Was halten? Was hat er angenommen? fragte der Geheimrath in lebhafter Unruhe.
Davon steht nichts weiter in dem Bericht, sagte der Kommissär achselzuckend. Die beiden Herren spazierten Arm in Arm weiter, besuchten dann das Theater und verfügten sich noch vor dem Schluß desselben in die Wohnung des Herrn Assessors, wo Herr von Gravenstein wahrscheinlich speiste, bald nach zehn Uhr aber sich entfernte.
Und in sein Hotel zurückkehrte, sprach der Geheimrath ungeduldig dazwischen. Ein ziemlich ungefährlicher erster Tag also.
Hier steht die Bemerkung, sagte der Kommissär, daß der junge Herr einen etwas weiten Umweg machte, um sein Hotel zu erreichen. — Er ging nämlich mitten durch die Stadt bei dem Hause des Herrn Herzer vorüber, wo er längere Zeit still stand, vielleicht um dem Klavierspiel zuzuhören, was drinnen noch getrieben wurde.
Das ist eine seltsame Laune, rief der Geheimrath lachend. Wer spielte denn? Es wurde auch gesungen, nicht wahr?
Davon steht nichts hier, erwiderte der Beamte; aber man bemerkte einen Mann, der im Schatten der Häuser dem Herrn von Gravenstein langsam folgte und ihn genau zu beobachten schien.
Ein Mann, der ihn verfolgte? flüsterte der Geheimrath, seine Hand auf den Arm des Kommissärs legend. — War es einer der beiden Taugenichtse? Einer der Mörder? Hat man ihn ergriffen?
Nein, sagte der Kommissär lächelnd, es war nicht nöthig. Er ging bis in die Mitte des Hotels mit, dann wurde er seinerseits beobachtet und verfolgt, und es ergab sich —
Was? Was?! fragte der Geheimrath.
Daß es der Herr Assessor Stephani war.