»Ne Bruder! es war uff en Donnerstag,« verbesserte der minor natu.

»Des ist Parthie egal,« beschwichtigte der ältere. »ich sagte ihm gleich, dat wir in Compagnie handelten, mein Bruder und ich, weshalb wir uns noch bis auf die heutige Stunde »Gebrüder Defrene und Compagnie« schreiben, und det wir nie ohne einander thun thäten, des ick aber ett ihm zusagen wollte, wenn wir ehn Bette wirklich haben thun thäten.«

»Ick rief denn gleich unsere Haushälterin. Weßt Du wol Bruder, det war damals de rothe Lise?« —

»Ne«, fiel die Opposition ein, »de lahme Jette von Strahlau, de Geliebte von den russischen Jelehrten.«

»Parthie egal, meinetwegen, die Jette »Jette!« rief ick, haben wir noch Bettzeug genug für einen Freund des Herrn Raths, der ihm uff acht Tage hier zu besuchen, die Freundschaft thun will.«

»Jette, ick meehne Lise, sagte, das Ding soll vielleicht wol angehen duhn, und der Herr Kammerrath war mit diese ungewisse Aeußerung dicke zufrieden. Er war überhaupt ehn sehr zufriedener Mensch und dabei unverheirathet wie wir Gebrüder Defrene.«

»Ich hatte mir nig weiter um den ganzen Besuch bekümmert, aber nach Verlauf von ehnigen Dagen wurden jrade die Räuber von Schiller jejeben. Haben Sie wol Mal Carl Moor von Devrient jesehen?«

»Bruder! Devrient spielt den Karl nicht, sondern den unrejellen Bruder, den Franz,« fiel der Ohrlappenberaubte ein.

»Des ist ejal,« replicirte der Senior, »jenug dat er den Moor so hinreißend spielte dat ick so in Gedanken war, dat ick gar nig druf weiter rejardirte als mich Lise rapportirte, dat der Fremde bei den Herrn Kammerjerichtsrath anjekommen sei und mich einen Zettel von die Polizei in die Hand drückte, wo der Name von den Fremden uff geschrieben stund. Ick las ihn jar nich Mal und steckte ihn mithin unjelesen in die linke Westentasche. Denn warum? immer sah ick den leibhaftigen Moor für mich, jrade in den Moment wo er beten will und nich kann. Hu! des ist jräsig!« —

Genug die Geschichte war uff en Donnerstag —