Ist er das? rief der Eine mit gedämpfter Stimme. Der Andere nickte, hielt seinen Kameraden aber am Arm fest. — Laß mich los, fuhr der Erste fort, ich will ihm nach, ich treffe ihn auf der Treppe. Aber der Andere schien mich bemerkt zu haben, er zog ihn zurück und sagte flüsternd: Noch nicht, hier nicht!

Der Elende! rief nun der Erste, er tanzt, aber ich will ihm Musik machen. Sei sicher, der Verräther soll uns nicht entkommen. Bei diesen Worten gingen sie fort und über eine Stunde lang war nichts von ihnen zu sehen. Dann aber kamen sie nochmals vorüber, und da ich mit meinen Kameraden inzwischen Abrede genommen, vertrat ich den beiden Menschen den Weg und forderte sie auf, mich zu begleiten, was sie trotzig verweigerten.“

Das Uebrige ist bekannt, sprach der Kommissar. Es kommt aber nun darauf an, ob Sie, Herr Geheimerath, Ihre Frau Gemahlin oder das gnädige Fräulein sich nicht erinnern, wer von Ihren Gästen so spät gekommen ist?

Der Geheimerath warf einen raschen Blick auf Frau und Tochter, und zuckte die Achseln. — Es sind um zehn Uhr und gegen zehn Uhr mehrere Herrn gekommen, die ich nicht genau nahmhaft machen kann, sagte er.

Ist aber nicht Jemand dabei, der sich durch seine Gesinnung den besondern Haß wüthender Anarchisten zugezogen haben kann? fragte der Beamte.

Glauben Sie, daß es solche Subjekte waren? erwiederte der Geheimerath.

Der Eine trug einen Hut mit breiter Krempe und breitem Bande, der Andere soll einen dichten Bart rund um’s Gesicht gehabt haben. Man erkennt den Vogel an den Federn.

Herr Alfred von Gravenstein, sagte der Bediente eintretend, indem er dem Geheimerath eine glänzende Karte hinhielt.

Sehr willkommen, erwiederte dieser, doch halt! Führe den Herrn von Gravenstein in mein Zimmer, ich komme sogleich.

Es ist nichts! sagte der Geheimrath zu dem Beamten. — Wenn einer unserer Freunde wirklich von den mörderischen Drohungen fanatischer Schurken berührt werden könnte, so müßte es Alfred von Gravenstein sein. Ist er nicht etwas spät gekommen, Elise?