KAPITEL II.
Der Krieg um Sizilien zwischen Rom und Karthago
Seit mehr als einem Jahrhundert verheerte die Fehde zwischen den Karthagern und den syrakusanischen Herren die schoene sizilische Insel. Von beiden Seiten ward der Krieg gefuehrt einerseits mit politischem Propagandismus, indem Karthago Verbindungen unterhielt mit der aristokratisch-republikanischen Opposition in Syrakus, die syrakusanischen Dynasten mit der Nationalpartei in den Karthago zinspflichtig gewordenen Griechenstaedten; anderseits mit Soeldnerheeren, mit welchen Timoleon und Agathokles ebensowohl ihre Schlachten schlugen wie die phoenikischen Feldherren. Und wie man auf beiden Seiten mit gleichen Mitteln focht, ward auch auf beiden Seiten mit gleicher, in der okzidentalischen Geschichte beispielloser Ehr- und Treulosigkeit gestritten. Die unterliegende Partei waren die Syrakusier. Noch im Frieden von 440 (314) hatte Karthago sich beschraenkt auf das Drittel der Insel westlich von Herakleia, Minoa und Himera und hatte ausdruecklich die Hegemonie der Syrakusier ueber saemtliche oestliche Staedte anerkannt. Pyrrhos’ Vertreibung aus Sizilien und Italien (479 275) liess die bei weitem groessere Haelfte der Insel und vor allem das wichtige Akragas in Karthagos Haenden; den Syrakusiern blieb nichts als Tauromenion und der Suedosten der Insel. In der zweiten grossen Stadt an der Ostkueste, in Messana, hatte eine fremdlaendische Soldatenschar sich festgesetzt und behauptete die Stadt, unabhaengig von den Syrakusiern wie von den Karthagern. Es waren kampanische Landsknechte, die in Messana geboten. Das bei den in und um Capua angesiedelten Sabellern eingerissene wueste Wesen (I, 368) hatte im vierten und fuenften Jahrhundert aus Kampanien gemacht, was spaeter Aetolien, Kreta, Lakonien waren: den allgemeinen Werbeplatz fuer die soeldnersuchenden Fuersten und Staedte. Die von den kampanischen Griechen dort ins Leben gerufene Halbkultur, die barbarische Ueppigkeit des Lebens in Capua und den uebrigen kampanischen Staedten, die politische Ohnmacht, zu der die roemische Hegemonie sie verurteilte, ohne ihnen doch durch ein straffes Regiment die Verfuegung ueber sich selbst vollstaendig zu entziehen - alles dies trieb die kampanische Jugend scharenweise unter die Fahnen der Werbeoffiziere; und es versteht sich, dass der leichtsinnige und gewissenlose Selbstverkauf hier wie ueberall die Entfremdung von der Heimat, die Gewoehnung an Gewalttaetigkeit und Soldatenunfug und die Gleichgueltigkeit gegen den Treuebruch im Gefolge hatte. Warum eine Soeldnerschar sich der ihrer Hut anvertrauten Stadt nicht fuer sich selbst bemaechtigen solle, vorausgesetzt nur, dass sie dieselbe zu behaupten imstande sei, leuchtete diesen Kampanern nicht ein - hatten doch die Samniten in Capua selbst, die Lucaner in einer Reihe griechischer Staedte ihre Herrschaft in nicht viel ehrenhafterer Weise begruendet. Nirgend luden die politischen Verhaeltnisse mehr zu solchen Unternehmungen ein als in Sizilien; schon die waehrend des Peloponnesischen Krieges nach Sizilien gelangten kampanischen Hauptleute hatten in Entella und Aetna in solcher Art sich eingenistet. Etwa um das Jahr 470 (284) setzte ein kampanischer Trupp, der frueher unter Agathokles gedient hatte und nach dessen Tode (465 289) das Raeuberhandwerk auf eigene Rechnung trieb, sich fest in Messana, der zweiten Stadt des griechischen Siziliens und dem Hauptsitz der antisyrakusanischen Partei in dem noch von Griechen beherrschten Teile der Insel. Die Buerger wurden erschlagen oder vertrieben, die Frauen und Kinder und die Haeuser derselben unter die Soldaten verteilt und die neuen Herren der Stadt, die “Marsmaenner”, wie sie sich nannten, oder die Mamertiner wurden bald die dritte Macht der Insel, deren nordoestlichen Teil sie in den wuesten Zeiten nach Agathokles’ Tode sich unterwarfen. Die Karthager sahen nicht ungern diese Vorgaenge, durch welche die Syrakusier anstatt einer stammverwandten und in der Regel ihnen verbuendeten oder untertaenigen Stadt einen neuen und maechtigen Gegner in naechster Naehe erhielten; mit karthagischer Hilfe behaupteten die Mamertiner sich gegen Pyrrhos und der unzeitige Abzug des Koenigs gab ihnen ihre ganze Macht zurueck.
