Ich muß ihn aber alleweil gleich sprechen, sagte der ehrliche Anton athemlos, und es ist eine Sache, wo Sie gar nichts bestellen können, Jungfer.

Wen müssen Sie sprechen? fragte Herzer dazwischen. Was wollen Sie?

Anton schwieg, bestürzt über den unerwarteten Einspruch. Er warf einen scheuen Blick auf den alten Herrn, der ihn mit seinen großen düsteren Augen streng forschend betrachtete. Wenn’s erlaubt ist, stotterte er hervor, so möchte ich wohl dem jungen Herrn ein paar Worte sagen.

Hier herein, gab Herzer zur Antwort, indem er einen Schritt zurücktrat und dem Schuhmacher winkte, der diesem Befehle, welcher mit größter Bestimmtheit gegeben wurde, nicht widerstehen konnte.

Hier ist mein Sohn, fuhr der Fabrikant fort, sich zu seinen Kindern umwendend. — Felix hatte sich Clara genähert, er sprach leise mit ihr und schien bemüht, sie zu beruhigen; jetzt aber, als er Antons Stimme hörte, ließ er sie los und rief erstaunt: So wahr ich lebe, da ist unser Freund Mertens. Was ist geschehen? Hat der Professor wieder dumme Streiche gemacht? Ist es deswegen, daß Sie zu mir kommen? Will er sich durchaus nicht beruhigen? Was, zum Henker! soll ich noch einmal über den lächerlichen Patron kommen und ihn in die Flucht schlagen?

Ei ja! ei ja! rief Anton bei jeder Frage, indem er heftig nickte, aber immer mit einer gewissen Scheu das rothe faltige Gesicht des alten Herrn betrachtete. Dann fuhr er mit der Hand durch sein schwarzes Haar und sagte verlegen stockend: Wenn ich nur die Ehre haben könnte, auf ein paar Minuten — er winkte verstohlen nach der Thür und machte eine sehr lebhafte Geberde, indem er mit seinem Finger rund um den Hals fuhr, die Felix aber durchaus nicht verstand.

Was, schrie dieser lachend: der Professor will sich den Hals abschneiden?

I, nein doch, nein doch! erwiderte Anton bestürzt.

Was will er denn? So reden Sie doch, Mertens.

Ja, erwiderte der Schuhmacher bedächtig, ich thäte es wohl, wenn ich nur wüßte — hier sah er wieder den Fabrikanten an, der immer aufmerksamer geworden war.