Was geht denn vor? fragte Anton, indem er scheu zu seiner Frau hinüber blickte. Schenken — zweihundert Thaler — was will er denn von mir?
Stehen Sie fest, Mertens! sagte der Professor, energisch sich an seiner Binde in die Höhe ziehend; fest, wie es sich in schwierigen Augenblicken für den deutschen Mann ziemt. Man will nichts von Ihnen, als Ihr redliches, wahrhaftes Zeugniß zur Entlarvung der Bosheit und des Verbrechens. Sie wollen doch? Wie? Sie sind doch bereit für die gute Sache Ihr Leben zu lassen?
Allemal, Herr! allemal! erwiderte Anton, dem das Blut ins Gesicht stieg. Sagen Sie rasch was ich thun soll.
Der Professor näherte sich ihm, legte die Hand auf seine Schulter und sah ihm stier ins Gesicht. Es ist ein großer Augenblick, sagte er, wo das Vaterland volle Hingebung von Ihnen verlangt. Sie wissen, daß der junge Herzer und seine Schwester Greuelthaten verübt haben gegen die Diener der Obrigkeit. Sie haben genaue Kenntniß von diesen Vorgängen, man fordert von Ihnen ein offenes Bekenntniß.
Von mir? rief Anton lachend, ich weiß nichts! Nicht ein Wort weiß ich. Ist es nicht wahr, wir wissen alle Beide nichts?!
Gott soll uns behüten, mit der Polizei wollen wir nichts zu schaffen haben, fiel die Frau ärgerlich ein. Alles muß sein Ende erreichen, und alles was Recht ist, Herr Professor, aber — Ihr Benehmen ist anstößig.
Sie sind immer naiv! sagte der Professor lächelnd. Ich liebe die Naturwahrheit, aber ziehen Sie sich an, Mertens, wir wollen es weiter überlegen.
Alleweil, erwiderte Anton mit vieler Bedächtigkeit, wird nichts daraus.
Sie wollen nicht? fragte Viereck ganz erstaunt. Sie wollen nicht, wenn ich Sie darum ersuche?!
Diesmal haben Sie es getroffen, antwortete der Schuhmacher. Nein, ich will nicht. Sakerment! daß ich nicht wild werde. Seh’ ich aus wie Einer, der seinen Mitmenschen verrathen könnte? Nicht um ein Faß voll Gold, nicht um ein Königreich — nicht — nicht! — und, Herr Professor, alleweil möcht’ ich allein sein. Verstehen Sie wohl, ich möchte allein sein!