Es ziemt der Historie weder, den treulosen Frevel zu entschuldigen, durch den sie der Herrschaft sich bemaechtigten, noch zu vergessen, dass der Gott, der die Suende der Vaeter straft bis ins vierte Glied, nicht der Gott der Geschichte ist. Wer sich berufen fuehlt, die Suenden anderer zu richten, mag die Menschen verdammen; fuer Sizilien konnte es heilbringend sein, dass hier eine streitkraeftige und der Insel eigene Macht sich zu bilden anfing, die schon bis achttausend Mann ins Feld zu stellen vermochte und die allmaehlich sich in den Stand setzte, den Kampf, welchem die trotz der ewigen Kriege sich immer mehr der Waffen entwoehnenden Hellenen nicht mehr gewachsen waren, zu rechter Zeit gegen die Auslaender mit eigenen Kraeften aufzunehmen.
Zunaechst indes kam es anders. Ein junger syrakusanischer Offizier, der durch seine Abstammung aus dem Geschlechte Gelons und durch seine engen verwandtschaftlichen Beziehungen zum Koenig Pyrrhos ebenso sehr wie durch die Auszeichnung, mit der er in dessen Feldzuegen gefochten hatte, die Blicke seiner Mitbuerger wie die der syrakusanischen Soldateska auf sich gelenkt hatte, Hieron, des Hierokles Sohn, ward durch eine militaerische Wahl an die Spitze des mit den Buergern hadernden Heeres gerufen (479/80 275/74). Durch seine kluge Verwaltung, sein adliges Wesen und seinen maessigen Sinn gewann er schnell sich die Herzen der syrakusanischen, des schaendlichsten Despotenunfugs gewohnten Buergerschaft und ueberhaupt der sizilischen Griechen. Er entledigte sich, freilich auf treulose Weise, des unbotmaessigen Soeldnerheeres, regenerierte die Buergermiliz und versuchte, anfangs mit dem Titel als Feldherr, spaeter als Koenig, mit den Buergertruppen und frischen und lenksameren Geworbenen die tiefgesunkene hellenische Macht wiederherzustellen. Mit den Karthagern, die im Einverstaendnis mit den Griechen den Koenig Pyrrhos von der Insel vertrieben hatten, war damals Friede; die naechsten Feinde der Syrakusier waren die Mamertiner, die Stammgenossen der verhassten, vor kurzem ausgerotteten Soeldner, die Moerder ihrer griechischen Wirte, die Schmaelerer des syrakusanischen Gebiets, die Zwingherren und Brandschatzer einer Menge kleinerer griechischer Staedte. Im Bunde mit den Roemern, die eben um diese Zeit gegen die Bundes-, Stamm- und Frevelgenossen der Mamertiner, die Kampaner in Rhegion, ihre Legionen schickten, wandte Hieron sich gegen Messana. Durch einen grossen Sieg, nach welchem Hieron zum Koenig der Sikelioten ausgerufen ward (484 270), gelang es, die Mamertiner in ihre Staedte einzuschliessen, und nachdem die Belagerung einige Jahre gewaehrt hatte, sahen die Mamertiner sich aufs aeusserste gebracht und ausserstande, die Stadt gegen Hieron laenger mit eigenen Kraeften zu behaupten. Dass eine Uebergabe auf Bedingungen nicht moeglich war und das Henkerbeil, das die rheginischen Kampaner in Rom getroffen hatte, ebenso sicher in Syrakus der messanischen wartete, leuchtete ein; die einzige Rettung war die Auslieferung der Stadt entweder an die Karthager oder an die Roemer, denen beiden hinreichend gelegen sein musste an der Eroberung des wichtigen Platzes, um ueber alle anderen Bedenken hinwegzusehen. Ob es vorteilhafter sei, den Herren Afrikas oder den Herren Italiens sich zu ergeben, war zweifelhaft; nach langem Schwanken entschied sich endlich die Majoritaet der kampanischen Buergerschaft, den Besitz der meerbeherrschenden Festung den Roemern anzutragen.
