Eine heftige Ueberraschung schien die plötzliche dunkle Röthe in Gravensteins Gesicht zu bringen. Er stand stumm vor dem alten Vater, dann ließ er das Auge über Clara gleiten und sah ihr mit einem langen, fragenden Blicke ins Gesicht.
Ist es wahr? sagte er endlich.
Mein Vater will es so, erwiderte sie.
Aber Sie — Sie! rief er heftiger und seine Hand streckte sich aus, er hielt ihre Finger fest zwischen den seinen, die darin zitterten. Nein, Sie dürfen nicht gehen, fuhr er fort, wenn ich es ändern kann. Hören Sie mich an, Herr Herzer, und entscheiden Sie darüber. Ich muß fort — daß ich muß, werden Sie gerechtfertigt finden. Aber ich werde wiederkehren. Wenn der Sommer kommt, werde ich an Ihre Thüre klopfen, mein Geld begehren und — wenn Clara’s Stimme mich ruft, dann werde ich Sie von Ihnen fordern. Und nun, gute Nacht, Clara. Was war es, was jener unheimliche Mensch Ihnen von mir sagte und was Sie ihm antworteten? Ich werde Sie fragen, Clara, wenn ich wieder komme und Sie wiederfinde, dann sollen Sie mir Antwort geben.
Er zog ihre Hand an seine Lippen, ein Lächeln flog durch seine Züge und plötzlich war er hinaus, so rasch, daß Thür auf Thür zuschlug, ehe seine letzten Worte zu verklingen schienen.
Herzer stand einige Minuten nachsinnend vor seinen Kindern. In seinen Augen schimmerte eine Freude, die er niederkämpfte, um ruhig zu scheinen.
Felix hatte beide Arme um seine Schwester gelegt, die ihr Gesicht an seine Brust lehnte.
Sage mir, Clara, fragte ihr Vater, sage mir, ob Du gehen oder bleiben willst?
Bleiben, mein theurer Vater, bleiben wo Du bleibst, rief sie ihm entgegeneilend, und erwarten, daß der nächste Weihnachtsabend uns glücklicher beisammen findet!