Seien Sie unbesorgt, flüsterte der Beamte lächelnd, er wird nicht ahnen, daß er keinen Schritt thun kann, ohne gut beschützt zu sein.

Und darf ich darauf rechnen, daß Sie mir Nachricht geben über Alles, was ihn betrifft?

Sie sollen jeden Morgen einen kleinen Rapport darüber erhalten, wie Herr von Gravenstein seinen Tag verlebte.

Vortrefflich, sagte der Geheimerath, dem Kommissar nochmals die Hand reichend, ich hoffe mich Ihnen erkenntlich zeigen zu können. Alfred von Gravenstein ist der Sohn meines theuersten Freundes. Er steht mir und meiner Familie sehr nahe. Ich darf meiner Frau und Tochter nicht die geringste Besorgniß erregen. Sie verstehen!

Ich verstehe vollkommen, sagte der Kommissar sich verbeugend.

Und ich kann mich auf Sie verlassen?

Auf’s Bestimmteste, Herr Geheimrath. Ich versichere nochmals, er soll keinen Schritt thun können, ohne daß wir es wüßten.

Der Geheimrath nickte ihm lebhaft zu, öffnete dann selbst die Glasthür des Corridors und ging mit Befriedigung nach seinem Zimmer.

Mein theurer Alfred! sagte er hereintretend und beide Hände dem jungen Herrn entgegenstreckend, der sich von dem Platze am Fenster erhob, wo er wartend mit einem Buche in der Hand gesessen hatte, entschuldigen Sie mich und so auch die Meinigen. Wir haben sämmtlich bis in den Tag hinein geschlafen. Wie ist Ihnen der Abend bekommen?

So gut mir Ungewohntes bekommen kann, erwiederte Alfred von Gravenstein. Ich bin heut in aller Frühe schon umhergelaufen, um eine für mich passende Wohnung zu finden, weil das Gasthausleben mir tief zuwider ist.