Es war ein weltgeschichtlicher Moment von der tiefsten Bedeutung, als die Boten der Mamertiner im roemischen Senat erschienen. Zwar was alles an dem ueberschreiten des schmalen Meerarms hing, konnte damals niemand ahnen; aber dass an diese Entscheidung, wie sie immer ausfiel, ganz andere und wichtigere Folgen sich knuepfen wuerden als an irgendeinen der bisher vom Senat gefassten Beschluesse, musste jedem der ratschlagenden Vaeter der Stadt offenbar sein. Streng rechtliche Maenner freilich mochten fragen, wie es moeglich sei, ueberhaupt zu ratschlagen; wie man daran denken koenne, nicht bloss das Buendnis mit Hieron zu brechen, sondern, nachdem eben erst die rheginischen Kampaner mit gerechter Haerte von den Roemern bestraft worden waren, jetzt ihre nicht weniger schuldigen sizilischen Spiessgesellen zum Buendnis und zur Freundschaft von Staats wegen zuzulassen und sie der verdienten Strafe zu entziehen. Man gab damit ein Aergernis, das nicht bloss den Gegnern Stoff zu Deklamationen liefern, sondern auch sittliche Gemueter ernstlich empoeren musste. Allein wohl mochte auch der Staatsmann, dem die politische Moral keineswegs bloss eine Phrase war, zurueckfragen, wie man roemische Buerger, die den Fahneneid gebrochen und roemische Bundesgenossen hinterlistig gemordet hatten, gleichstellen koenne mit Fremden, die gegen Fremde gefrevelt haetten, wo jenen zu Richtern, diesen zu Raechern die Roemer niemand bestellt habe. Haette es sich nur darum gehandelt, ob die Syrakusaner oder die Mamertiner in Messana geboten, so konnte Rom allerdings sich diese wie jene gefallen lassen. Rom strebte nach dem Besitz Italiens, wie Karthago nach dem Siziliens; schwerlich gingen beider Maechte Plaene damals weiter. Allein eben darin lag es begruendet, dass jede an ihrer Grenze eine Mittelmacht zu haben und zu halten wuenschte - so die Karthager Tarent, die Roemer Syrakus und Messana - und dass sie, als dies unmoeglich geworden war, die Grenzplaetze lieber sich goennten als der anderen Grossmacht. Wie Karthago in Italien versucht hatte, als Rhegion und Tarent von den Roemern in Besitz genommen werden sollten, diese Staedte fuer sich zu gewinnen und nur durch Zufall daran gehindert worden war, so bot jetzt in Sizilien sich fuer Rom die Gelegenheit dar, die Stadt Messana in seine Symmachie zu ziehen; schlug man sie aus, so durfte man nicht erwarten, dass die Stadt selbstaendig blieb oder syrakusanisch ward, sondern man warf sie selbst den Phoenikern in die Arme. War es gerechtfertigt, die Gelegenheit entschluepfen zu lassen, die sicher so nicht wiederkehrte, sich des natuerlichen Brueckenkopfs zwischen Italien und Sizilien zu bemaechtigen und ihn durch eine tapfere und aus guten Gruenden zuverlaessige Besatzung zu sichern? gerechtfertigt, mit dem Verzicht auf Messana die Herrschaft ueber den letzten freien Pass zwischen der Ost- und Westsee und die Handelsfreiheit Italiens aufzuopfern? Zwar liessen sich gegen die Besetzung Messanas auch Bedenken anderer Art geltend machen, als die der Gefuehls- und Rechtlichkeitspolitik waren. Dass sie zu einem Kriege mit Karthago fuehren musste, war das geringste derselben; so ernst ein solcher war, Rom hatte ihn nicht zu fuerchten. Aber wichtiger war es, dass man mit dem Ueberschreiten der See abwich von der bisherigen rein italischen und rein kontinentalen