»Luka, Luka! Du kommst nicht wieder. Da bin ich, da sind Deine acht Kinder – unten stehen Deine Feigen, Dein Oel und Dein Wein – der ganze reiche Gottessegen – und Du kommst nicht wieder! Wer hat es so wie Du verstanden, das Steuer zu führen, wenn der Wind einher brauste und die Wellen über den »San Cristoforo« schlugen? Wer verstand es wie Du, sein Hab und Gut zu wahren und für die Frau zu sorgen und die armen Kinder? Ein Eimerfass hubst Du allein mit Deinen starken Armen; wo die Kräfte der Matrosen nicht ausreichten, da genügte Deine kräftige Hand ganz allein – ganz allein. Und jetzt liegst Du am Meeresgrund und die Wellen spielen mit Deinem Haar und Du kommst nicht wieder! Luka, Luka! ich habe Dich schwer beleidigt! Ich glaubte etwas Unrechtes von Dir und liess heute erst eine Messe auf meine Intention lesen. O wüsstest Du, was meine Intention war! Verzeih', mein Luka, und bete dort oben für mich und für unsere Kinder. Wie Du das letztemal weggingst, waren es sieben und heute sind ihrer acht! O Luka, Luka! Weisst Du noch, wie Du mich einstmals in Deinen starken Armen aufgehoben, als ich zu Tode krank daniederlag? Ach möchtest Du mir, möchtest Du uns allen entgegenkommen, wenn wir einmal einziehen sollen in's ewige Leben und uns auf Deinen Armen, o Luka, auf Deinen kräftigen Armen hineintragen in die Pforten des Paradieses!«
So singt Frau Mare Kargotic in ihrer Stube und unten schaffen die Knechte mit Kisten und Fässern. Denn um zwölf Uhr muss die Barke fix und fertig geladen sein und Allerseelen ist vor der Thür, Allerseelen, wo Wein und Feigen und Oel am besten verkauft werden.
Dafür war die Messe bezahlt, aber es ist immer besser auch selbst vorzusorgen. Und Punct zwölf Uhr stösst die Barke ab von San Giovanni und ein frischer Wind treibt sie fort über die sonnenfunkelnde Fläche des Meeres.
Droben im Stübchen singt Frau Mare Kargotic.
Türkischer Tabak.
Eine schwere Hand, oder wahrscheinlicher eine schwere Faust klopfte an meine Zimmerthüre, denn der dumpfe Schlag, der sie erzittern machte, konnte nicht leicht von einem menschlichen Knöchel geführt worden sein.
»Herein!«