Ich trat also in D—r.’s Haus. Ein gallonirter Bediente meldete mich. Ich wurde in ein Staatszimmer geführt, in welches auch der Herr alsbald eintrat.

»Sind Sie nicht, lieber Herr von Kobbe! ein Neveu von Grafen R.?« Mit diesen Worten empfing er mich. Ich nickte bejahend. —

»Wie freue ich mich, Sie kennen zu lernen?« fuhr er verbindlich fort? »Mein Schwager K., der damals ein Sekretair Ihres Herrn Onkels war, hat mir hundert Male von Ihnen erzählt, namentlich von einer Travestie der Glocke, die Sie schon als Schüler verfertigt haben und die so allerliebst sein soll. Wie lange sind Sie schon in Kiel?«

»Seit gestern,« versetzte ich bald unmuthig über die Tücke des Schicksals, die mich zu einem tantalischen Nicht-Frühstück eingeladen hatte, denn sofort schellte D—r. und bestellte bei dem so schnell eintretenden wie verschwindenden Diener Austern und Madeira. —

Ich deprecirte.

»Setzen wir uns, Sie müssen eine Kleinigkeit bei mir genießen. Ich lasse Sie nicht.«

Er zog mich auf das Sopha. —

»Herr D—r« unterbrach ich ihn in einer komisch verdrießlichen Stimmung, »es thut mir leid, allein ich darf hier im Hause nichts annehmen und nichts fordern, als Sie selbst. —«

»Wie so? lieber Herr von Kobbe. —«

»Ich soll Sie vom Advokaten D—s. auf Pistolen oder Degen, gleich viel wie, fordern.«