Politik; man gab das System auf, durch welches die Vaeter Roms Groesse gegruendet hatten, um ein anderes zu erwaehlen, dessen Ergebnisse vorherzusagen niemand vermochte. Es war einer der Augenblicke, wo die Berechnung aufhoert und wo der Glaube an den eigenen Stern und an den Stern des Vaterlandes allein den Mut gibt, die Hand zu fassen, die aus dem Dunkel der Zukunft winkt, und ihr zu folgen, es weiss keiner wohin. Lange und ernst beriet der Senat ueber den Antrag der Konsuln, die Legionen den Mamertinern zu Hilfe zu fuehren; er kam zu keinem entscheidenden Beschluss. Aber in der Buergerschaft, an welche die Sache verwiesen ward, lebte das frische Gefuehl der durch eigene Kraft gegruendeten Grossmacht. Die Eroberung Italiens gab den Roemern, wie die Griechenlands den Makedoniern, wie die Schlesiens den Preussen, den Mut, eine neue politische Bahn zu betreten; formell motiviert war die Unterstuetzung der Mamertiner durch die Schutzherrschaft, die Rom ueber saemtliche Italiker ansprach. Die ueberseeischen Italiker wurden in die italische Eidgenossenschaft aufgenommen ^1 und auf Antrag der Konsuln von der Buergerschaft beschlossen, ihnen Hilfe zu senden (489 265).
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^1 Die Mamertiner traten voellig in dieselbe Stellung zu Rom wie die italischen Gemeinden, verpflichteten sich, Schiffe zu stellen (Cic. Verr. 5, 19, 50) und besassen, wie die Muenzen beweisen, das Recht der Silberpraegung nicht.
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Es kam darauf an, wie die beiden durch diese Intervention der Roemer in die Angelegenheiten der Insel zunaechst betroffenen und beide bisher dem Namen nach mit Rom verbuendeten sizilischen Maechte dieselbe aufnehmen wuerden. Hieron hatte Grund genug, die an ihn ergangene Aufforderung der Roemer, gegen ihre neuen Bundesgenossen in Messana die Feindseligkeiten einzustellen, ebenso zu behandeln, wie die Samniten und die Lucaner in gleichem Fall die Besetzung von Capua und Thurii aufgenommen hatten und den Roemern mit einer Kriegserklaerung zu antworten; blieb er indes allein, so war ein solcher Krieg eine Torheit und von seiner vorsichtigen und gemaessigten Politik konnte man erwarten, dass er in das Unvermeidliche sich fuegen werde, wenn Karthago sich ruhig verhielt. Unmoeglich schien dies nicht. Eine roemische Gesandtschaft ging jetzt (489 265), sieben Jahre nach dem Versuch der phoenikischen Flotte, sich Tarents zu bemaechtigen, nach Karthago, um Aufklaerung wegen dieser Vorgaenge zu verlangen; die nicht unbegruendeten, aber halb vergessenen Beschwerden tauchten auf einmal wieder auf - es schien nicht ueberfluessig, unter anderen Kriegsvorbereitungen auch die diplomatische Ruestkammer mit Kriegsgruenden zu fuellen und fuer die kuenftigen Manifeste sich, wie die Roemer es pflegten, die Rolle des angegriffenen Teils zu reservieren. Wenigstens das konnte man mit vollem Rechte sagen, dass die beiderseitigen Unternehmungen auf Tarent und auf Messana der Absicht und dem Rechtsgrund nach vollkommen gleichstanden und nur der zufaellige Erfolg den Unterschied machte. Karthago vermied den offenen Bruch. Die Gesandten brachten nach Rom die Desavouierung des karthagischen Admirals zurueck, der den Versuch auf Tarent gemacht hatte, nebst den erforderlichen falschen Eiden; auch die karthagischen