"Ich?—ja, ziemlich jung."
Sie hatte ihr Füßchen vorgestreckt, und er sah wie verzaubert darauf hinab. "Und was für eine Wilde du bist", sagte er, "da geht schon wieder quer über den Spann ein Riß!" Er hatte sich gebückt und ließ seine Finger über die wunde Stelle gleiten. "Wieviel Paar solcher Dinger verbrauchst du denn im Jahr, Prinzeßchen?"
Aber sie legte nur ihren kleinen Fuß in seine Hand, löste ihre schwere Haarflechte, die sie drückte, so daß sie lang in ihren Schoß hinabfiel, und streckte sich dann mit geschlossenen Augen in die weichen Polster.
Im Zimmer dunkelte es allgemach; draußen in der Wiesenmulde stiegen weiße
Dünste auf, und drüben im Tannenwalde war schon die Schwärze der Nacht.
—Da schlug draußen im Hofe der Hund an, und Franzi fuhr empor und riß
ihre großen grauen Augen auf.
Nein, es war wieder still; aber von jenseits des Waldes kam jetzt mit dem
Abendwind Musik herübergeweht.
"Laß doch", sagte Richard, "das kommt nicht zu uns."
Aber sie hatte sich vollends aufgerichtet und sah neugierig in die
Abenddämmerung hinaus.
"Es ist nur eine Hochzeit, Franzi, sie werden mit der Aussteuer drüben am
Waldesrand herumfahren."
"Eine Hochzeit! Wer heiratet denn?"
"Wer? Ich glaube: des Bauervogts Tochter; ich weiß es nicht. Was kümmert es uns; wir kennen ja die Leute nicht."