»Uffn Freitag,« verbesserte der jüngere Defrene.

»Nu, uffn Donnerstag,« beharrte der Erzähler.

»Wie du leugnest dat es uff’n Freitag war?«

besserte jener. »Sieh! ick beweise es Dich. War nicht der Cousin uff den nächstfolgenden Sonntag bei uns?«

»Ja Brüderken! Du hast Recht,« versetzte der Aeltere durch den unlogischsten aller Gründe völlig überzeugt, und ließ dieses Mal sein versöhnendes »Et is ejal,« sogar weg. »Also jut, des wer uff en Freitag. Am Sonntag war mein Cousin bei mich, det is der gebildeste junge Mann den ich in janz Berlin kenne. Er hat den Feldzug mitjemacht und wenn er oog eigentlich jar nich im Feuer jewesen ist, so kann er doch jede Schlacht haarkleen von A bis Z erzählen, und was noch mehr sagen will, er trägt die Medaille.

Nicht immer, wenn Trauer in die Familie ist, trägt er sie aus Zartjefühl nich, und oog nich aus Sympathie, wenn er Zahnweh hat,« ergänzte Defrene junior.

»Vielleicht auch nicht im Gewitter,« bemerkte ich, denn Eisen zieht an.

»Deß weeß ich jrade nicht, aber es ist ejal,« fuhr der Referent fort. »Also, jenug, an den Sonntagmorjen probirte unser Cousin unsre neusten selbstjemachten ächten Hannahcigarren. Da jing plötzlich die Thüre, und es trat ein Herr herein, der sich als der Gast vom Herrn Kammergerichtsrath persönlich ankündigte.

»Ich bat ihn sehr artig, sich zu setzen, er aber bedauerte dieses enige nich zu können. Mein Bruder, der jrade dem Vetter eenen kleenen Schnapps präsentirt hatte, schenkte ooch dem Fremden so ein verjoldetes Glas aus unsern Flaschenkeller, den unsre Voreltern bei die Religionsverfolgung noch mit aus Frankreich mitgebracht haben, ein, und präsentirte es dem Fremden, welches dieser auch sofort annahm. —