Nur eine einzige Frage, sagte dieser, meine Familie erwartet mich. Sagen Sie mir, liebster Zippelmann, wie groß war doch die Summe, welche Herzer betrügerisch von Ihnen forderte?

Eigentlich, erwiderte Herr Zippelmann, wollte er etwas über 9000 Thaler von mir erpressen, er setzte jedoch in dem Vergleich, den er mir zuletzt anbot, die Summe auf 6000 Thaler herunter. Hehe! stellen Sie sich vor, er setzte sie herunter, nachdem ich den Prozeß gewonnen hatte. Ist es nicht ein Einfaltspinsel? Es ist gerade so wie mit der deutschen Einheit. Als Alles verloren war, boten sie die Kaiserkrone aus und wollten die durchaus noch an den Mann bringen. Es ist doch sonderbar, was ich überall für Aehnlichkeiten herausfinde. Was sagen sie dazu, Geheimrath? Hehe! ist es nicht so?

Und wann hat er Ihnen zuletzt den Vorschlag gemacht? fragte Wilkau.

Zuletzt? sagte Herr Zippelmann. I Gott alle Tage, erst heute wieder. Neulich wollte der Bengel, der Felix, mich mit Gewalt bereden, Wechsel zu unterschreiben, Alles fix und fertig gemacht, sechs Monate nach Dato, brauchte nur die Feder einzutunken. Hehe! blos einzutunken. Er hat geredet wie mit feurigen Zungen, und endlich geschimpft und geflucht — gerade so wie bei der deutschen Einheit in Frankfurt die Vaterlandsretter. Erst Redlichkeit, Ehre, Seelengröße, Glück und Eintracht bis in den Himmel erhoben, aber wie das nichts half: Fluch allen Fürsten, Diplomaten, Kabinetten, Dynastien und deren Ehrgeiz, Engherzigkeit, Kniffen und Ränken, weil sie sich nicht berauben lassen wollten. Hehe! es war eine Lust, den Burschen anzuhören.

Und heut haben Sie Besuch von seiner Schwester gehabt, fiel der Geheimrath ein. Ich habe sie gesehen; sie kam ohne Zweifel in derselben Absicht.

Genau so, rief Herr Zippelmann; immer dieselbe Mine, um mein Herz in die Luft zu sprengen. Hehe! wenn ich einige Jahre jünger wäre, stände ich für nichts.

Sie haben doch nichts zugestanden? fragte Wilkau.

Gott bewahre! betheuerte der Rentier. Was das anbelangt, bin ich so konsequent wie Schwarzenberg und Nikolaus. — Aber was haben Sie mir Neues mitzutheilen?

Warten Sie noch kurze Zeit, theuerster Freund, sagte der Geheimrath, Sie sollen merkwürdige Dinge hören. Für jetzt muß ich fort, nur darum bitte ich Sie, lassen Sie sich auf keinen Fall mit Herzer ein.

Einlassen! ich? erwiderte Herr Zippelmann, ihn zur Thüre begleitend. Hehe! ich wollte, daß ich ihn aufhängen lassen könnte.