Mit diesem Worte, erwiderte Alfred, beendet sich unsere Unterhandlung; denn eben so bestimmt muß ich auf Rückzahlung bestehen.
Auch wenn ich Ihnen betheure, daß Sie in einem Jahre auf jeden Fall befriedigt sein sollen?
Auch dann, sagte Gravenstein. Ich muß heut noch im Besitz der Schuldsumme sein.
Sie sind reich, sprach Herzer, sollten Sie wirklich so dringend des Geldes benöthigt sein? Ich kann es nicht denken, denn Sie würden nicht bis zur letzten Stunde mich in dem Wahn gelassen haben, daß ich keine weitere Belassung des Kapitals zu gewärtigen hätte. Ich habe auf’s pünktlichste meine Zinsverpflichtung erfüllt, warum wollen Sie hart gegen mich sein? O! lebte Ihre Mutter noch, ich hätte das nicht erfahren.
Meine Mutter würde handeln wie ich, versetzte Alfred.
Das würde sie wahrlich nicht thun, rief Herzer mit Wärme. Wenn ich ihr sagen könnte: Es ist mir unmöglich, jetzt zu zahlen, bedenken Sie die Zeiten, welche wir erlebten, bedenken Sie Ihr ganzes Verfahren gegen mich, und bedenken Sie unsere alte Freundschaft, so würde sie mir Geduld schenken.
Herr von Gravenstein, fuhr er fort, als Alfred finster vor sich hin blickte, ich will ganz aufrichtig gegen Sie sein, so aufrichtig, wie ich zu Ihrer Mutter sein würde. Wo Sie jetzt sitzen, hat sie oft gesessen und meinen Worten Glauben geschenkt. Meine Lage ist keineswegs die beste. Ich habe große Verluste gehabt, meine Mittel haben dagegen zu meist dadurch gelitten, daß ich fortfuhr meine Arbeiter zu beschäftigen, als alle Arbeit aufzuhören schien.
Man sollte nicht meinen, fiel Alfred ein, daß ein Fabrikant dies thun wird, wenn er nicht besondere Nebenzwecke verfolgt.
O! ich weiß, wer Ihnen dies Wort eingegeben hat, sagte Herzer. Ich erkenne daran den, der die Karten mischte. Wilkau, der einst mein Freund war, nun aber mich verderben möchte, um seine Erbärmlichkeit damit zu krönen, hat Sie in die Schule genommen.
Ich kann nicht zugeben, Herr Herzer, daß Sie den Geheimrath und mich schmähen, sagte Alfred.