Aber es war eine wilde, kalte Nacht, sagte der Geheimrath erstaunt.

Es schneite ein wenig und war ziemlich dunkel. Plötzlich wurde ein Fenster geöffnet.

Wie, ein Fenster geöffnet?

Eine Gestalt beugte sich heraus und eine leise Stimme sagte: Hier ist die Antwort, aber fort! fort! Damit flog ein Papier, das an etwas Schweres gebunden war, auf die Straße. Das Fenster wurde schnell geschlossen; Herr von Gravenstein ging langsam näher, hob das Fallende auf und entfernte sich dann.

Das ist eine Täuschung! rief der Geheimrath bestürzt. Herr von Gravenstein kann es nicht gewesen sein.

Er ging in seine Wohnung und wurde bis zur Thür begleitet, erwiderte der Kommissär mit unerschütterlicher Bestimmtheit. Wir täuschen uns so leicht nicht, gnädiger Herr.

Dennoch, erwiderte der Geheimrath im strengen Tone, muß es ein Irrthum sein; aber sei dem, wie ihm wolle, ich danke Ihnen für diese Mittheilung und bitte Sie, Ihre Beobachtungen aufs genaueste fortzusetzen. Könnten wir nur den Inhalt des Briefes erfahren.

Wahrscheinlich werden wir aus den Wirkungen sehen können, was er enthielt, sagte der Beamte. Herr von Gravenstein wird nach dem Inhalt handeln.

Was meinen Sie? Was denken Sie? fragte Wilkau.

Ich denke, versetzte der Beamte lächelnd, daß es sich sicher um ein kleines Abenteuer handelt. Die Gestalt am Fenster ist eine weibliche Gestalt gewesen; die Stimme war sanft und furchtsam, es ist keine andere junge Dame dort im Hause als Fräulein Herzer.