Und ich desgleichen, schrie Guste, den Arm in die Seite stemmend, besonders wenn Anton nicht zu Haus ist. Meine Natur kann dergleichen nicht vertragen; ich denke, Sie wissen nun, woran Sie sind.
Seid Ihr denn toll! rief der Professor, nachdem er sich von seinem Erstaunen erholt hatte. Ihr widersetzt Euch! Ihr wollt den Bösewicht schützen, aber es ist aus mit ihm. Die Wechsel sind entdeckt, er ist verloren! — Wollen Sie mir jetzt folgen oder nicht?
Nicht folgen, nicht einen Schritt folgen! sagte Anton unerschütterlich; aber das Christbäumchen brennt noch immer hell genug, um Ihnen zu zeigen, wo die Thür ist.
Da ist sie, Herr, groß und breit, und alleweil guten Abend oder gute Nacht.
Der Professor wickelte sich in seinen Mantel und wendete sich stolz um. Mit einem Lächeln des Mitleids blickte er von der Thür zurück. Sie verstehen mich nicht, sagte er; wie könnten Sie es auch?! Aber Ihr werdet es empfinden. Meine Hand ziehe ich ab von Euch.
Ist er fort? fragte Anton in großer Aufregung, als er die Klingel draußen hörte. Jetzt nimm das Kind und die Stiefeln her, Guste. Ich muß fort, ich muß hin zu ihm. Es ist etwas im Werke. Was sagte er? Er ist verloren, sagte er?
Die Wechsel sind entdeckt, sagte Guste, indem sie ihm half. Lauf, Anton, lauf; er machte ein Paar schreckliche Augen dazu.
Mertens riß den Hut vom Schranke weg und eilte davon.
Auch in dem Hause des Fabrikanten brannte in einem großen Saale des Fabrikhauses ein Christbaum mit zahlreichen Lichtern. Eine lange Tafel war stattlich aufgeputzt und mancherlei nützliche und schöne Geschenke lagen neben den Schüsseln mit Aepfeln, Nüssen und den gewöhnlichen Weihnachtsgaben. Jeder der Arbeiter hatte seinen Theil bekommen und voll dankbarer Freude drückten sie dem guten Herrn die Hände, der sammt Sohn und Tochter unter ihnen war, und freudiger gestimmt schien, als sie ihn seit längerer Zeit gesehen hatten. Die Verheiratheten hatten Frauen und Kinder mitgebracht, welche in ihrer Glückseligkeit schreiend, blasend und pfeifend umher zogen, und mitten unter dem Kinderschwarm ging Clara auf und ab, um die Freude durch ihre Liebkosungen zu vermehren.
Endlich aber wurde der Saal leer, nachdem zum letztenmale auf das Wohl des Herrn Herzer und seiner ganzen Familie getrunken war. Die drei Personen, aus welchen diese bestand, blieben allein an dem leeren Tische; der große Baum schickte sein strahlendes Licht aus, aber Niemand antwortete darauf, als ein tiefer Seufzer, der aus der Brust des alten Mannes kam.