Kein Pinsel beleidigt je diese Lagerstellen. Sie tragen den Schweren, wie den Leichten, den Müden wie den Muntern, den Schlafenden wie den Wachenden; dem Sünder aber nehmen sie die Last seines Herzens ebenso wenig ab, auf daß ihn eher der sanfte Schlaf erquicke, als die europäischen köstlichen und bequemen Bettstellen solch ein Wunder zu bewirken vermögen.

Der Glaser.

Als ich die Einsetzung von Scheiben verlangte, kamen zwei Menschen, ein gesetzter Mann und ein Jüngling von etwa sechszehn Jahren. Der Kontrakt in Betreff der Scheiben war bereits geschlossen. Wer sich eine Bedeutung geben will, muß doch die Kleinigkeiten umständlich behandeln.

Der Glaser ließ sich auf den Boden nieder; der Gehülfe ihm gegenüber. Sorgfältig schlug jener die hölzernen Nägel aus den Fensterrahmen. Er arbeitete langsam, aber sicher; so war sein Augenmaß. Statt eines Diamants bediente er sich eines Bröckchens Granit. Wenn dieser nicht tief genug schnitt, so führte er ihn auch über die Rückseite des Glases. Dann ballte er die rechte Hand, nahm die Scheibe zwischen den Zeigefinger und den auslangenden Daumen, und drückte solchergestalt mit Behutsamkeit abwärts, um das Glas über den Riß abzubrechen. Dieß gelang ihm freilich nicht, daß er eine schöne, ebene Linie bekam, doch brach er auch nicht fehl.

Ich glaube, der beste europäische Glasermeister würde mit einem solchen Hülfsmittel kaum besser das Glas gebrochen haben. Es ist immer eine Kunst, mit Wenigem gehörig auszureichen.

Der Schuhmacher.

Ohne eine lederne oder tüchene Schürze, ohne pechschwarze Hände sitzt der Schuhmacher auf einem niedrigen Stuhle vor einem runden, ebenfalls niedrigen Tische, welcher der Querabschnitt eines Baumstammes und auf drei breite Füße gestützt ist. Die Schuhleisten weichen von den europäischen kaum ab, wenn nicht darin, daß sie, ohne den Moden unterworfen zu sein, alle spitz sind. Wie oft wird der europäische Schuhmacher durch die Modesucht Anderer geplagt, und wie ruhig kann deßhalb der egyptische schlafen. Der Flattersinn der Modenjournalisten erzeugt fürwahr eine Menge Qualen.

Mit einem Stücke Messing, welches die Form eines Mörserpistills, nur eine breitere Birne zum Schlagen hat und kürzer ist, werden Leder und Nähte geklopft. Flink schneidet dasselbe mit einem leichten Schroteisen der Schuster, der überhaupt mit einer großen Fertigkeit arbeitet. Der Mohammetaner näht nicht mit Schweinborsten, weil nach seiner Ansicht Alles, was vom Schweine kommt, unrein macht. Den gelben und grobkörnigen Stoff oder den Kleister, womit ein Lederstück auf das andere gekleibt wird, erkannte ich nicht. Die egyptischen Schuhe sind dem Klima angemessen: leicht, halten sie wenig warm, werden aber bald durchnäßt.

Der Töpferwaarenflicker.

In einem Lande, wo man mit schönen Porzellangefäßen so viel Aufwand treibt, ist es oft keine Kleinigkeit, wenn etwa eines bricht. Porzellan kommt hoch zu stehen, und so wird leicht erhellen, daß man sich Mühe gibt, die Bruchstücke zu einem Ganzen zu vereinigen.