetum) und Weinberg (vinea), obwohl darauf keineswegs bloss Wein und Oel, sondern auch Getreide und anderes mehr gebaut ward. Waeren freilich die 800 culei, auf die der Besitzer des Weinbergs angewiesen wird, sich mit Faessern zu versehen (11), das Maximum einer Jahresernte, so muessten alle 100 Morgen mit Reben bepflanzt gewesen sein, da der Ertrag von 8 culei fuer den Morgen schon ein fast unerhoerter war (Colum. 3, 3); allein Varro (rust. 1, 22) verstand, und offenbar mit Recht, die Angabe, dass der Weinbergbesitzer in den Fall kommen kann, die neue Lese eintun zu muessen, bevor die alte verkauft ist.
^11 Dass der roemische Landwirt von seinem Kapital durchschnittlich sechs Prozent machte, laesst Columella (3, 3, 9) schliessen. Einen genaueren Anschlag fuer Kosten und Ertrag haben wir nur fuer den Weinberg, wofuer Columella auf den Morgen folgende Kostenberechnung aufstellt:
Kaufpreis des Bodens 1000 Sesterzen
Kaufpreis der Arbeitssklaven
auf den Morgen repartiert 1143 Sesterzen
Reben und Pfaehle 2000 Sesterzen
Verlorene Zinsen waehrend
der ersten zwei Jahre 497 Sesterzen
Zusammen 4640 Sesterzen