Gegenbeschuldigungen, die natuerlich nicht fehlten, waren gemaessigt gehalten und unterliessen es, die beabsichtigte Invasion Siziliens als Kriegsgrund zu bezeichnen. Sie war es indes; denn wie Rom die italischen, so betrachtete Karthago die sizilischen Angelegenheiten als innere, in die eine unabhaengige Macht keinen Eingriff gestatten kann, und war entschlossen, hiernach zu handeln. Nur ging die phoenikische Politik einen leiseren Gang, als der der offenen Kriegsdrohung war. Als die Vorbereitungen zu der roemischen Hilfesendung an die Mamertiner endlich so weit gediehen waren, dass die Flotte, gebildet aus den Kriegsschiffen von Neapel, Tarent, Velia und Lokri, und die Vorhut des roemischen Landheeres unter dem Kriegstribun Gaius Claudius in Rhegion erschienen (Fruehling 490 264), kam ihnen von Messana die unerwartete Botschaft, dass die Karthager im Einverstaendnis mit der antiroemischen Partei in Messana, als neutrale Macht einen Frieden zwischen Hieron und den Mamertinern vermittelt haetten; dass die Belagerung also aufgehoben sei und dass im Hafen von Messana eine karthagische Flotte, in der Burg karthagische Besatzung liege, beide unter dem Befehl des Admirals Hanno. Die jetzt vom karthagischen Einfluss beherrschte mamertinische Buergerschaft liess, unter verbindlichem Dank fuer die schleunig gewaehrte Bundeshilfe, den roemischen Befehlshabern anzeigen, dass man sich freue, derselben nicht mehr zu beduerfen. Der gewandte und verwegene Offizier, der die roemische Vorhut befehligte, ging nichtsdestoweniger mit seinen Truppen unter Segel. Die Karthager wiesen die roemischen Schiffe zurueck und brachten sogar einige derselben auf; doch sandte der karthagische Admiral, eingedenk der strengen Befehle, keine Veranlassung zum Ausbruch der Feindseligkeiten zugeben, den guten Freunden jenseits der Meerenge dieselben zurueck. Es schien fast, als haetten die Roemer vor Messana sich ebenso nutzlos kompromittiert wie die Karthager vor Tarent. Aber Claudius liess sich nicht abschrecken, und bei einem zweiten Versuch gelang die Landung. Kaum angelangt, berief er die Buergerschaft zur Versammlung, und auf seinen Wunsch erschien in derselben gleichfalls der karthagische Admiral, noch immer waehnend, den offenen Bruch vermeiden zu koennen. Allein in der Versammlung selbst bemaechtigten die Roemer sich seiner Person, und Hanno sowie die schwache und fuehrerlose phoenikische Besatzung auf der Burg waren kleinmuetig genug, jener, seinen Truppen den Befehl zum Abzug zu geben, diese, dem Befehl des gefangenen Feldherrn nachzukommen und mit ihm die Stadt zu raeumen. So war der Brueckenkopf der Insel in den Haenden der Roemer.
Die karthagischen Behoerden, mit Recht erzuernt ueber die Torheit und Schwaeche ihres Feldherrn, liessen ihn hinrichten und erklaerten den Roemern den Krieg. Vor allem galt es, den verlorenen Platz wiederzugewinnen. Eine starke karthagische Flotte, gefuehrt von Hanno, Hannibals Sohn, erschien auf der Hoehe von Messana. Waehrend sie selber die Meerenge sperrte, begann die von ihr ans Land gesetzte karthagische Armee die Belagerung von der Nordseite; Hieron, der nur auf das Losschlagen der Karthager gewartet hatte, um den Krieg gegen Rom zu beginnen, fuehrte sein kaum zurueckgezogenes Heer wieder gegen Messana und uebernahm den Angriff auf die Suedseite der Stadt.