Der verstorbene Herzog hatte während seiner langen Regierung das Glück, äußerst selten seine Residenz von Feuerlärm beunruhigt zu sehen. Entstand ein solcher, so wurde der Brand gar bald durch die Thätigkeit der Oldenburger, in Gegenwart des herbeieilenden Fürsten bekämpft. Dadurch entstand bei dem sonst keineswegs abergläubischen Volke die Meinung, sein Herzog Peter könne das Feuer besprechen. —
Als nun beim Antritt der Regierung des jetzigen, gnädigsten Großherzogs auch eine bald gedämpfte Feuersbrunst ausbrach, die, trotz heftigen Windes nur ein Gebäude verzehrte, wozu die Gegenwart und die Aufmunterung des jetzigen Regenten gewiß einen großen Theil beitrug, raunten sich die guten Leute zu: »Der hat das Besprechen vom Vater gelernt, und kann es das erste Mal schon fast eben so gut, wie der selige Herr!«
Im Jahre 1814 oder 15 kam der alte Blücher nach Hamburg. Die Erwartung den zu sehen, von dem Follenius in seinem Liedern an der Katzbach so schön singt:
»Gebhard heißt der Wahlstatt Meister,
Denn er hat es hart gegeben.
Lebrecht; Gebhard Lebrecht heißt er,
Denn er führt das rechte Leben.«
bewegte mein Herzblut.
Drei Abgeordnete der ehemaligen Hamburger Freiwilligen, und unter diesen mein Professor Zimmermann, waren dem großen vaterländischen Helden entgegengefahren, um ihn auf der Hamburger Grenze zu begrüßen. Es war schon ziemlich spät geworden als es endlich erscholl: »Blücher kommt.« Ich stürzte mit Vielen aus dem Benneschen Kaffeehause an der Petrikirche und folgte, in den Jubel der Hamburger einstimmend, dem sich rechts nach dem Jungfernstieg drehenden Wagen, worin Blücher sein sollte, während ein anderer Vierspänner über den Berg nach der Börse hineilte. — Aber, wie groß war mein Erstaunen, als Blücher nicht am Jungfernstieg anhielt, der Kutscher vielmehr über den Gänsemarkt nach der Königstraße hinfuhr und hier vor meiner eigenen Wohnung Halt machte. Und siehe! es stieg nur mein Professor mit seinen beiden Begleitern heraus, während ich athemlos dastand und mich nicht wenig ärgerte, diesen Herren doch eine gar zu große Verehrung bewiesen zu haben, und Zimmermann lachend meinte, daß ein solcher Respect vor ihm, und eine solche Begeisterung für meinen Lehrer, bei mir ganz in der Ordnung sei. — Jetzt ging es nach der Börsenhalle, wohin der alte Fürst gefahren war und wo man, wie die Welt sagte, ihm sofort ein kleines Pharo zu Ehren arrangirt hatte. Der Enthusiasmus war ungemessen; er mußte fast nach jeder Taille wieder erscheinen; allein, obgleich er vortrefflich und anhaltend redete, so kam doch von dem lauten, fortwährenden Jubel getödtet, keins seiner Worte lebendig zur Erde.
Die Stadt war wie in einem Nu erleuchtet, jeder Zauderer aber durch Steinwürfe zur sofortigen Erfüllung des allgemeinen Willens gezwungen.