„Auf jede Gefahr?“ fragte Behrens und sah ihn aus blutunterlaufenen Augen an ...
„Zu Befehl, Herr Hofrat“, antwortete Joachim mit zuckenden Lippen.
„Na, dann is gut, Ziemßen.“ Der Hofrat wechselte die Miene, gab nach in seiner Haltung und ließ in jeder Weise locker. „Is gut, Ziemßen. Rühren Sie! Reisen Sie mit Gott. Ich sehe, Sie wissen, was Sie wollen, Sie nehmen die Sache auf sich, und soviel stimmt, daß es Ihre Sache ist, nicht meine, von dem Augenblick an, wo Sie sie auf sich nehmen. Selbst ist der Mann. Sie reisen ohne Garantie, ich stehe für nichts. Aber bewahre, es kann ganz gut gehen. Ist ja ein luftiger Beruf, den Sie ergreifen. Kann durchaus sein, daß es Ihnen bekommt und daß Sie sich herausbeißen.“
„Jawohl, Herr Hofrat.“
„Na, und Sie, junger Mann aus dem Zivilpublikum? Sie wallen wohl mit?“
Das war Hans Castorp, der antworten sollte. Er stand da, ebenso bleich wie vor Jahresfrist bei jener Untersuchung, die seine Aufnahme herbeigeführt hatte, stand auf demselben Fleck wie damals, und wieder war deutlich das Pulsen seines Herzens gegen die Rippen zu sehen. Er sagte:
„Ich möchte es von Ihrem Votum abhängig machen, Herr Hofrat.“
„Meinem Votum. Schön!“ Und er zog ihn am Arme an sich, horchte und klopfte. Er diktierte nicht. Es ging ziemlich schnell. Als er fertig war, sagte er:
„Sie können reisen.“
Hans Castorp stotterte: