Ich habe früher die freundliche Aufnahme von Seite des Klosterverwalters erwähnt, und diesmal bloß nachzutragen, daß er dem Klosterbedienten Elias zu verstehen gab, er solle mir ein kleines, doch gutes Kämmerlein einräumen, weil man die andern Zimmer für die hohen Personen, die man eben erwarte, bereit halten müsse.

Mein Zimmer, mit einem Bette, Tisch und Sessel, war durchaus schlecht, ohne Fenster, nicht einmal mit gut schließenden Läden, und eine Oeffnung über der Thüre hatte gar keine Vorrichtung zum Sperren. Lustig pfiff der gefällige Wind, die zum Theil schlaflosen Nächte mir zu vertreiben. Es scheint allenthalben dafür gesorgt, daß die Welt zum Himmel hinauf lacht. Wäre es nur nicht ziemlich kalt gewesen, ich würde die Orgeltöne des Windes noch süßer gefunden haben. Beim Schreiben war ich in einen Mantel, die Füße in eine wollene Decke gewickelt, und dennoch konnte ich mich auf diese Art mit genauer Noth wärmen. Die Ueberzeugung wurzelte in mir fest, daß ich in einem solchen Zimmer von meiner Unpäßlichkeit nicht genesen könne, und daß ich daher auf die Abreise dringen müsse, wenn mir anders die Gesundheit am Herzen liege.

Die Schattenseite des Lebens bietet doch ungemein viel Abstufungen dar.

Auf dem Meere dachte ich: Wenn ich nur zu Lande wäre, ich wollte zufrieden sein.

Bei den Pyramiden von Memphis dachte ich: Wenn ich nur wieder unter Franken wäre, ich wollte zufrieden sein.

Und in Kairo dachte ich: Wenn ich nur wieder in einem kältern Himmelsstriche wäre, ich wollte zufrieden sein.

Und in der Wüste dachte ich: Wenn ich nur wieder auf bewohnten Boden meinen Fuß setzen könnte, ich wollte zufrieden sein.

Und in dem Gefängnisse unter dem Zelte dachte ich: Wenn ich nur wieder ein vor dem Regen schützendes Zimmer und die Freiheit hätte, ich wollte zufrieden sein.

Und beim beschwerlichen Ritte von Gaza dachte ich: Wenn ich nur einmal wieder Ramle erreichte, oder wenn mir nur wieder die Bequemlichkeiten des Schiffes auf der See vergönnt wären, ich wollte zufrieden sein.