Als sie unter Scherzen damit fertig war, küßte Alfred entzückt ihre Finger. Sie sah so beglückt aus, daß sein Herz heiß wurde und seine Blicke feuriger brannten, als die kalten Steine.

Elise wußte wohl was in ihm vorging. Sie senkte ihre Augen und hob sie wieder zu ihm auf; plötzlich aber schlang sie den Arm um seinen Nacken und sagte mit ihrer stolzen, klangvollen Stimme: Ich bin sehr glücklich, Alfred, denn in dieser Minute empfinde ich, daß nicht allein Deiner Mutter Wunsch diese Steine und Perlen mir gegeben hat, nein, daß Du es bist, der sie mir giebt, Du allein, mein Alfred, Deine Neigung, Dein Vertrauen, Deine Liebe.

Meine liebe, theure Elise, wiederholte er, Du sagst das rechte Wort. Ich kam zweifelnd her, denn offen gestanden, ich dachte mir, wer weiß, welchen begünstigten Nebenbuhler Du findest, und ist Elise — Nun, ist Elise? rief das Fräulein muthwillig, als er schwieg.

Ist Elise noch der flatterhafte Geist, fuhr er lächelnd fort, so ist es besser, höflich schweigsam von ferne zu stehen und still in mein einsames, altes Vaterhaus zurückkehren, als in Täuschungen zu unterliegen.

Aber Du hast mich besser gefunden und mir freudiger vertraut, sagte sie ihm zunickend.

Es kam in meine Seele der Glaube an Dich und mit dem Glauben sah ich Deine Liebe, erwiderte er, das stärkte meine Entschlüsse und beruhigte meine Zweifel.

Also immer noch Zweifel! sagte sie drohend.

Jeder Mensch ist besonders geschaffen, erwiderte er; ich gehöre zu denen, die, wenn sie Liebe durch feurige Bewerbung erwecken sollen, scheu zurücktreten müssen. Ja, ich weiß es wohl, fuhr er fort, ich bin aus sprödem Stoff gemacht. Ich kann mich nicht messen mit feinen galanten Herrn, die zierliche Worte drechseln und lebhaft zu unterhalten wissen. Aber, theure Elise, ich sehne mich danach, geliebt zu sein, und liebe dafür treu und innig.

Bist Du eifersüchtig? fragte sie.

Ich glaube wohl, daß ich es sein kann.