Aber wunderbar! aus einem großen Wandschranke des geräumigen Zimmers traten plötzlich zwei meiner getreuesten Cerevisianer und versicherten mir auf Cerevis und Ehrenwort, daß sie mir nur voraus geeilt seien um ihre Eminenz würdig zu empfangen. Der eine, der Graf von Schoppentod, (es war bekanntlich in der Winterzeit) übergab mir eine künstliche Josmine und ein solches Weinblatt, so wie eine wirkliche Monatsrose, die von mir gestifteten Ordensembleme, der andere Graf von Bierfedel hatte einen ungemein großen Humpen Cerevis in den Händen, den er mir mit einigen feierlichen Worten kredenzte. —

Ich wollte den edlen Stoff an die Lippen setzen und Bescheid thun, aber, hilf Himmel! der Henkel des Kruges brach und Gefäß und Bier stürzten auf die Erde. — —

Mit einem, »O! über das herrliche Cerevis!« erwachte ich, und merkte nun nur zu deutlich, daß ein Traum mich gefoppt hatte; ich wäre übrigens in der That auch im Wachen ein solcher Bierheld und Raufer wie im Schlaf gewesen.

Unfern meines Bettes saß der Scharfrichter, welcher mich schweigend anblickte. - »Sie haben im Traum viel mit ihren Kameraden zu thun gehabt,« bemerkte er jetzt. —

Besseres als wie du mit Mutter und Bruder, dachte ich mitleidig schweigend. —

Jetzt bemerkte ich erst, daß mein Stubenbursche mein Stammblatt in der Hand hatte. Diese schien ihm zu zittern.

»Haben Sie,« fragte er jetzt mit bebender Stimme, »diese Zeilen mit irgend einer Beziehung auf mich geschrieben?«

Ich erröthete urplötzlich, da mir die Worte und ihre Misdeutung sogleich gegenwärtig waren.

»Ich kann Ihnen versichern,« stammelte ich nach kurzer Pause, »daß ich meine Worte wohlwollend und nicht in der mindesten Absicht geschrieben habe, Ihnen weh zu thun.« —

»Ihre Gesichtsfarbe straft Sie Lügen mein Herr!« rief der Fremde sofort aus dem Zimmer eilend, auf meine Bitten, ruhig da zu bleiben und mich anzuhören, nicht ferner achtend. Ich eilte ihm vergebens nach, er floh wie ein Besessener davon, und war sofort aus dem Hause.