Mit Ihrem Herrn Vater, ja, sagte dieser.
Wenn es eine Geschäftsangelegenheit sein sollte, die ich vielleicht zu verrichten vermöchte, gab der junge Herzer zur Antwort, so würde ich um Ihr Vertrauen bitten, da mein Vater augenblicklich nicht anwesend ist.
Meine Angelegenheit ist von der Art, erwiderte Gravenstein im bestimmt abweisenden Tone, daß ich nothwendig bei meiner Anforderung beharren muß.
Ohne ein Wort zu erwidern, faßte der junge Mann den Griff eines Klingelzuges, der eine ziemlich große Glocke in Bewegung setzen mußte, deren Ton aus der Ferne hörbar war. Gleich darauf sprang ein Arbeiter herein, der sich fragend umsah.
Sag’ doch meinem Vater, er möchte sogleich herunterkommen, rief ihm der junge Herzer zu. Der Arbeiter verschwand und höflich wendete sich der junge Mann wieder zu Alfred. Darf ich bitten, Platz zu nehmen, sagte er auf einen Stuhl deutend. Mein Vater ist im Magazin beschäftigt; ich bitte zu entschuldigen, wenn er nicht sogleich erscheinen sollte. Wir haben zu verpacken, was aufs sorgfältigste geschehen muß und der Aufsicht bedarf.
Ich werde warten, erwiderte Alfred, aber diese Worte klangen karg und mürrisch. Der junge Herzer verbeugte sich. Die Blicke der beiden Männer trafen zusammen, es war eine unfreundliche Berührung, die damit endigte, daß Alfred sich niederließ, die Füße kreuzte und seinen Hut betrachtete, während der Andere wiederum an das Schreibpult trat und die Feder nahm, deren kritzelnder Ton dann allein gehört wurde.
Alfreds unmuthige Empfindung stieg mit jeder verfließenden Minute. Muß Jeder, sagte er endlich aufstehend, der Ihren Herrn Vater zu sprechen wünscht, eine solche Geduldsprobe bestehen?
Der junge Herr hinter dem Pult sah ihn stolz fragend an. Er schien ganz geneigt, eine rasche Antwort zu ertheilen, aber nach einem Augenblick des Bedenkens erwiderte er kalt höflich: Ich habe schon um Entschuldigung für meinen Vater gebeten, will aber sogleich nochmals die Klingel ziehen.
Thun Sie das, mein Herr, thun Sie das! rief Gravenstein. Meine Zeit ist genau abgemessen.
In diesem Augenblick öffnete sich die Thür und hiermit zugleich sagte der junge Herzer: Da ist mein Vater, ich weise Sie an ihn selbst.