»Wir trinke Eppelwein,« war die Antwort. —

»Apfelwein, Cider?« fragte ich halb verwundert nicht ohne eine Art Mitleiden.

»Ja mein Herr, ziehe Sie nur die Achsel, Sie habe gewiß nit ander als saure Eppelwein getrunke. Aber dieser Eppelwein ist gut. Nit wahr meine Herre, Eppelwein und Eppelwein das ist ein Unterschied?«

»Ei freilich,« versetzten die Angeredeten, »Eppelwein und Eppelwein das ist ein großer Unterschied.«

»Wenn ich meinetwege,« fuhr der Redner fort, »in Bockenheim zwei Schoppe Eppelwein getrunke habe, und mein bester Freund sagt mir ein ehnziges Wort, so fang ich gleich Krakeel an, trinke ich aber von dem Eppelwein hier, meinetwege acht Schoppe, so bleibe ich fromm wie ä Lamm. Aber das ist natürlich denn, nit wahr meine Herre! Eppelwein und Eppelwein ist ä großer Unterschied?«

»Das glaub ich, Eppelwein und Eppelwein ist ä Unterschied«, erscholl von allen Seiten die Antwort.

»Ich bin ä Schreiner, ich muß zuweile nach Sachsenhause wo mir meine Kunde Eppelwein vorsetze. — Ja, wenn ich dann Maaß nehm, verpaß ich gar leicht ä Stück Möbel, wenn ich aber hier von diese Eppelwein getrunke habe, da mach i ä Sarg, bloß nach de oberflächlichste Anblick und ich steh’ dafür, daß der akkerat für de Todte paßt ohn ihn zu geniere. Aber nit wahr meine Herre! Eppelwein und Eppelwein ist ä großer Unterschied?«

»Ei freilich,« bemerkte der Chorus. »Eppelwein und Eppelwein ist ein großer Unterschied.«

»Ja meine Herre, ich schwätz viel über die Eppelwein aber er kost mich auch schon was,« fuhr der Tischler fort und heftete nicht ohne Melancholie sein Auge auf das eben gefüllte Glas. »Ich mein als nit die Sechsbäzner, die ich meinetwege dafür ausgegebe habe, er kost mich auch ä Onkel und ä Braut —«

»Das wäre viel für Rheinwein und Champagner,« bemerkte ich, »aber für Apfelwein nach meinem geringen Ermessen doch zu viel.«